Franz Steindls politische Erinnerungen kommen mit Musik und Augenzwinkern ins Buch
Eisenstadt. Franz Steindl hat seine Erinnerungen aus 34 Jahren Politik in ein Buch gepackt. „Wie das Leben so spielt …“ versammelt 25 Anekdoten aus Politik und Alltag, dazu kommen Musikstücke und Illustrationen. Präsentiert wird das Werk erstmals am 19. November 2026.
Steindl war 13 Jahre kommunalpolitisch, sechs Jahre auf Bundesebene und 20 Jahre in der Landespolitik tätig. In dieser Zeit war der gebürtige Purbacher unter anderem Landeshauptmannstellvertreter während der Ära Niessl. Die Geschichten hat er über mehrere Jahrzehnte gesammelt, rund zwei Jahre arbeitete er schließlich an den Anekdoten und den Musikkompositionen.
Politik mit Musik und einem Augenzwinkern
Nur Geschichten abdrucken wollte Steindl nicht. Deshalb ergänzte er die Texte mit eigenen sowie von Freunden komponierten Musikstücken. Jede der 25 Geschichten ist über einen QR-Code mit einer passenden Komposition verknüpft. Das gedruckte Buch trifft damit auf moderne Technik und den digitalen Abruf der Musik.
Bei der Aufarbeitung seiner politischen Erlebnisse setzte Steindl nach eigener Aussage auf einen positiven und humorvollen Zugang. Eine kritische Abrechnung soll das Buch nicht sein. Einzelne Personen kommen laut Steindl aber dennoch augenzwinkernd nicht ganz ohne Kritik davon – ein bissl darf offenbar schon gezwickt werden.
„Wie das Leben so spielt …“ erscheint im Eigenverlag und kostet 29 Euro. Erhältlich ist das Buch beim Kulturverein Purbach, in der Raiffeisenbank Purbach und im Sparmarkt Purbach.
Vom Purbacher Bürgermeister in die Landespolitik
Franz Steindl wurde am 10. Jänner 1960 in Purbach am Neusiedler See geboren und lebt dort. Nach der Volksschule in Purbach, die er von 1966 bis 1970 besuchte, wechselte er ab 1970 ins Realgymnasium Eisenstadt und legte dort 1978 die Matura ab. Es folgten ein Studium der Volkswirtschaft an der Universität Wien und ein Studium Konzertfach Trompete an der damaligen Wiener Musikhochschule. 1983 schloss er als Mag. rer. soc. oec. ab, anschließend leistete er Präsenzdienst.
Beruflich begann Steindl 1984 bis 1985 als Schulungsreferent im WIFI der Bundeswirtschaftskammer, danach war er von 1985 bis 1986 Schulungsreferent im WIFI Burgenland. Von 1986 bis 1992 arbeitete er als Landessekretär des ÖAAB Burgenland, 1992 bis 1994 als Landesgeschäftsführer der ÖVP Burgenland. Im Jahr 2000 wurde er Institutsleiter des Wirtschaftsförderungsinstituts Burgenland.
Sein kommunalpolitischer Weg hatte schon früher begonnen: Von 1980 bis 1986 engagierte er sich in der Jungen ÖVP, von 1986 bis 2000 war er Stadtparteiobmann der ÖVP Purbach. Zwischen 1987 und 1992 fungierte er als Vizebürgermeister, von 1992 bis 2000 als Bürgermeister von Purbach am Neusiedler See. Außerdem war er von 1989 bis 1991 Vizepräsident der Arbeiterkammer und von 1994 bis 2002 sowie ab 2004 ÖVP-Bezirksparteiobmann.
Am 7. November 1994 zog Steindl als ÖVP-Abgeordneter in den österreichischen Nationalrat ein und blieb dort bis 30. April 2000. Er war Obmann des Immunitätsausschusses, Obmannstellvertreter im Rechnungshofausschuss sowie Mitglied im Budgetausschuss und zeitweise im Unterrichts- und Wirtschaftsausschuss. Nach Angaben des Atlas Burgenland war er bis 28. Dezember 2000 Abgeordneter zum Nationalrat.
Am 28. Dezember 2000 wechselte Steindl als Landeshauptmann-Stellvertreter in die burgenländische Landesregierung. In der Landesregierung Niessl III war er unter anderem für Gemeinden, Staatsbürgerschaften, den Landesfeuerwehrverband, Katastrophenschutz, Wirtschaft, Jugend, Baurecht, Gewerberecht und Energierecht zuständig. Von 2001 bis 4. Juni 2015 stand er außerdem als Landesparteiobmann an der Spitze der ÖVP Burgenland.
Rückzug aus der Politik, neue Aufgaben am Konservatorium
Nach der Landtagswahl 2015, bei der ÖVP und SPÖ Stimmen und Mandate verloren, wurde Steindl am 4. Juni 2015 von Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner als ÖVP-Landesparteiobmann abgelöst. Die SPÖ Burgenland nahm danach Koalitionsverhandlungen mit der FPÖ auf; am 9. Juli 2015 wurde die Koalitionsregierung Niessl IV gebildet. Damit wechselte die ÖVP im Burgenland erstmals seit 1945 in die Opposition.
Steindl blieb zunächst als Landtagsabgeordneter aktiv. Sein Mandat im Burgenländischen Landtag dauerte vom 9. Juli 2015 bis 17. Februar 2020, nach der Landtagswahl 2020 schied er aus dem Landtag aus.
Ganz weg von Bildung und Musik war er danach nicht. Seit Februar 2019 ist Steindl am Joseph-Haydn-Konservatorium des Landes Burgenland für Marketing, Information und die Entwicklung neuer musikalischer Projekte zuständig. 2021 wurde er Geschäftsführer der Joseph Haydn Konservatorium GmbH. Unter seiner Führung wurde das Konservatorium ab dem Studienjahr 2023/24 als Privathochschule akkreditiert.
Steindl ist seit 2015 geschieden und hat einen Sohn und eine Tochter. Sein Lebensmittelpunkt ist weiterhin Purbach am Neusiedler See – jener Ort, in dem auch viele der politischen und persönlichen Geschichten ihren Ausgang genommen haben.
Weitere Termine im Burgenland
Nach der Präsentation am 19. November 2026 folgen vier weitere Abende:
- 23. November 2026, 19 Uhr: Druckerei Wograndl, Mattersburg
- 25. November 2026, 19 Uhr: Georgizentrum Eisenstadt, St. Georgen, St. Georgener Hauptstraße 27
- 1. Dezember 2026, 19 Uhr: Weinwerk, Neusiedl am See
- 4. Dezember 2026, 19 Uhr: WeinKulturHaus, Bildein
