In Sankt Veit an der Glan, wo die Luft nach frischem Holz und der Aufregung des Schachs duftet, hat Ernst Schüller vom ASKÖ Leonding ein beeindruckendes Comeback gefeiert. Bei den österreichischen Senioren-Staatsmeisterschaften im Turnierschach hat der 65-Jährige den Staatsmeistertitel in der Klasse über 65 Jahre errungen. In einem Format mit sieben Runden, getrennten Wertungen für die Klassen über 50 und über 65 Jahre, startete Schüller zunächst etwas holprig. Mit 1,5 Punkten aus drei Partien schien ein Podestplatz weit entfernt. Doch der erfahrene Schachspieler gab nicht auf. Er kämpfte sich zurück und holte in den letzten vier Partien 3,5 Punkte. Besonders spannend waren die entscheidenden Partien, darunter ein starkes Remis gegen den Turnierfavoriten und ein Sieg in der Schlussrunde. Am Ende standen fünf Punkte aus sieben Partien auf dem Zettel, was ihm den begehrten Titel sicherte. Mit dieser Leistung kann er stolz auf seine umfangreiche Trophäensammlung zurückblicken – eine Sammlung, die um einen weiteren Titel reicher geworden ist. So feiert Schüller nicht nur einen persönlichen, sondern auch einen sportlichen Triumph.
Doch die Erfolge des ASKÖ Leonding enden hier nicht. Auch beim PlusCity Grand Prix in Linz, einem der größten Schach-Events Europas, war der Verein erfolgreich vertreten. Mit über 1.600 Teilnehmern und einem Gesamtpreisgeld von 80.000 Euro, ist dieses Turnier ein Magnet für Schachbegeisterte. Der Grand Prix, der zum siebten Mal in Pasching stattfand, umfasste Team-Meisterschaften im Blitz- und Rapidschach sowie die Einzel-Staatsmeisterschaften. Erstmals wurden Staatsmeisterschaften in den Kategorien Ü65, Ü50 und U20 ausgetragen, was die Vielfalt und die Förderung des Schachsports in Österreich unterstreicht.
Erfolge beim PlusCity Grand Prix
Das Event war ein wahres Spektakel mit 426 Spielern am Donnerstag und insgesamt rund 1.700 Teilnehmern, die in fast 200 Teams antraten. Die Organisation, unter der Leitung von ÖSB-Präsident Michael Stöttinger und Günter Mitterhuemer, war ein voller Erfolg. Das Schiedsrichterteam bewältigte die hohe Teilnehmerzahl mit Bravour. Auch die FIDE war mit einer Abordnung vertreten, was dem ganzen Turnier einen zusätzlichen internationalen Flair verlieh.
Besonders erwähnenswert ist, dass Fide-Meister Thomas Hebesberger vom ASKÖ Leonding in der Kategorie Ü50 einen Kategoriepreis gewann und zudem Blitzschach-Staatsmeister wurde. Diese Erfolge sind nicht nur für die Spieler selbst, sondern auch für den gesamten Verein von großer Bedeutung. Sie zeigen, dass der ASKÖ Leonding in der Schachszene Österreichs einen wichtigen Platz einnimmt.
In den verschiedenen Kategorien wurden beeindruckende Leistungen gezeigt. Bei den Rapid Champions setzte sich GM Pranav V aus Indien durch, gefolgt von GM Eduardo Iturrizaga Bonelli aus Spanien und GM Parham Maghsoodloo aus dem Iran. Die beste Dame in dieser Kategorie war IM Aleksandra Maltsevskaya aus Polen. Auch bei der Blitzmeisterschaft war die Konkurrenz stark, mit GM Szymon Gumularz aus Polen, der den ersten Platz belegte. Die besten Damen in beiden Kategorien haben die Schachwelt einmal mehr gezeigt, wie stark Frauen im Schach vertreten sind. Es ist ein erfreulicher Trend, der hoffentlich in Zukunft noch mehr Unterstützung erfährt.
Das Event zog auch zahlreiche Zuschauer an – rund 100.000 Schaulustige in der Shopping Mall waren Zeugen der spannenden Partien. Ein „Business Meets Chess“-Event vor dem Turnierstart hat zudem den Rahmen für ein weiteres Networking innerhalb der Schachgemeinschaft geschaffen. Die Vorfreude auf das nächste Jahr ist bereits jetzt groß, denn 2027 sind Detailverbesserungen und eine Teilnehmerbegrenzung auf 400 Spieler geplant. Die Einzel-Staatsmeisterschaften Blitz und Rapid werden im kommenden Jahr in Baden ausgetragen. Man kann gespannt sein, wie sich die Schachszene in den nächsten Jahren weiterentwickelt.
