Am 29. Mai fand in der Rotenturmstraße in Wien eine umfassende Schwerpunktaktion der Polizei statt, die sich gegen Raser und Poser richtete. Diese Aktion hat, wie die Berichterstattung zeigt, insgesamt 58 Anzeigen zur Folge gehabt. Unter den Maßnahmen wurden 21 Organmandate ausgestellt und eine Kennzeichenabnahme durchgeführt. Außerdem führten die Beamten 20 Alkohol-Vortests durch und vier Fälle wurden direkt beim Schnellrichter vorgeführt.
Die Kontrollen konzentrierten sich auf überhöhte Geschwindigkeiten, Lärm und illegale Fahrzeugumbauten. Das überordnete Ziel dieser Aktion war die Erhöhung der Verkehrssicherheit und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Inneren Stadt. Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) hob die Priorität der Anliegen der Anwohner hervor und kündigte an, dass in Zukunft regelmäßige Kontrollen sowie Planquadrate in der Rotenturmstraße, am Hohen Markt, in der Tuchlauben und an der Brandstätte stattfinden werden. Diese Maßnahmen sind unbedingt notwendig, denn frühere Schwerpunktaktionen führten zu 93 Anzeigen und 57 Organmandaten.
Ein Blick auf die Raserszene
Der Druck auf die Raserszene ist nicht nur in Wien spürbar. In anderen Städten, wie Köln, hat die Polizei ähnliche Maßnahmen ergriffen. Dort wird berichtet, dass illegale Autorennen häufig aus Situationen an Ampeln heraus beginnen, wenn zwei Wagen an einer roten Ampel warten. Polizeihauptkommissar Jürgen Berg betont, dass die Verfolgung dieser Szene erhöht wurde, seitdem illegale Rennen 2017 unter Strafe stehen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass sich die Zahl dieser Rennen seit 2019 fast verdoppelt hat. 2022 gab es in Nordrhein-Westfalen allein 1.515 Strafanzeigen wegen illegaler Autorennen.
Die Problematik ist ernst. Unschuldige und Raser kommen bei illegalen Rennen häufig zu Schaden. Die Tatverdächtigen sind meist männlich und zwischen 17 und 26 Jahren alt. In Köln wurde eine spezielle Dienststelle zur Bekämpfung der Raser- und Poserszene eingerichtet, um dem wachsenden Problem entgegenzuwirken. Auch in Wien wird es immer wichtiger, dass die Polizei auffällige Fahrzeuge kontrolliert und die Auspufflautstärke misst, um den Lärm, der Anwohner belastet, zu reduzieren. Manipulierte Fahrzeuge werden mit Strafen, wie Fahrzeugbeschlagnahmung und hohen Kosten, belegt.
Gemeinsame Anstrengungen für mehr Sicherheit
Um dem Problem der Raserszene Herr zu werden, setzen die Kommunen zunehmend auf Maßnahmen wie Verkehrsinseln, Tempo-30-Schilder, Radarkontrollen und bauliche Veränderungen. Der Verkehrsgerichtstag fordert sogar einen Stufenführerschein für Fahranfänger. In Schulen wird durch Aufklärung, wie den sogenannten „Crashkurs“, an das Thema herangeführt. Hier berichten Unfallopfer von ihren Erfahrungen, um junge Fahrer zu sensibilisieren. Die Kölner Polizei arbeitet zudem eng mit den Kommunen zusammen, um die Raserszene bundesweit zu bekämpfen.
Die Situation bleibt angespannt. Dennoch zeigen die Maßnahmen, dass ein entschlossener Umgang mit Raser- und Poserszenen in den Städten möglich ist. Ob in Wien oder Köln – die Anstrengungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Lebensqualität in den Innenstädten sind dringend erforderlich und werden auch in Zukunft fortgeführt.
