In Wartberg ob der Aist wird heuer Theatergeschichte gefeiert: Das Theater am Wartberg besteht seit 1996 und bringt zum 30-jährigen Bestehen den Schwank „Der wahre Jakob“ auf die Bühne. Premiere ist am Freitag, 6. November 2026, um 19.30 Uhr im VAZ.

Auf dem Spielplan steht eine Bearbeitung von Joachim Rathke, inszeniert von Nora Dirisamer. Im Mittelpunkt steht der Kleinstadt-Politiker Peter Struwe, Vorsitzender des örtlichen „Sittlichkeitsvereins“. Nach außen gibt er den strengen Tugendwächter. Unter dem Vorwand, einen Sittlichkeitskongress zu besuchen, fährt er jedoch in die Großstadt – inkognito feiern, versteht sich.

Eine Nacht, die Struwe einholt

Nach einer Nacht im Varieté verliebt sich Struwe in die Revue-Tänzerin Yvette. Wieder daheim, versucht er, die Angelegenheit unter dem Deckel zu halten. Das klappt allerdings nur so lange, bis Yvette plötzlich in seinem Wohnzimmer auftaucht. Vor Ehefrau und Verwandtschaft beginnt für Struwe ein wilder Erklärungsversuch mit Notlügen und Ausreden. Viel Vergnügen beim Zuschauen – für ihn selbst wird’s eher ungemütlich.

Weitere Vorstellungen gibt es am 8., 13., 14., 19., 20., 21. und 22. November. Donnerstags, freitags und samstags beginnt das Stück jeweils um 19.30 Uhr, sonntags um 17 Uhr. Karten sind über www.theater-am-wartberg.at erhältlich.

Ein Klassiker mit österreichischem Einschlag

„Der wahre Jakob“ ist ein Schwank in drei Akten von Franz Arnold und Ernst Bach. Uraufgeführt wurde das Stück am 20. Dezember 1924 im Lustspielhaus Berlin. Verfilmt wurde es 1931 und 1960; bekannt wurde es außerdem durch das Kölner Willy-Millowitsch-Theater.

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In einer Kirchberger Inszenierung wurde die Handlung geografisch nach Österreich verlegt, sprachlich in den österreichischen Sprachraum und zeitlich in die 1970er-Jahre. Aus dem Politiker wird dort ein Stadtrat einer ländlichen Kleinstadt und Obmann eines Vereins zur „Hebung der Moral“. In Wien trifft er in einem Varieté auf Yvette, aus der Begegnung entwickelt sich ein nächtliches Abenteuer mit weitreichenden Folgen für alle Beteiligten.

Kirchberger Theatertradition

Die Neuinterpretation entstand unter der Leitung von Heinrich Pusch, der auch Regie führte. Unterstützung bekam die Kulturgemeinschaft Kirchberg vom Regisseur und Schauspieler Joachim Rathke. Für das Ensemble wurden erfahrene Mitglieder mit Nachwuchstalenten kombiniert.

Die Kulturgemeinschaft Kirchberg/Dონau wurde am 2. Januar 1972 gegründet. Ihr Vereinszweck umfasst Kulturarbeit und Gemeinschaftsleben, ein Schwerpunkt liegt auf der Pflege des Amateurtheaters. In Kirchberg reicht die Theatertradition weit zurück: Das älteste erhaltene Theaterplakat stammt aus 1902.

Auch Auszeichnungen gehören zur Vereinsgeschichte. Die Kulturgemeinschaft gewann 1990 und 1994 den Mühlviertler Theateroscar. Federführend war sie außerdem beim Kirchberger Festspiel 2004, beim Fest der Volkskultur 2010, bei „750 Jahre Kirchberg“ 2013 und bei der Ortsbildmesse 2016.