In Gmunden brodelt es! Vor der heutigen Gemeinderatssitzung, die über die Zukunft des umstrittenen Seeviertels entscheiden soll, stehen die Meinungen der Fraktionen auf der Kippe. Die geplanten Änderungen der bestehenden Verträge sorgen für unterschiedliche Reaktionen. Die Grünen und die WIA sind skeptisch, wenn es um die Qualität der Hotels und die Vertragsgestaltung geht. „Hier muss mehr Klarheit her!“, so die Stimme der Grünen, die insbesondere Fragen zur Hotelbetriebskonzeption und den damit verbundenen Arbeitsplätzen aufwerfen.

Die NEOS hingegen zeigen sich optimistisch und fordern zusätzliche Leistungen für die Stadt, darunter vier Wohnungen im Seeviertel zum Selbstkostenpreis, um den sozialen Wohnbedarf zu decken. Ein Dreiklang aus finanziellen und rechtlichen Bedenken, den Dina Fritz von der FPÖ anhebt, könnte das Projekt ins Wanken bringen. „Die Vorschläge sind finanziell und rechtlich schwer umsetzbar“, merkt sie an und kritisiert die Forderungen als problematisch, vor allem im Hinblick auf die hohen Baukosten. Zudem verweist sie auf die vertraglichen Verpflichtungen zur Errichtung eines Vier-Sterne-Hotels mit Mindeststandards.

Das Hotelprojekt im Fokus

Das gesamte Areal wird von der Soravia-Gruppe entwickelt und wurde 2021 für stolze 15,7 Millionen Euro von der Stadtgemeinde erworben. Bürgermeister Stefan Krapf (ÖVP) ist überzeugt, dass das Hotelprojekt ohne Wohnbauten wirtschaftlich nicht umsetzbar sei. Hier wird es spannend: Der Kaufpreis für die Stadt soll um rund 2,3 Millionen Euro steigen, und der Anteil der erlaubten Nebenwohnsitze soll von 25 auf 75 Prozent angehoben werden. Ein Umstand, der bei vielen Bürgern auf Bedenken stößt. „Wir brauchen kleinere, öffentlichere Projekte mit mehr Grünflächen!“, äußert sich Monika Hufnagel, eine Anwohnerin, die sich für eine lebenswertere Umgebung starkmacht.

Die Anrainer sorgen sich um die Parkplatzsituation, und auch Baustadtrat Rüdiger Fritz (FPÖ) hat bereits Lösungen in Aussicht gestellt. „Parkplätze werden an verschiedenen Standorten zur Verfügung stehen“, versichert er. Doch die Stimmen aus der Tourismusbranche sind laut. Vertreter betonen, dass Gmunden dringend mehr Hotelkapazitäten benötigt. Andreas Murray, Geschäftsführer des Tourismusverbands, spricht von jährlich zehntausenden verlorenen Nächtigungen. Das Hotel könnte als Magnet für Touristen dienen, die die Region bereichern.

Gesellschaftliche Herausforderungen

Dennoch bleibt die Frage, wie sich das alles auf den Wohnraum auswirkt. Kritiker warnen vor der möglichen Nutzung von Wohnungen als Nebenwohnsitze, was den Wohnraum verteuern könnte. Christian Zier, ein Anwohner, argumentiert, dass viele Wohnungen in Gmunden ohnehin leerstehen. „Brauchen wir wirklich noch mehr?“, fragt er provokant. Philipp Wiatschka von der Bürgerbewegung „Wir für Gmunden“ kritisiert die Querfinanzierung durch Wohnungen und stellt die Tragfähigkeit des Projekts infrage. „Das Hotel darf nicht um jeden Preis realisiert werden“, so ein Teilnehmer der Diskussion.

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In einer Zeit, in der Stadtentwicklungsfragen dringlicher sind denn je, zeigt sich, dass Gmunden nicht alleine dasteht. Der Stadtentwicklungsbericht 2025 der Bundesregierung hat bereits auf die Herausforderungen der Stadt- und Regionalentwicklung hingewiesen. Die Ziele sind klar: Lebenswerte, funktionsfähige und gemeinwohlorientierte Städte zu schaffen. Doch wie wird Gmunden diesen Spagat schaffen? Heute Abend wird der Gemeinderat darüber entscheiden, ob das Seeviertel vielleicht der Schlüssel zu einem neuen Kapitel in der Stadtentwicklung sein kann oder ob die Bedenken der Bürger überwiegen.