In Gschwandt wird es musikalisch: Der Musikverein Gschwandt lädt am Samstag, 14. November, um 20 Uhr zum Herbstkonzert in die Mehrzweckhalle Gschwandt. Rund 60 Musiker stehen dabei auf der Bühne und zeigen, wie weit Blasmusik heute reichen kann.

„Let Me Entertain You – Verdi Reloaded“ lautet das Motto des Abends. Dahinter steckt eine durchaus reizvolle Frage: Wie würde Giuseppe Verdi wohl wirken, wenn er heute als Popstar auftreten würde? Das Programm verbindet klassische Musikgeschichte mit modernen Konzertklängen und reicht von bekannten Opernmelodien bis zu zeitgemäßen Sounds.

Vom Opernstoff bis zum „Sound of Silence“

Aufgeführt werden unter anderem „Verdi’s Triumphs“, „Montañas del Fuego“ und „Sound of Silence“. Der Musikverein spannt damit einen breiten Bogen – einmal große Oper, dann wieder Klangwelten, die eher nach Konzertsaal und Gegenwart riechen. Das Jugendorchester eröffnet den Abend mit eigenen Stücken.

Der Musikverein Gschwandt verbindet traditionelle und moderne Blasmusik und ist das ganze Jahr über aktiv: bei Konzerten, Wertungen, Frühschoppen und Ausrückungen. Beim Herbstkonzert darf es aber ruhig ein bisserl mehr Bühne sein.

Musik und Bewirtung

Nach dem Konzert übernimmt die Viechtwanger Wiazhausmusi den musikalischen Ausklang. Für Verpflegung ist gesorgt, niemand muss also hungrig nach Hause gehen. Der Eintritt erfolgt gegen freiwillige Spenden.

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Der Abend in Gschwandt steht damit auch in einer größeren österreichischen Blasmusiktradition. Der Österreichische Blasmusikverband (ÖBV) ist der Dachverband der Blasmusikverbände der neun österreichischen Bundesländer sowie der Partnerverbände Südtirol und Liechtenstein. Über die Landesverbände gehören ihm indirekt 2.163 Blasmusikkapellen mit mehr als 143.000 Musikern an – Stand Ende 2019.

Ein Verband mit langer Geschichte

Den ÖBV gibt es seit 1951 als Arbeitsgemeinschaft, 1959 wurde er als Verein gegründet. Bis August 2014 befand sich sein Sitz in Schloss Zeillern in Niederösterreich. Das Schloss wurde ab 1984 auf Initiative des ÖBV-Präsidenten Josef Leeb mit Unterstützung des Landes Niederösterreich und des Bundes umfassend renoviert; seit 1988 dient es als Schulungszentrum für Musikseminare. Seit September 2014 befindet sich die Bundesgeschäftsstelle in Spittal an der Drau in Kärnten.

Musiker bis 30 Jahre werden seit 2004 in der Österreichischen Blasmusikjugend (ÖBJ) organisiert. Auch deren Sitz befindet sich in Spittal an der Drau. Seit 2008 gibt es außerdem ein Dokumentationszentrum des ÖBV im Österreichischen Blasmusikmuseum in Oberwölz Stadt in der Steiermark.

Im Präsidium des ÖBV und in den Leitungsorganen der ÖBJ arbeiten ehrenamtliche Funktionäre. Gewählt werden sie von den Landes- und Partnerverbänden alle drei Jahre. Bis 2004 wurde der ÖBV-Präsident nach einem jährlichen Rotationssystem bestimmt: Jedes Jahr schlug ein anderer Landesverband einen Kandidaten vor, der im Jahr davor und danach als Vizepräsident tätig war. Seit Juni 2018 wird der Präsident nach einem geänderten Rotationsprinzip für eine dreijährige Amtsperiode gewählt.

Service, Wettbewerbe und ein Museum

Zu den Aufgaben des ÖBV zählen die Vertretung und Repräsentation des österreichischen Blasmusikwesens auf Bundesebene, seine Tätigkeit als Service- und Informationszentrum sowie die Vermittlung zwischen Landes- und Partnerverbänden. Der Verband führt Bundeswettbewerbe für Kammermusik, Jugend- und Blasorchester sowie „Musik der Bewegung“ durch und organisiert Bildungsangebote für Musiker und Funktionäre.

Außerdem legt der ÖBV bundesweit einheitliche Regelungen fest, etwa für Leistungsabzeichen sowie für Konzert- und Marschmusikbewertungen. Gemeinsam mit der Stadt Wien veranstaltet er jährlich das Österreichische Blasmusikfest. Seit 1995 betreibt der Verband gemeinsam mit der Stadt Oberwölz das Österreichische Blasmusikmuseum; dort liegen auch Archivräume des Dokumentationsarchivs.

Der Vorarlberger Harmoniebund erklärte 1951 den ersten Sonntag im Mai zum „Tag der Blasmusik“. Der ÖBV übernahm diesen Gedenktag, der seither in ganz Österreich begangen wird. Monatlich erscheint außerdem die Österreichische Blasmusikzeitung als Informationsblatt. Und in Gschwandt gibt es am 14. November die passende Gelegenheit, diese lebendige Musik direkt vor der Haustür zu hören.