Dachse und Denkmalschutz: Wenn Nager die Standsicherheit gefährden
Heute ist der 26.09.2026 und wir haben Neuigkeiten aus Graz, die so kurios wie spannend sind. Am städtischen Wohnhaus Schloßberg 1, einer denkmalgeschützten Liegenschaft der Stadt, wurden im Jahr 2024 massive Absenkungen und Risse in der Natursteinmauer entdeckt. Ein Gutachten kam zu dem ernüchternden Ergebnis, dass die Standsicherheit der Stützwand nicht mehr gegeben ist. Das klingt nicht gerade nach einer Kleinigkeit, und tatsächlich ist eine zeitnahe Sanierung dringend erforderlich.
Die Ursache für diese Probleme? Eine Gruppe von zugewanderten Dachse! Diese kleinen Tierchen haben sich unter der Mauer ein weitläufiges Zuhause mit Zugangsröhren, Gangsystemen und Hohlräumen geschaffen. Die Grabungsarbeiten der Dachse haben den Untergrund ausgehöhlt und damit die Mauer gefährdet. Manchmal fragt man sich, wie viel Chaos so ein kleiner Bewohner anrichten kann!
Sanierungspläne und Kosten
Für die Sanierung sind insgesamt 1,66 Millionen Euro netto vorgesehen, und zwar in den Jahren 2026 und 2027. Der Grazer Gemeinderat hat die Genehmigung einstimmig erteilt – kein Wunder, schließlich möchte man ja auch, dass das schöne Stück Geschichte nicht auf der Strecke bleibt. Bei den Arbeiten wird darauf geachtet, dass das Erscheinungsbild der historischen Natursteinwand erhalten bleibt. Dazu wird eine vorgelagerte Stahlbeton-Konstruktion errichtet, die die Mauer stabilisieren soll.
Ein neues Fundament wird am Fuß der Mauer gebaut. Und das ist auch notwendig, denn es gibt einige technische Anforderungen, die erfüllt werden müssen. Die Fundamente müssen frostsicher sein – mindestens 80 cm tief, um den Herausforderungen des Wetters standzuhalten. Außerdem ist eine Drainage hinter der Mauer Pflicht, um Wasserdruck zu vermeiden, der die Stützmauer gefährden könnte. Das klingt nach einer ganz schön aufwendigen Angelegenheit, aber Sicherheit geht vor!
Materialien und Bauweisen
Die Wahl der Materialien spielt bei einem solchen Projekt eine entscheidende Rolle. Die Kosten variieren je nach Wahl des Materials erheblich. Für eine Naturstein-Stützmauer kann man mit Preisen von 150 bis 500 Euro pro Quadratmeter rechnen. Gabionen sind eine günstigere Alternative, mit Preisen von 100 bis 250 Euro pro Quadratmeter. Aber die edlen Natursteine haben ihren Preis – und ihre Langlebigkeit. In diesem Fall könnte man sogar mit einem Preis von bis zu 600 Euro pro Quadratmeter rechnen, wenn man hochwertige Materialien wählt.
Die Bauweise muss ebenfalls gut durchdacht sein. Massivkonstruktionen aus Beton, Natursteinmauern und Gabionen sind gängige Optionen. Ein Statik-Nachweis wird ab einer Höhe von 2 Metern Pflicht, was bei der geplanten Sanierung nicht unbemerkt bleiben dürfte. Es ist auch wichtig, frühzeitig mit Architekten oder Landschaftsplanern zusammenzuarbeiten, um alle Aspekte der Planung und Genehmigung zu klären.
Ein Blick in die Zukunft
Die Sanierungsarbeiten am Schloßberg 1 sind nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine Chance, die historische Architektur der Stadt zu bewahren. Die Kombination aus moderner Technik und traditionellem Bauhandwerk wird es ermöglichen, diese denkmalgeschützte Stützmauer für zukünftige Generationen zu erhalten. Und wer weiß – vielleicht gibt es bald wieder Dachse, die unter der Mauer wohnen, aber vielleicht mit etwas mehr Respekt vor der Statik!
