Neurodiversität in Graz: Ein neues Verständnis für unsere Kinder
Heute ist der 30.09.2026 und in Graz brodelt es ein wenig – im besten Sinne! Das Familien.Kompetenz.Zentrum. Graz hat ein spannendes Angebot ins Leben gerufen, das sich mit einem Thema beschäftigt, das mehr und mehr in den Fokus rückt: Neurodiversität bei Kindern. Manche Kinder erleben die Welt intensiver, nehmen Geräusche, Farben und Gefühle in einem ganz anderen Ausmaß wahr. Das kann dazu führen, dass sie schneller überreizt sind oder Schwierigkeiten haben, ihre Emotionen zu regulieren. Eltern fühlen sich oft unsicher und hilflos, wenn das Verhalten ihrer Kinder als „schwierig“ oder „trotzig“ wahrgenommen wird. Dabei steckt häufig viel mehr dahinter – eine innere Überforderung, die erst einmal verstanden werden will.
Der Ansatz des Zentrums zielt darauf ab, den Blick zu verändern. Oft fragen sich Eltern: „Was stimmt nicht mit meinem Kind?“ Doch, was wäre, wenn die Frage eher lauten würde: „Was steckt hinter dem Verhalten?“ und „Was braucht mein Kind in diesem Moment?“. Es ist ein Perspektivwechsel, der nicht nur den Eltern mehr Sicherheit und Entlastung bietet, sondern auch den Kindern selbst hilft, besser verstanden zu werden. Es geht um Kinder mit ADHS/ADS, solchen, die im Autismus-Spektrum sind, hochsensiblen Kindern und all jenen, die leicht überreizt sind.
Ein Raum für Verständnis
Die Beraterin Mag.a Sabrina Meister, eine erfahrene klinische und Gesundheitspsychologin vom Institut für Familienförderung, steht den Eltern zur Seite. Sie bietet Unterstützung an, die kostenlos in Anspruch genommen werden kann – ein echter Lichtblick! Unabhängig von einer Diagnose sollen Eltern lernen, die Signale hinter dem Verhalten ihrer Kinder zu erkennen. Das ist nicht nur hilfreich, sondern auch notwendig, um den kleinen Persönlichkeiten gerecht zu werden.
Wussten Sie, dass etwa 20 bis 22 % der Bevölkerung in der EU als neurodivergent gelten? Der Begriff umfasst eine Vielzahl von Unterschieden im Denken, Lernen und Verhalten. Dazu zählen Diagnosen wie ADHS, Autismus, Legasthenie und sogar Hochbegabung. Es ist wichtig, den Ansatz der Neurodiversität zu verstehen: Es gibt keine „Normalität“, sondern vielmehr eine bunte Vielfalt neurologischer Entwicklungen! Diese Unterschiede sind keine Defizite, sondern bringen einzigartige Fähigkeiten und Perspektiven mit, die unsere Gesellschaft bereichern können.
Der Kampf gegen das „Masking“
Ein Thema, das oft übersehen wird, ist das sogenannte „Masking“ oder „Camouflaging“. Viele Kinder mit neurodivergenten Eigenschaften versuchen, ihre Unterschiede zu verbergen. Das führt häufig zu einem erhöhten Risiko für psychische Probleme. Es kann anstrengend sein, ständig eine Rolle zu spielen, die man nicht ist! Deshalb ist es umso wichtiger, ein Umfeld zu schaffen, das Akzeptanz und Verständnis fördert.
Eltern können ihre Kinder unterstützen, indem sie alternative Strategien und Hilfsmittel bereitstellen. Offene Kommunikation mit Lehrern ist dabei unerlässlich. Wenn-Dann-Pläne helfen, um klare Strukturen zu schaffen, und die Umformulierung von Schwächen zu Stärken kann Wunder wirken. Unterstützung durch Nachhilfe oder professionelle Hilfe ist oft der Schlüssel, damit neurodivergente Kinder ihr volles Potenzial entfalten können.
Buchtipps und Initiativen
Für all jene, die sich tiefer in das Thema einlesen möchten, gibt es eine Reihe von empfehlenswerten Büchern. „Ein Kopf voll Gold“ von Saskia Niechzial und „Wundervoll anders“ von Louise Gooding sind tolle Anlaufstellen. Auch Kinderbücher wie „Linus liebt Licht“ und „Astronautenkinder“ können helfen, das Thema spielerisch zu vermitteln.
Von April bis Juli 2026 beleuchtet die Initiative „Wunderwerk Gehirn“ des pme Familienservice das Thema Neurodiversität. Es gibt also viel zu entdecken und zu lernen! Graz ist auf dem richtigen Weg, wenn es darum geht, ein besseres Verständnis für die Vielfalt der kindlichen Entwicklung zu schaffen. Und wer weiß? Vielleicht ist das der Beginn einer neuen, bunten Ära, in der jeder sein einzigartiges Ich sein kann.
