Ernte 2026: Dürre bringt Landwirte an den Rand der Existenz
Heute ist der 10.10.2026 und im Bezirk Hollabrunn ist die Ernte 2026 größtenteils bereits abgeschlossen. Das kommt ziemlich früh und ist nicht gerade das, was man sich gewünscht hätte. Die Dürre hat die Kukuruzfelder stark geprägt und die Landwirte schauen auf eine ernüchternde Bilanz. Gerald Patschka, Kammersekretär, äußert sich zur schwachen Ernte – die Erwartungen wurden nicht erfüllt.
Im Bezirk wurden heuer etwa 6.990 Hektar mit Mais bestellt, unterteilt in 6.090 Hektar Körnermais und 900 Hektar Silomais. Das ist zwar der höchste Anbauwert seit 2020, doch die Erntemenge liegt weit unter den Spitzenwerten. Das ganze Bild ist von der Trockenheit geprägt, die nicht nur hierzulande, sondern auch in Deutschland massive Auswirkungen hat. Dort zeigen viele Maispflanzen graue, eingerollte Blätter und der Wachstumsprozess ist stark ins Stocken geraten.
Ernteausfälle und ihre Ursachen
In Süddeutschland, wo die Dürre ebenfalls wütet, erwarten 76 % der Landwirte massive Ertragseinbußen. Nur 7 % rechnen mit Erträgen auf Vorjahresniveau. Komischerweise ist die Situation im Norden etwas entspannter – dort glauben 58 % der Bauern, dass sie im Durchschnitt oder sogar besser abschneiden werden. Aber auch im Westen, in Regionen wie Nordrhein-Westfalen und Hessen, sind deutliche Ertragsverluste zu erwarten. Das Bild wird immer klarer: Die Trockenheit hat viele Landwirte an den Rand ihrer Möglichkeiten gebracht.
Wie Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer in seinem Erntebericht 2026 erklärt, gibt es nicht nur bei Mais, sondern auch bei anderen Kulturen wie Winterweizen und Winterraps große Verluste zu beklagen. Insgesamt wird die Getreideernte auf rund 37,4 Millionen Tonnen geschätzt, was 7,3 % unter dem Vorjahr liegt. Die Hitze und Trockenheit haben besonders im Süden und Südwesten zu einem dramatischen Rückgang der Erträge geführt. Man könnte fast sagen, die Krise hat nationale Dimensionen angenommen.
Unterstützung für die Landwirte
Die Bundesregierung hat auf die alarmierenden Zustände reagiert und plant verschiedene Unterstützungsmaßnahmen für die betroffenen Landwirte. Ein Liquiditätshilfeprogramm wird um 300 Millionen Euro aufgestockt, um den Betrieben durch diese schwere Zeit zu helfen. Außerdem gibt es EU-Düngemittelhilfen und eine einmalige Erhöhung der Direktzahlungen von 4,1 Milliarden Euro auf 4,9 Milliarden Euro für das kommende Jahr. Die Lage ist ernst, und es wird deutlich, dass die Landwirtschaft in Österreich vor großen Herausforderungen steht.
Die Landwirte in Hollabrunn und darüber hinaus stehen also vor einem schwierigen Winter. Während die Ernte 2026 bald Geschichte sein wird, wird das Gedöns um Unterstützung und die zukünftige Planung erst richtig beginnen. Es bleibt zu hoffen, dass die kommenden Monate mehr Regen bringen und die Böden sich erholen können – denn die Natur hat ihren eigenen Rhythmus, und manchmal ist es einfach nur frustrierend, ihr hinterherzulaufen.
