Krisensichere Gemeinde: Hollabrunn rüstet sich für die Zukunft
Heute ist der 29.09.2026 und die Menschen in Hollabrunn stehen vor einer nie dagewesenen Herausforderung. Das Thema ist drängend: Wie bereitet man sich auf Krisenszenarien wie Blackouts, Extremwetter und Infrastruktur-Ausfälle vor? Georg Jungmayer, Vizepräsident des Niederösterreichischen Zivilschutzverbandes (NÖZSV), hat dazu klare Ansagen. Eigenvorsorge im Katastrophenschutz ist das A und O. Und das nicht nur aus einer reinen Vorsichtsmaßnahme heraus, sondern um den Alltag auch in schwierigen Zeiten aufrechtzuerhalten.
Die Vorbereitung der Gemeinden im Bezirk ist alles andere als einheitlich. Es gibt keine pauschale Bewertung, was bedeutet, dass jede Gemeinde ihre eigenen Strategien entwickeln muss. Eine Initiative, die hier Abhilfe schaffen möchte, ist die „Krisensichere Gemeinde“ des NÖZSV. Diese unterstützt die Gemeinden mit Katastrophenschutzplänen, Risikoanalysen und Schulungen. Hollabrunn hat es 2025 geschafft, als „Krisensichere Gemeinde“ mit vier von fünf Sternen ausgezeichnet zu werden. Ein kleines, aber feines Zeichen, dass man hier auf dem richtigen Weg ist.
Wichtige Maßnahmen und Pläne
Ein überarbeiteter Katastrophenschutzplan in Hollabrunn, der im Juni 2026 veröffentlicht wurde, umfasst wichtige Führungsstrukturen sowie Alarmierungs- und Kommunikationswege. Besonders Augenmerk wird auf die Gefahr eines Blackouts und die Trinkwasserversorgung gelegt. Notfallmelde- und Informationsstellen sind in Planung, und die Weitergabe von Notrufen wird über ein eigenes Funknetz erfolgen. Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsorganisationen, Polizei und Zivilschutz ist dabei entscheidend. Denn nur gemeinsam kann man der Bevölkerung schnell und effektiv helfen.
Die Bevölkerung selbst hat auch eine Verantwortung. Es ist ratsam, sich auf mögliche Ausfälle von Strom, Internet, Heizung und Einkaufsmöglichkeiten vorzubereiten. Der NÖZSV empfiehlt, einen Notvorrat für ein bis zwei Wochen anzulegen. Haltbare Lebensmittel, Trinkwasser, Medikamente, Hygieneartikel, Taschenlampen, Batterien und Bargeld sollten zur Grundausstattung gehören. Und wichtig ist auch, dass man individuelle Koch- und Heizmöglichkeiten plant, die ohne Strom funktionieren. Insbesondere besondere Bedürfnisse von Kindern, älteren Menschen und anderen vulnerablen Gruppen sollten nicht aus dem Blick geraten.
Die Rolle der Eigenvorsorge
Eigenvorsorge ist in Krisensituationen entscheidend. Auch wenn Deutschland als eines der sichersten Länder der Welt gilt, zeigen Krisen, dass Sicherheit nicht selbstverständlich ist. Extreme Wetterereignisse nehmen zu, und die Möglichkeit von Cyberangriffen oder Sabotage ist realer denn je. Das lässt sich nicht ignorieren. Wissen, was zu tun ist, ruhig bleiben und sich selbst und andere versorgen, bis Hilfe eintrifft – das sind wichtige Fähigkeiten, die jeder erlernen kann.
Die Notwendigkeit von Vorräten wird ebenfalls unterstrichen. Mindestens zehn Tage sollte man unabhängig überstehen können, das heißt, genügend Nahrung, Trinkwasser, Medikamente und Energiequellen bereithalten. Der BBK empfiehlt, mindestens 20 Liter Trinkwasser pro Person für 10 Tage, haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel anzulegen. Manchmal ist es auch sinnvoll, einen Notfallrucksack mit wichtigen Dokumenten, einer Taschenlampe und Verpflegung für zwei Tage griffbereit zu haben.
Gemeinsam stark
Am Ende sind wir alle gefordert. Die Verantwortung für die Notfallvorsorge liegt nicht nur beim Staat, sondern auch bei jedem Einzelnen. Die kritischen Infrastrukturen sind voneinander abhängig, und Ausfälle in einem Bereich können schnell andere Systeme betreffen. In Hollabrunn und darüber hinaus ist es wichtig, dass die Bürger sich gegenseitig unterstützen und die Gefahr von Krisensituationen ernst nehmen. Nur durch ständige Weiterentwicklung der Vorsorge, regelmäßige Überprüfungen und Übungen der Pläne kann die Region resiliente bleiben.
