Horner Farm-ING gewinnt Econovius mit Spot Spraying und bis zu 90 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel
Großer Erfolg für ein Unternehmen aus Horn: Farm-ING Smart Farm Equipment erhielt am 4. November 2026 in Wien den Econovius. Verliehen wurde der Sonderpreis im Rahmen des Staatspreises Innovation 2026. Ausgezeichnet werden damit kleine und mittlere Unternehmen – Farm-ING setzte sich mit seiner Entwicklung gegen Wettbewerber aus ganz Österreich durch.
Im Mittelpunkt steht das Projekt „Ultra High Precision Spot SprayING – Pflanzenschutz nur dort, wo er wirklich benötigt wird“. Der dazu entwickelte Spot Sprayer erkennt jene Flächen, die tatsächlich behandelt werden müssen, und bringt das Pflanzenschutzmittel gezielt an diesen Stellen aus. Nicht einmal alles überziehen, sondern nur dort sprühen, wo es nötig ist – das ist der Kern der Idee.
Bis zu 90 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel
In der herkömmlichen Landwirtschaft werden Pflanzenschutzmittel häufig gleichmäßig über ganze Flächen verteilt, auch wenn einzelne Teilbereiche gar keinen Bedarf haben. Laut Farm-ING kann der Spot Sprayer den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um bis zu 90 Prozent reduzieren.
Das soll landwirtschaftlichen Betrieben Kosten sparen und zugleich Boden, Wasser und Umwelt schonen. Unternehmensgründer und CEO Gregor Witzmann widmete den Preis dem gesamten Farm-ING-Team, das die Technologie entwickelt, getestet und umgesetzt hat.
Der Weg zum Staatspreis
Der Econovius ist ein Sonderpreis der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) für das innovativste kleine oder mittlere Unternehmen Österreichs. Vergeben wird er im Rahmen des Staatspreises für Innovation, der als höchste staatliche Auszeichnung Österreichs für innovative Unternehmen gilt und herausragende Leistungen kleiner und mittlerer Unternehmen würdigt.
Der Staatspreis wird jährlich vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus gemeinsam mit den Bundesländern vergeben und von der Austria Wirtschaftsservice (aws) abgewickelt. Für die Teilnahme müssen sich Unternehmen zunächst über Innovationspreise der Bundesländer qualifizieren. Farm-ING gelang das über den NÖ Innovationspreis 2026, bei dem das Horner Unternehmen bereits den Sonderpreis „Digitale Innovation“ erhielt.
Precision Farming im Praxistest
Dass digitale und präzise Verfahren beim Pflanzenschutz an Bedeutung gewinnen, zeigt auch das Schweizer Ressourcenprojekt „Pflanzenschutzoptimierung mit Precision Farming“ (PFLOPF). Auf knapp 60 landwirtschaftlichen Betrieben aus Ackerbau, Gemüsebau, Obstbau und Rebbau wurde untersucht, wie sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren lässt.
Nach acht Jahren Projektlaufzeit fällt die Bilanz positiv aus: Das angestrebte Einsparpotenzial von mindestens 25 Prozent kann in vielen Kulturen erreicht werden. Automatische Lenksysteme und Teilbreitenschaltungen gelten inzwischen als ausgereift, einfach zu bedienen und finanziell tragbar; in der landwirtschaftlichen Praxis sind sie bereits breit im Einsatz.
Neuere Verfahren wie das Spot-Spraying, bei dem einzelne Pflanzen gezielt behandelt werden, werden laufend weiterentwickelt. Für diese Technik sieht Agroscope Potenzial, die eingesetzten Pflanzenschutzmittel künftig noch deutlich stärker zu reduzieren.
