Neuer Gutshof in Imst: Ein Meilenstein für nachhaltige Landwirtschaft und Ausbildung
Am 24. September 2026 wurde in Imst ein neues Kapitel für die Landwirtschaft aufgeschlagen. Die Landwirtschaftliche Lehranstalt (LLA) Imst feierte die feierliche Eröffnung ihres neuen Wirtschafts- und Versuchsgebäudes, das nun als moderner Gutshof fungiert. Hier werden jährlich rund 400 SchülerInnen ausgebildet und auf die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft vorbereitet. Der Neubau ersetzt einen über 70 Jahre alten Schweinestall, der längst nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprach und jetzt Geschichte ist.
Die Investitionskosten für das Projekt lagen bei 5,3 Millionen Euro – das ist erfreulicherweise unter dem Budget von 5,6 Millionen Euro, das die Tiroler Landesregierung vorgesehen hatte. Mit einer Nutzfläche von 933 Quadratmetern bietet das Gebäude ausreichend Platz für die Ausbildung in Vieh-, Feld- und Ackerwirtschaft sowie die Verarbeitung und Veredelung landwirtschaftlicher Produkte. Die Kombination von Schule und Forschung steht hier im Mittelpunkt, was die Bedeutung der Erhaltung alten Wissens verdeutlicht.
Nachhaltigkeit im Fokus
Ein besonderes Highlight des Neubaus ist dessen nachhaltige Bauweise. Überwiegend in Holzbauweise errichtet, wurde darauf geachtet, keinen zusätzlichen Boden zu verbrauchen. Dazu kommt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, die mit einer Fläche von 324 Quadratmetern und einer Spitzenleistung von 74,17 kWp für einen optimierten Energieertrag sorgt. Die Wärmeversorgung erfolgt über das Imster Fernwärmenetz, was den ökologischen Fußabdruck weiter minimiert. Zudem wurde bereits die technische Infrastruktur für eine zukünftige E-Tankstelle für Autos und E-Bikes geschaffen – ein echter Schritt in die Zukunft!
Bei der Eröffnung waren Landeshauptmann Anton Mattle und Hochbaureferent LHStv Philip Wohlgemuth anwesend, was die Bedeutung des Projekts für die Region unterstreicht. Es wird nicht nur ein Ort der Ausbildung geschaffen, sondern auch ein Raum für landwirtschaftliches Versuchswesen und die Genbank des Landes Tirol, die sich dem Erhalt und der Erforschung alter Landsorten widmet. Die Verbindung von traditionellem Wissen und modernen Technologien ist hier das Ziel – und das ist auch dringend notwendig, um zukünftige Herausforderungen zu bewältigen.
Agri-Photovoltaik als Zukunftsmodell
Ein spannendes Konzept, das in diesem Kontext immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die Agri-Photovoltaik. Diese innovative Technologie, die landwirtschaftliche Produktion mit erneuerbarer Stromerzeugung verbindet, könnte nicht nur die Effizienz der Landnutzung steigern, sondern auch den Wasserverbrauch in der Landwirtschaft senken. Unterstützung erhalten solche Ansätze von Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger und Bundesminister Cem Özdemir, die die Chancen der Agri-PV für Klimaschutz und Landwirtschaft hervorheben.
Die Kombination aus traditioneller Landwirtschaft und modernen Technologien, wie sie in der LLA Imst umgesetzt wird, könnte eine wichtige Rolle bei der Erhöhung der Resilienz vieler Höfe gegenüber Ernteausfällen spielen. Das ist nicht nur für die Betriebe selbst von großer Bedeutung, sondern auch für die gesamte Region und deren wirtschaftliche Stabilität. Die Eröffnung des neuen Gebäudes ist also nicht nur ein Fortschritt für die Ausbildung von jungen Landwirten, sondern auch ein Schritt in eine nachhaltige und zukunftsorientierte Landwirtschaft.
