SKKU und Universität Innsbruck knüpfen Verbindungen von Quantencomputern bis zum Studierendenaustausch
Am 12. Oktober 2026 war Sam Oh, Distinguished Professor for Global Affairs an der Sungkyunkwan University (SKKU) in Seoul, zu Gast an der Universität Innsbruck. Im Mittelpunkt standen Gespräche über institutionelle Zusammenarbeit, gemeinsame Forschungsaktivitäten und den Studierendenaustausch.
Oh berät an der SKKU den Präsidenten, den Provost und den Vizepräsidenten für globale Angelegenheiten bei internationalen Kooperationen. Beim Empfang in der Claudiana stellten Vertreter:innen beider Universitäten ihre Einrichtungen vor: Thomas Baumgartner, Leiter Internationale Angelegenheiten, Mathias Schennach, Leiter Internationale Beziehungen, Elena Walpoth, interimistische Leiterin International Mobility & Networks, und Maiko Stürz, Leiterin des IWW-Büros.
Von der Claudiana auf den Technik-Campus
Anschließend ging es zum Forschungsschwerpunkt Physik am Campus Technik. Roland Wester und Eric Endres führten Sam Oh über das Gelände und informierten über den Stand der Bauarbeiten am Haus der Physik. Beim Innsbrucker Spin-off Alpine Quantum Technologies (AQT) bekam der Gast eine Einführung in Quantencomputertechnologie.
Auf dem Programm standen außerdem mehrere Labore des Instituts für Experimentalphysik sowie des Instituts für Ionen- und Angewandte Physik. Wegen ähnlicher Forschungsschwerpunkte sollen geeignete Forschende der SKKU mit Kolleg:innen der Universität Innsbruck vernetzt werden. Das klingt nach viel Gesprächsstoff – und nach einer ziemlich dichten Runde durch die Innsbrucker Forschungslandschaft.
Zum Abschluss besuchte Oh den Forschungsbereich Functional Materials Science. Thomas Lörting stellte dort seine Forschung zur Kryochemie des Wassers vor. Auch in diesem Bereich wurden Kooperationsmöglichkeiten besprochen. Die SKKU bringt insbesondere Expertise in der Halbleitertechnologie ein.
Quantencomputer auf dem Weg ins Netzwerk
Die Verbindung zu AQT ist dabei nicht nur ein Besuchspunkt auf dem Campus. Die Universität Innsbruck entwickelt gemeinsam mit dem Spin-off einen Prototypen für ein künftiges Quanteninternet. Quantenprozessoren sollen dabei über mehrere hundert Kilometer per Lichtwellenleiter verbunden werden. Möglich machen sollen das sogenannte Quanten-Repeater.
Das Projekt ist Teil der Quantum Internet Alliance (QIA), an der mehr als 50 Organisationen beteiligt sind. Die Europäische Kommission stellt für das Netzwerk insgesamt 47,5 Millionen Euro bereit, auf österreichische Forscher entfallen 5,4 Millionen Euro.
Zunächst entstehen die Netzwerkverbindungen aus Glasfaserleitungen in den Laboren. Das Ziel reicht aber deutlich weiter: Zwei Netzwerke sollen im Großstadtmaßstab über mehrere hundert Kilometer miteinander verbunden werden. Jedes dieser Netzwerke soll drei Ionenfallen-Quantencomputer umfassen. Die Hardware dafür entwickeln Innsbrucker Forschungsgruppen gemeinsam mit AQT, während Projektpartner in Barcelona die Quanten-Repeater liefern.
In den kommenden Jahren soll das Prototyp-Netzwerk samt notwendiger Steuerungssoftware aufgebaut und in verschiedenen Szenarien getestet werden. Noch bleibt also einiges zu tun – Kabel, Computer, Repeater und Software müssen erst zusammenspielen.
Der Besuch von Sam Oh bildet dafür eine zusätzliche Verbindung auf institutioneller Ebene. Er soll als Grundlage für künftigen Studierendenaustausch und wissenschaftliche Zusammenarbeit in mehreren Bereichen dienen – von der Physik über Quantencomputer bis zur Halbleitertechnologie.
