Weltspartag im Burgenland: Zwischen Spardosen, Vorsorge und 12.000 Euro für den guten Zweck
In Jennersdorf und im gesamten Mittelburgenland ist heute, am 31. Oktober 2026, Weltspartag gefeiert worden. Zahlreiche Gäste kamen in die Filialen, viele Kinder brachten ihre Spardosen mit – und gingen mit Geschenken und Überraschungen wieder nach Hause. Zwischen klappernden Münzen, Gesprächen und dem Duft regionaler Speisen war zu spüren: Der alte Brauch ist quicklebendig, auch wenn sich das Sparen längst verändert.
Die regionalen Banken verbanden klassische Sparangebote mit modernen Vorsorgekonzepten und einem Familienprogramm. Das Ziel dahinter ist durchaus ernst, wurde aber kindgerecht verpackt: Spielerisch sollen die Jüngsten lernen, bewusster mit Geld umzugehen. Neben dem Sparbuch ging es deshalb um digitale Vorsorgemodelle, nachhaltige Investments und spezielle Nachwuchskonten. Bankberaterinnen und -berater informierten über individuelle Lösungen für die finanzielle Zukunft.
Spardosen, Sumsi und viele Gespräche
Gefeiert wurde unter anderem bei der Bank Burgenland, der BKS Bank in Oberpullendorf, der Raiffeisenbank Burgenland Mitte sowie der Raiffeisenbank Draßmarkt-Kobersdorf-St. Martin. In mehreren Filialen waren Vorstände, Geschäftsleiter, Bürgermeister, Mitarbeitende sowie Kundinnen und Kunden dabei. Das Sumsi-Maskottchen sorgte für leuchtende Kinderaugen, dazu gab es regionale Speisen, Getränke und persönliche Gespräche.
Auch in den anderen Bundesländern stehen rund um den Weltspartag persönliche Beratung, Informationen zum Sparen, Geschenke, Gewinnspiele, Veranstaltungen und spezielle Sparangebote auf dem Programm. Der eigentliche Weltspartag wird bei vielen Raiffeisenbanken am 30. Oktober begangen, etliche Häuser veranstalten ihre Spartage schon einige Tage früher. Was Kinder bekommen und welche Aktionen stattfinden, hängt vom Bundesland und von der jeweiligen Raiffeisenbank ab.
In Salzburg gibt es am 30. Oktober Geschenke aus Werkstätten der Lebenshilfe: für Kinder ab drei Jahren einen Gummi-Twister, ab fünf Jahren ein Holz-Knobelspiel und ab zehn Jahren ein Überraschungssackerl. Dazu kommen ein Gewinnspiel um 22 Plätze als Einlaufkinder beim Bundesliga-Spiel FC Red Bull Salzburg gegen LASK am 29. November, ein Puppentheater beim Raiffeisenverband Salzburg und eine Sumsi-Fahrt mit der Pferdekutsche durch die Stadt Salzburg.
Oberösterreich lädt von 27. bis 30. Oktober zu den Spartagen, der Weltspartagsempfang der Raiffeisenlandesbank OÖ fand bereits am 22. Oktober statt. Kinder erhalten dort Plüsch-Sumsi, Mikado, ein Stadt-Land-Fluss-Spiel oder ein Quartett mit österreichischen Bergen. Bei zahlreichen Raiffeisenbanken gibt es zusätzlich Geschenke regionaler Produzenten. In ausgewählten Bankstellen werden Luftballons modelliert, Gesichter geschminkt und Sumsi-Besuche organisiert. Die RLB OÖ bietet bei 30 Monaten Laufzeit Vermögenssparen mit 2,75 Prozent Fixverzinsung pro Jahr und Online-Sparen mit 3,0 Prozent pro Jahr an; selbstständige Raiffeisenbanken haben eigene Konditionen.
In Tirol bekommen Kinder am 30. Oktober in teilnehmenden Banken eine Spardose aus Tiroler Zirbenholz. Weitere Geschenke der Raiffeisen-Landesbank Tirol sind ein Sumsi-Stickeralbum, Socken von Rollin’ Art und der handgefertigte Stoffwal „Hope“ aus dem Caritas-Projekt Abrakadabra. Alle genannten Geschenke wurden in Tirol produziert. Im RAIQA Innsbruck warten Kinderschminken, Zaubershow, Popcorn und Fotobox, in anderen Bankstellen der Landesbank Kinderschminken und Popcorn.
Vom Wunsch zur Wirklichkeit – und manchmal zur Spende
In der Steiermark laufen die „Oktobergespräche“ den gesamten Oktober unter dem Motto „Vom Wunsch zur Wirklichkeit“. Der Weltspartag findet in allen Bankstellen am 30. Oktober statt. Im Mittelpunkt stehen persönliche Beratung zu Wohnen, Vorsorge und Veranlagung sowie digitale Services für alltägliche Bankgeschäfte. Jüngere Kinder erhalten Sumsi-Folienballons, eine Sand-Eimer-Garnitur aus recyceltem Kunststoff oder ein Sumsi-Stickeralbum. Für Vier- bis Sechsjährige gibt es zusätzlich einen Matador-Bausatz oder ein Sumsi-Ludo-Spiel in einer Holzbox.
Kinder und Jugendliche bis 24 Jahre können Kinogutscheine wählen oder alternativ ein magnetisches Geschicklichkeitsspiel, einen Smartphone-Halter oder einen Multi-Scarf aus recyceltem PET. Erwachsene haben die Wahl zwischen steirischem Bio-Wald- oder Kastanienhonig und Wein von Erzherzog Johann Weine. Am Weltspartag werden Maroni, Getränke und Brioche-Striezel serviert.
Rund um den 30. Oktober geht es in Kärnten je nach Region mit Kinderschminken, Hüpfburgen, Zaubershows, Airbrush- und Glitzer-Tattoos sowie Luftballontieren rund. Vielerorts stehen Popcorn, Zuckerwatte und regionale Speisen bereit, Sumsi besucht zahlreiche Bankstellen. In Oberkärnten sind Familienfeste mit Fotoboxen, Bastelangeboten und Mitmachstationen geplant. Einige Banken verzichten auf Erwachsenengeschenke und unterstützen stattdessen regionale Einsatzorganisationen.
Raiffeisen Mittelkärnten spendet zum dritten Mal 15.000 Euro an Feuerwehren in den Bezirken St. Veit und Feldkirchen. Das Geld ist für Nachwuchsarbeit sowie Aus- und Weiterbildung vorgesehen. Kinder erhalten weiterhin Weltspartagsgeschenke.
Im Burgenland lautet das Motto „Spenden statt Geschenke“. Erwachsenengeschenke gibt es nicht; insgesamt 12.000 Euro gehen an sechs gemeinnützige Organisationen: das Burgenländische Hilfswerk, die Caritas Burgenland, den Sterntalerhof, Resonanzraum, MOKI und FEEL AGAIN. Jede Organisation erhält 2.000 Euro. Unterstützt werden unter anderem Projekte für Kinder und Jugendliche, krebskranke Frauen und ältere Menschen. Für Kinder gibt es regional produzierte Jolly-Malstifte.
In 76 Bankstellen stehen Beratung und Sparangebote im Mittelpunkt. Das Sumsi-Konto bietet aktuell 4 Prozent Verzinsung. Bei ausgewählten Anlageprodukten gibt es außerdem eine Gutschrift im Gegenwert einer Jahresvignette 2027.
Von Krems bis Vorarlberg: Spartage nach Hausbrauch
Die Raiffeisenbanken in Niederösterreich organisieren ihre Spartage individuell, Angebote, Geschenke und Öffnungszeiten variieren. Die Raiffeisenbank Krems lädt am 30. Oktober mit Stabilo-Filzstiften, einer Plüschbiene, einem Ladekabel und regionalem Mehl; dazu kommen Sumsi-Besuche, Bastelstationen und Kutschenfahrten. In der Raiffeisenbank im Thayatal laufen die Spartage vom 27. bis 30. Oktober. Erwachsene bekommen unter anderem regionale Äpfel und Mohnzelten, junge Sparer Eislaufplatzkarten, außerdem werden verschiedene Preise verlost. Niederösterreichweit gibt es ein Sumsi-Gewinnspiel mit einem Familienaufenthalt im H₂O Hotel-Therme-Resort in Bad Waltersdorf als Hauptpreis.
Wien nennt seine Aktion „Geldspartage“. Sie laufen bei der Raiffeisen Stadtbank Wien vom 27. Oktober bis einschließlich 2. November. Für Kinder gibt es Klemmbausteine und Stoff-Sumsi, Erwachsene können unter anderem Schoko-Cranberrys, Socken, Kosmetiktaschen und Marillenmarmelade von Staud’s erhalten. Nachhaltigkeit und regionale Produkte haben für die Stadtbank Vorrang.
Als Sparangebot werden 3 Prozent Fixverzinsung pro Jahr bei 18 Monaten Bindung und Einmalerlägen von 1.000 bis 50.000 Euro genannt. Für junge Menschen gibt es das „Flex Depot Young“ ohne Depotentgelt und Transaktionsgebühren bei regelmäßigem Ansparen bis zu einem Depotwert von 30.000 Euro; der maximale Ansparbetrag beträgt 1.000 Euro. Wertpapierveranlagungen sind mit Risiken verbunden. Ein Leser merkte an, dass das Wiener 3-Prozent-Festgeldangebot auf der Website nicht sichtbar sei und dort nur ein 12-Monats-Angebot mit 2,25 Prozent angezeigt werde. Als Aktionszeitraum der Wiener „Geldspartage“ wurde daraufhin der 27. Oktober bis 2. November bestätigt.
Vorarlbergs Spartage finden von 27. bis 30. Oktober statt. Die einzelnen Banken bestimmen Geschenke und Aktionen selbst, ein einheitliches Geschenk gibt es nicht. Teilweise erhalten Kinder Gutscheine für regionale Geschäfte. Geplant sind Clowns, Fotoboxen, Kinderzugfahrten, Mal- und Bastelangebote, Kinderschminken und Fotos mit Sumsi. Dazu kommen Kooperationen mit Feuerwehr und Polizei sowie Kinoveranstaltungen. Einige Banken verzichten aus Umweltgründen auf Luftballons.
Ein alter Brauch mit neuen Fragen
Der Weltspartag wurde 1924 von 135 Sparkassen aus 27 Ländern bei einem Kongress in Mailand gegründet. Nach dem Ersten Weltkrieg und während der Hyperinflation sollte er wirtschaftliche Bildung und finanzielle Stabilität fördern. Unterstützt von Schulen, Medien und Politik entwickelte sich der Tag zu einer gesellschaftlichen Institution. Kinder wurden über die Bedeutung des Sparens informiert, Banken veranstalteten eigene Aktionen. „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ prägte mehrere Generationen.
Österreich feierte am 30. Oktober 2025 den 100. Weltspartag. Das klassische Sparbuch war früher die bevorzugte Sparform, heute liegt der Schwerpunkt stärker auf unterschiedlichen Formen der finanziellen Vorsorge. Laut einer Studie der Erste Bank und Sparkassen wurde 2024 in Österreich so viel gespart wie seit 50 Jahren nicht mehr.
Gerade bei der Generation Z – also bei den zwischen 1997 und 2012 Geborenen – gilt finanzielle Vorsorge für 85 Prozent als zentraler Wert. 48 Prozent investieren bereits in Wertpapiere. Sparen wird damit zunehmend nicht nur als Absicherung verstanden, sondern auch als Beitrag zur Verantwortung gegenüber künftigen Generationen. Auch Deutschland, Italien und andere europäische Länder begehen den Weltspartag. Während das Sparbuch in manchen Ländern weiterhin verbreitet ist, hat sich Österreich stärker modernen Vorsorge- und Anlageformen zugewandt.
Mehr Investitionen in Aktien, Fonds und andere Anlageformen verlangen allerdings mehr Wissen und Beschäftigung mit Finanzthemen. Finanzielle Bildung soll Kenntnisse über Anlageformen vermitteln und für Nachhaltigkeit und Verantwortung sensibilisieren. Die Sparkassen bieten dafür Bildungs- und Vermögensbildungsinitiativen an. Der Weltspartag soll auch künftig finanzielle Bildung, Vorsorge und eigenverantwortliches Handeln fördern – in einer Finanzwelt, in der veränderte wirtschaftliche Bedingungen und neue Technologien zugleich neue Möglichkeiten zur Vermögensbildung und mehr Kontrolle über die eigene finanzielle Zukunft schaffen.
