Am 8. Mai 2026 war es endlich soweit: Ein großes Fest zur Feier des 120-jährigen Bestehens des Aufzuchtshofs Ossiacher Tauern fand statt. Die Veranstaltung, die von der Landwirtschaftskammer Kärnten und dem Landes-Pferdezuchtverband Kärnten organisiert wurde, zog zahlreiche Besucher an. Und das aus gutem Grund! Der Aufzuchtshof, der auf 960 Metern Höhe liegt, wurde 1906 als erster Junghengstaufzuchtshof in Österreich gegründet. Über die Jahre hinweg hat er sich einen hervorragenden Ruf für die Züchtung von Norikern und Haflingern erarbeitet.
An diesem besonderen Tag versammelten sich viele Pferdefreunde, um den traditionellen Weideaustritt von rund 20 Junghengsten zu erleben. Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber hob in seiner Ansprache die Bedeutung dieser Tradition für die Kontinuität, Qualität und das Erbe der Kärntner Pferdezucht hervor. Man merkte, dass die Leidenschaft für die Pferdezucht tief verwurzelt ist. Über 100 Jahre lang werden die Junghengste hier unter natürlichen Bedingungen aufgezogen – eine Praxis, die den Charakter und die Gesundheit der Tiere maßgeblich prägt.
Ein Blick in die Geschichte
Die Wurzeln des Ossiacher Tauerns reichen zurück bis ins Jahr 1513, als er vom Benediktinerkloster Ossiach gegründet wurde. Bereits 1783 ging die Gutsherrschaft in militärische Verwaltung über. Die Tauernmeierei spielte eine zentrale Rolle in der Pferdezucht und wurde als Weidegut bewirtschaftet. 1934 übernahm die Landwirtschaftskammer Kärnten den Hof, um die Tierzucht weiter zu fördern. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Tradition über all die Jahre gehalten hat.
In den letzten zwei Jahren wurden zudem rund 100.000 Euro in die Modernisierung des Aufzuchtshofes investiert. Die Erneuerung des gesamten Bodens des Auslaufs mit rutschfesten Gitterplatten und die Sanierung der Fassade sind nur einige der Maßnahmen, die den Standort fit für die Zukunft machen sollen. Der neue Zaun sorgt dafür, dass die Junghengste sicher in ihrem Umfeld leben können – ein weiterer Beweis für das Engagement zur Pferdezucht in Kärnten.
Ein Fest für die ganze Familie
Der Weideaustrieb am 8. Mai 2026 war nicht nur ein Jubiläum, sondern auch ein Fest für die ganze Familie. Für Verpflegung sorgte das Bildungshaus Krastowitz, und es gab ein musikalisches Rahmenprogramm, das die Atmosphäre noch lebendiger machte. Die Vorfreude auf die Feierlichkeiten war spürbar, und die Besucher konnten sich auf viele interessante Gespräche und Begegnungen freuen. Ein tolles Ereignis, das nicht nur für Pferdeliebhaber, sondern für alle, die die Tradition der Landwirtschaft schätzen, von Bedeutung ist.
Die Pferdezucht in Kärnten ist seit über 100 Jahren ein Teil der landwirtschaftlichen Kultur und wird durch den Landes-Pferdezuchtverband organisiert. Der Pferdezuchtverein K16 Hermagor, gegründet 1950, spielt dabei eine wesentliche Rolle. Mit rund 250 Pferden, darunter 150 aktive Zuchtstuten und 9 Deckhengste, prägt der Verein die Qualität der Noriker- und Haflingerzucht in der Region. Zahlreiche Veranstaltungen, wie Gebietspferdeschauen und Nachzuchtschauen, zeigen das rege Interesse und die Begeisterung für die Pferdezucht.
Die Geschichte des Aufzuchtshofes Ossiacher Tauern ist eine Geschichte von Tradition, Leidenschaft und der ungebrochenen Bindung zur Natur. Es bleibt spannend, wie sich die Pferdezucht in Kärnten weiterentwickeln wird, und was die Zukunft für diese wunderbaren Tiere bereithält.