In der kleinen, aber feinen Welt des Frauenfußballs gibt es immer wieder spannende Entwicklungen. So ist auch die Damenmannschaft des SV Hirter Kraig in aller Munde. Nach einem turbulenten Verlauf der Saison hat das Team den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga geschafft, obwohl es auf dem zehnten Platz landete. Was für eine Achterbahnfahrt! Aber die sportlichen Erfolge kommen nicht ohne Herausforderungen. Die Spielerinnen tragen ihre Heimspiele nun nicht mehr in Kraig, sondern in Guttaring aus, und das hat seine Gründe. Interne Streitigkeiten zwischen den Spielerinnen und dem Vereinsvorstand haben für Unruhe gesorgt. Kapitänin Alissa Lamzari äußerte ihr Bedauern über die Situation und das hat man ihr auch angemerkt.
Verletzungspech war ebenfalls ein ständiger Begleiter. Valentina Urabl hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen, während Alissa Lamzari mit geprellten Rippen und Michelle Terkl mit Sprunggelenksproblemen zu kämpfen hatten. Das wirft natürlich Schatten auf die Leistung des Teams, auch wenn sie sich tapfer geschlagen haben. Die Frage, die nun im Raum steht, ist, ob das Team weiterhin in Guttaring spielen wird oder ob eine Rückkehr nach Kraig in Betracht gezogen wird. Eine Sitzung zur Klärung der Spielstätte ist angesetzt, und Lamzari zeigt sich optimistisch, dass Guttaring die neue Heimat bleiben könnte.
Neuer Wind im Verein
Die Führungsebene hat auch einen Wechsel durchgemacht. Neuer Obmann Gernold Kloiber-Pammer ist offen für eine Rückkehr nach Kraig, hat jedoch noch keine Gespräche mit den Spielerinnen geführt. In der Zwischenzeit bleibt der Obmann-Stellvertreter Ernst Bürger trotz Konflikten mit dem Damenteam im Amt. Auf der Herren-Seite hat Trainer Suad Pozder das Team verlassen, und Manuel Mitterdorfer übernimmt bis Saisonende das Training, bevor Hannes Lassnig die Verantwortung übernimmt.
In der vergangenen Saison startete die Mannschaft mit einem sensationellen Sieg gegen den Wiener Sport-Club, den sie mit 3:1 in der KM-Bau-Arena in Guttaring feiern konnten. Das Rahmenprogramm war ebenfalls ein Hit: Eine Autogrammstunde mit Fußballprofi Martin Hinteregger zog viele Fans an, und nach dem Spiel gab es eine After-Match-Party mit DJ Benji & Gugge. Ein großes Dankeschön geht an die Helfer und die Feuerwehr Guttaring, die für einen reibungslosen Ablauf sorgten!
Die Herausforderung der Sichtbarkeit
<pFrauenfußball hat in Österreich in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit bekommen, aber der Weg zur vollen Professionalisierung bleibt steinig. Im Sommer 2017 erreichte die österreichische Frauenfußball-Nationalmannschaft das Halbfinale der Europameisterschaft in den Niederlanden und sorgte für große Euphorie. Die mediale Präsenz ist zwar gewachsen – es wird jede Woche ein Spiel der Frauenbundesliga im Fernsehen übertragen – doch die strukturellen Herausforderungen sind nach wie vor groß. Viele Spielerinnen müssen neben dem Fußball arbeiten, um über die Runden zu kommen. Über 200 Euro Zusatzkosten pro Monat sind für viele keine Seltenheit.
Stefanie Enzinger, eine ehemalige Nationalteamspielerin, äußert, dass der Frauenfußball seit 2017 nicht ausreichend professionalisiert wurde. Die ungleiche Verteilung von finanziellen Mitteln zwischen Männer- und Frauenfußball behindert die Entwicklung. Da müssen dringend strukturelle Veränderungen her, um den Frauenfußball in Österreich voranzubringen. Es bleibt zu hoffen, dass Initiativen ergriffen werden, um Sponsoren anzuziehen und die Infrastruktur zu verbessern. Der Weg zur Gleichstellung mit dem Männerfußball ist noch lang, aber die Entwicklungen sind vielversprechend.
