Wasserqualität der Kärntner Seen 2025: Ein gemischtes Bild in der Sommerhitze
Der Sommer ist endlich da und mit ihm die unzähligen Badegäste, die sich an den heimischen Seen tummeln. Lange haben wir darauf gewartet, die Sonne auf der Haut zu spüren und ins kühle Nass zu springen. Doch wie steht es um die Wasserqualität unserer geliebten Seen? Das Kärntner Institut für Seenforschung (KiS) hat sich dieser Frage angenommen und die Wasserqualität in einem umfassenden Bericht analysiert. Werfen wir einen Blick auf die Ergebnisse des Seenberichts 2025 und entdecken wir, wie unsere Gewässer abschneiden! Mehr Informationen dazu findest du auch hier.
Die St. Veiter Seen zeigen im Durchschnitt ein gemischtes Bild. Die Einteilung in Trophieklassen gibt uns Aufschluss darüber, wie nährstoffreich oder nährstoffarm ein See ist. Von ultra-oligotroph bis hin zu hypertroph – je weniger Nährstoffe, desto besser die Qualität. Nehmen wir den Längsee als Beispiel. Er bleibt, wie im Vorjahr, mesotroph, was bedeutet, dass die Nährstoffe nicht optimal, aber auch nicht katastrophal sind. Mit einer Sichttiefe von durchschnittlich 3,7 Metern – und maximal 4,8 Metern – ist er im Vergleich zum Weißensee, der über 13 Meter Sichttiefe bietet, eher durchschnittlich. Für alle Fans des Längsees gibt es eine positive Nachricht: Das Strandbad wurde 2024 umfassend saniert und lädt jetzt umso mehr zum Verweilen ein.
Die anderen Seen im Fokus
Der Kraiger See zeigt sich ebenfalls als mesotroph, hat jedoch eine Tendenz zur schwach eutrophen Nährstoffklasse. Hier schwankt die Sichttiefe zwischen 2,2 und 4,5 Metern – nicht gerade berauschend, aber auch nicht das Schlechteste. Spannend ist der Zmulner See, der sich von stark eutroph zu schwach eutroph verbessert hat. Eine positive Entwicklung, die durch einen Rückgang der Gesamt-Phosphor-Konzentration erzielt wurde. Die Sichttiefe hat sich sogar auf maximal 3,3 Meter erhöht. Das ist doch ein Lichtblick!
Kein erfreuliches Bild bietet hingegen der Hörzendorfer See. Er hat die schlechteste Bewertung und ist stark eutroph klassifiziert. Alarmierend sind die Spuren der Quaggamuschel, die das Plankton und damit das Nahrungsangebot im Ökosystem gefährden könnte. Das KiS hat ein Überwachungsprogramm zur Kontrolle dieser invasiven Art implementiert. Leider beträgt die Sichttiefe hier nur maximal zwei Meter – das ist nicht gerade einladend für Schwimmer.
Einflüsse des Wetters und der Temperatur
Doch was hat das Wetter mit der Wasserqualität zu tun? Im Jahr 2025 erlebten wir früh Hitzewellen, die die oberen Seebereiche stark erwärmten, mit Oberflächentemperaturen von bis zu knapp 30°C. Hohe Temperaturen können negative Folgen für die Ökosystemprozesse haben. In geschichteten Seen ist eine Abkühlung auf etwa 4°C im Herbst und Winter nötig, damit der Stoffaustausch zwischen Wasseroberfläche und Tiefenwasser funktioniert. Dieser Austausch ist für die Sauerstoffversorgung und die Nährstoffverfügbarkeit entscheidend. Eine stärkere Erwärmung im Sommer macht diesen Prozess aber schwieriger.
Glücklicherweise führten Regenfälle und kühlere Temperaturen im Sommer zur Normalisierung der extremen Wassertemperaturen. Allerdings waren die Wasserstände zu Jahresbeginn oft niedrig, was trockengefallene Uferbereiche zur Folge hatte. Pflanzen, Algen und Muscheln in Flachwasserzonen mussten tiefer ins Wasser ausweichen oder starben ab. Das hat auch Auswirkungen auf die Fisch- und Insektenpopulationen, die auf diese Lebensräume angewiesen sind.
Ein weiterer besorgniserregender Punkt: Es wurde von sich ausbreitenden Neobiota berichtet. Die invasive Quagga-Muschel hat in mehreren Seen Fuß gefasst, was die Ökosysteme nachhaltig verändert. Auch die toxinbildende Blaualge Tychonema hat sich vermehrt, was sogar zu Badeverboten in einigen Gewässern führte. Die heimische Blaualge Aphanizomenon flos-aquae brachte ebenfalls Badewarnungen an den Altmühlsee. Die Situation bleibt also angespannt.
Bleibt zu hoffen, dass die Wasserqualität in unseren Seen weiter verbessert wird und wir die heißen Sommertage unbeschwert am Wasser genießen können. Schließlich sind unsere Seen nicht nur Erholungsorte, sondern auch Lebensräume für viele Organismen. Ein gesundes Gewässer ist nicht nur ein Gewinn für uns Menschen, sondern auch für die Natur, die uns umgibt.
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