Bei der St. Veiter Gemeinderatssitzung wurde kürzlich ein spannender Bericht über die Prüfung des beliebten Volksfestes, dem Wiesenmarkt, präsentiert. Der Kontrollausschuss hat genau hingeschaut und die Finanzen unter die Lupe genommen. Dabei kam heraus, dass die Kosten für den Wiesenmarkt und das dazugehörige Feuerwerk in diesem Jahr stolze 14.000 Euro betrugen. Es ist nicht zu übersehen, dass die Stadt trotz eines Sparkurses, der erste Erfolge zeigt und das Defizit verringert hat, weiterhin mit hohen Umlagen und Transferleistungen zu kämpfen hat.
Der Wiesenmarkt, der 2023 bereits zum 660. Mal stattfindet, hat eine lange Geschichte, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich als Michaelimarkt bekannt, hat sich dieser Event über die Jahrhunderte hinweg zu einem der größten Volksfeste in Österreich entwickelt. In den letzten Jahren war der Wiesenmarkt allerdings nicht ohne Herausforderungen. 2023 und 2024 verzeichnete das Fest Verluste, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 31.000 Euro erzielt werden konnte.
Tradition und Wandel
Der Wiesenmarkt beginnt am letzten Samstag im September mit einem farbenfrohen Festzug, an dem rund 1400 Teilnehmer aus Kultur- und Traditionsvereinen mitwirken. Die „Freyung“, die symbolisch für Marktordnung und Marktfreiheit steht, wird 14 Tage vor dem Markt auf dem Hauptplatz aufgestellt. Nach dem Festzug wird die Marktordnung durch den „Herold“ verlesen, und der Festtag wird mit einem Traditions-Fassanstich eröffnet. Der Wiesenmarkt hat sich im Laufe der Zeit von einem einfachen Markt zu einem unterhaltsamen Volksfest entwickelt, das bis zu 300.000 Besucher anzieht und einen Umsatz von bis zu 20 Millionen Euro erzielt.
Die Attraktionen sind vielfältig. Von Krämer- und Antiquitätenmärkten über Auto- und Landwirtschaftsschauen bis hin zu Kleintierschauen und Wirtschaftsausstellungen – es ist für jeden etwas dabei. An den Wochenenden finden sich hunderte Fieranten und Marktschreier ein, die das bunte Treiben bereichern. 2016, beim 655. Wiesenmarkt, wurden beispielsweise 150.000 Liter Bier, 20.000 Hühner und 50.000 Würste konsumiert. Kaum vorstellbar, oder? Ein wahres Fest für die Sinne!
Die Herausforderungen der Gegenwart
Der Wiesenmarkt, so beliebt er auch ist, hat seine Tücken. Der Rechnungsabschluss 2025 zeigt, dass die Stadt zwar Fortschritte macht, aber dennoch vor großen finanziellen Herausforderungen steht. Trotz der hohen Kosten und der Verluste in den letzten Jahren gibt es Bestrebungen, die Situation zu verbessern. So wurden Anträge zur Schaffung von Baugrundstücken für Jungfamilien und zum Neubau des Rüsthauses der Feuerwehr eingebracht. Diese Maßnahmen könnten dazu beitragen, die Attraktivität der Stadt zu steigern und neue Impulse zu setzen.
Österreich ist bekannt für seine lebendige Brauchtumskultur. Feste wie der Wiesenmarkt spiegeln nicht nur das gesellschaftliche Leben wider, sondern auch die Verbindung zur Geschichte und zur Natur. Von Erntedankfesten bis zu Neujahrsfeiern – die Traditionen sind ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes. Viele dieser Bräuche, wie das Kegeln oder die Festumzüge, bringen Menschen zusammen und fördern den Gemeinschaftsgeist.
Während der Wiesenmarkt also weiterhin eine wichtige Rolle im Leben der St. Veiter Bevölkerung spielt, bleibt abzuwarten, wie er sich in den kommenden Jahren entwickeln wird. Die Herausforderungen sind groß, doch die Tradition des Wiesenmarktes ist stark und wird sicherlich auch in Zukunft viele Menschen begeistern.