In Kärnten, und besonders im ländlichen Raum, wird die Suche nach Schulleitern immer schwieriger. Früher, da waren die Bewerber für Schulleiterpositionen zahlreich, doch heute ist das Interesse merklich gesunken. Aktuell leiten fünf Schulen in Kärnten, darunter das Fritz-Strobl-Schulzentrum in Spittal, ihre Geschäfte provisorisch. Hans-Jörg Unterkofler ist einer dieser provisorischen Schulleiter und führt die Schule seit fast zwei Jahren. Seine Aufgabe ist bis zur Bestellung einer neuen Schulleitung durch die Bildungsdirektion angesetzt.
Unterkofler vermutet, dass die Anforderungen an Schulleiter in den letzten Jahren komplexer geworden sind. Neben den administrativen Aufgaben müssen Schulleiter nun auch Managementfähigkeiten mitbringen. Die Belastung ist hoch, insbesondere für nicht freigestellte Leiter, die oft mehr als nur einen Vollzeitjob bewältigen müssen. Die Rolle hat sich von einer eher pädagogischen zu einer Management- und Führungsposition entwickelt. Ein schleichender, aber bemerkenswerter Wandel!
Clusterbildung als Lösung
Ein gutes Beispiel für innovative Ansätze in der Schulleitung ist Jasmin Possegger, die seit sechs Jahren Direktorin des Pflichtschulclusters Mittleres Mölltal ist. Ihr Cluster umfasst fünf Schulen und betreut rund 450 Schüler sowie 75 Mitarbeiter. Possegger hebt hervor, dass Schulen unter einer bestimmten Schülerzahl schließen können, während Cluster bestehen bleiben dürfen. Diese Clusterbildung erlaubt es, Ressourcen gemeinsam zu nutzen und ein besseres Bildungsangebot zu schaffen. Fast 95 Prozent der Schüler im Tal bleiben in der Region – das ist doch eine positive Nachricht!
Die Schülerzahlen an der Mittelschule sind seit der Gründung des Clusters sogar gestiegen. Possegger beschreibt ihren Job als Schulleiterin als ein vielschichtiges Tätigkeitsfeld, das Organisation, Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie Konfliktmanagement umfasst. Dabei ist Menschenkenntnis und ein wertschätzender Umgang in der Schulleitung unerlässlich. Besonders kleinere Schulen leiden oft unter der hohen Belastung durch fehlende Unterstützung. Possegger sieht in der Clusterbildung eine mögliche Lösung, um Ressourcen zu bündeln und das Bildungsangebot zu verbessern.
Die Rolle des Ministeriums
Das Ministerium hat diese Entwicklung erkannt und fördert verstärkt die Bildung von Clustern in ländlichen Strukturen, insbesondere wegen der sinkenden Schülerzahlen. Dies könnte langfristig dazu beitragen, die Schulstrukturen in Kärnten zu stabilisieren und die Bildungserfahrung für Schüler und Lehrer zu verbessern. Es bleibt zu hoffen, dass diese Maßnahmen greifen und die Herausforderungen, vor denen die Schulen stehen, gemeistert werden können. Inwieweit die Veränderungen in der Schulleitung auch die Schulkultur beeinflussen werden, bleibt abzuwarten.