In den sanften Hügeln und malerischen Tälern Kärntens lebt ein Mann, der sich auf die Spuren einer längst vergangenen Zeit spezialisiert hat: Werner Vilgut aus Villach. Seit Jahrzehnten ist er ein leidenschaftlicher Sammler von Fossilien und historischen Objekten. Dabei hat er in der Umgebung, besonders im Gailtal, zahlreiche bemerkenswerte Funde gemacht. Versteinerte Pflanzenreste, Holzstücke und Fischfossilien, die rund 15,5 Millionen Jahre alt sind, zeugen von einer fesselnden Erdgeschichte.
Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Vilguts wahre Schätze sind die Fußspuren von Tetrapoden, die unglaubliche 300 Millionen Jahre alt sind. Um sich das vorzustellen: Diese Zeitspanne entspricht etwa 150.000 Mal der Zeit von Christi Geburt bis heute! Einige seiner Funde, die er mit viel Hingabe zusammenträgt, sind sogar im Joanneum ausgestellt. Ein weiteres Highlight stellte seine Entdeckung von über tausend eingepressten Tannenzapfen in Schieferkohle dar, die mittels C14-Methode auf etwa 113.000 Jahre datiert wurden.
Ein Hobby mit Leidenschaft
Werner Vilgut ist kein Geschäftemacher; vielmehr bezeichnet er sich selbst als Hobbyarchäologen. Das Suchen nach Fossilien ist für ihn nicht nur ein Zeitvertreib, sondern eine tiefe Leidenschaft. Bevor er allerdings in die Natur aufbricht, fragt er stets die Grundbesitzer um Erlaubnis und besitzt sogar einen Sammelausweis vom Museum. Außerdem hat er eine beeindruckende Meteoritensammlung, die er aus Afrika mitbrachte – wahrlich ein Mann der Wissenschaft!
Seine Liebe zur Geschichte spiegelt sich auch in seiner umfangreichen Bibliothek wider. Über 3.000 Bücher sind darin zu finden, mehr als die Hälfte davon sind geschichtliche Werke. Und mit einem eigenen historischen Buch, das er „Decius“ nannte und in der römischen Provinz Judäa spielt, hat er sich auch schriftstellerisch einen Namen gemacht. Ein weiteres persönliches Highlight ist sein spezieller Fund vom Nassfeld, den er liebevoll „meinen Donald“ nennt. Das klingt irgendwie charmant und zeigt seine Verbindung zu den Objekten, die er findet.
Fossilien und ihre Bedeutung
Die Welt der Fossilien ist nicht nur ein persönliches Hobby für Vilgut, sondern auch Teil eines größeren wissenschaftlichen Kontextes. Die Paläontologie, die Wissenschaft von Lebewesen und Lebewelten der geologischen Vergangenheit, beschäftigt sich mit Fossilien, die älter als 10.000 Jahre sind. Der Begriff selbst wurde 1822 von Henri de Blainville eingeführt, und Baron Georges Cuvier gilt als einer der Begründer dieser faszinierenden Wissenschaft. Cuvier stellte fest, dass das Leben auf der Erde durch Katastrophen beeinflusst wurde, was später von Charles Lyell widerlegt wurde.
Ein Blick auf die Entwicklung der Paläontologie zeigt, wie vielschichtig und dynamisch diese Wissenschaft ist. Von der geologischen Kartierung bis hin zu präzisen Dokumentationen von Fossilien, die für die Erforschung der Erde und ihrer Bewohner von entscheidender Bedeutung sind, ist die Arbeit der Paläontologen vielfältig. Sie analysieren nicht nur die Zusammensetzung von Faunen und Floren, sondern ziehen auch Rückschlüsse auf die Entwicklungsgeschichte von Ökosystemen. Dabei werden moderne Techniken eingesetzt, um die Geheimnisse der Erdgeschichte zu entschlüsseln.
Für Werner Vilgut bleibt die Suche nach Schätzen aus der Vergangenheit eine spannende Herausforderung. Solange es ihm Freude bereitet, wird er weiterhin durch die Natur streifen und auf Entdeckungsreise gehen. Denn in jedem Stein, in jeder Schicht der Erde, könnte das nächste große Geheimnis verborgen sein.
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