In Wolfsberg, genauer gesagt am Obirweg, sind die Anwohner gehörig genervt. Wieder einmal stehen Baustellen an – und das nicht zum ersten Mal. Die Kelag ist gerade dabei, Glasfaserkabel zu verlegen, und das sorgt für ordentlich Verwirrung. Erst im Sommer 2025 hatte die Österreichische Glasfaser Infrastruktur Gesellschaft (Ögig) hier ein Kabel verlegt und die Straße danach wieder verschlossen. „Das kann doch nicht sein, dass man die Straße schon wieder aufreißt“, denkt sich vermutlich so mancher Anwohner.
Besonders die Anrainersprecherin hat das Gefühl, dass hier etwas schief läuft. Sie äußert Unmut über die fehlende Baustellenkoordination und spricht von Doppelverträgen, die bei den Anwohnern für Verwirrung sorgen. Bürgermeister Alexander Radl von der SPÖ erklärt, dass die Stadt nicht die Verantwortung für die Grabungsarbeiten tragen kann – das ist Sache der Unternehmen. Die Stadt plant sogar eine Asphaltierung des Obirwegs, die allerdings von der Sanierung eines privaten Oberflächenwasserkanals abhängt. Irgendwie ist das alles ein bisschen chaotisch.
Die Problematik der Doppelverträge
Die Anwohner berichten von Doppelverträgen mit Öfiber und Kelag, und das ist nicht nur ein kleines Missverständnis – die Arbeiterkammer hat bestätigt, dass solche Doppelverträge ein bekanntes Problem sind. Oft werden sie jedoch geklärt. Kelag selbst räumt ein, dass es zu Missverständnissen zwischen den Anbietern kommen kann, weist aber vehement zurück, dass die Straße bald wieder aufgerissen wird. Laut Kelag sind nur punktuelle Grabungen am Anfang und Ende der Straße geplant, um die Integration in das Bestandsnetz zu gewährleisten. Das klingt ja fast beruhigend, oder?
Der Geschäftsführer von Ögig, Hartwig Tauber, zeigt sich überrascht über die parallelen Ausbauarbeiten der Kelag und betont, dass ihre eigenen Ausbaupläne bekannt sind. Kelag wiederum erklärt, dass unterschiedliche Projektzeiträume und Genehmigungsverfahren die Gründe für die gleichzeitigen Arbeiten sind. Das klingt fast nach einem klassischen Fall von „Wir wussten nicht, dass die anderen auch arbeiten wollen“.
Überregionaler Kontext
Die Problematik des Doppelausbaus ist nicht nur lokal ein Thema. Ein aktueller Abschlussbericht der Bundesnetzagentur, der bis zum 1. Juli 2025 539 Fälle von Doppelausbau erfasst hat, zeigt, dass dies ein bundesweites Problem ist. Die Telekom beispielsweise startet ihren Ausbau oft in zeitlicher Nähe zu Wettbewerbern oder erschließt lukrative Kerngebiete. Die Wettbewerbsbehörden sind gefordert, da die Dynamik des Glasfaserausbaus sowohl zu Beschleunigungen als auch zu Anpassungen der Ausbauplanungen führt.
Einige Unternehmen, wie die Deutsche Telekom und Glasfaser Plus, haben in den letzten zwei Jahren gezielt auf Ausbauentscheidungen der Wettbewerber reagiert. Sie kündigen dann doppelte Ausbauten an, wo zuvor keine Planungen existierten – ein wahrlich cleverer, aber auch etwas fragwürdiger Schachzug, um die Konkurrenz aus dem Markt zu drängen. Der BREKO fordert daher von der Bundesnetzagentur und der Bundesregierung Maßnahmen, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und die Planungssicherheit für die ausbauenden Unternehmen wiederherzustellen.
In Wolfsberg bleibt es also spannend. Die Anwohner hoffen auf baldige Klarheit und weniger Baustellenchaos, während die Unternehmen ihre Pläne weiterhin verfolgen. Ob die Straßen bald wieder für den Verkehr freigegeben werden können, bleibt abzuwarten. Schauen wir mal, wie sich das entwickelt!
