Am 30. Juni hat Franz Stenitzer, ein langjähriger Notar aus Wolfsberg, seine letzte Unterschrift gesetzt und ist in den Ruhestand gegangen. Diese Entscheidung fiel ihm sicherlich nicht leicht, denn er hat über 40 Jahre in diesem Beruf gearbeitet und wird im Oktober 70 Jahre alt. Stenitzer ist nicht nur ein erfahrener Notar, sondern auch ein Familienmensch – verheiratet, mit zwei Kindern und einer bald vierjährigen Enkelin. Der Abschied von der täglichen Arbeit wird sicherlich eine neue, spannende Phase seines Lebens einläuten, in der er Golf spielen, Rennrad fahren und Skitouren auf der Koralpe unternehmen möchte.

Sein Kanzlei-Partner Jan Horacek hat am 1. Juli die Geschäfte in der Bamberger Straße 4 übernommen. Horacek, der 2002 in die Kanzlei eintrat und 2016 Partner wurde, bringt frischen Wind in die Räumlichkeiten, die seit 1976 den Lavanttaler Bürgern Rechtsdienstleistungen anbieten. Die Kanzlei „Dr. Franz Stenitzer & Partner“ beschäftigt derzeit drei Juristen und fünf Sekretärinnen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Gesellschaftsrecht, in dem sie zahlreiche lokale Firmen betreuen. Die Kanzlei bietet auch Dienstleistungen in Bereichen wie Familienrecht, Liegenschaftsrecht und Erbrecht an. Stenitzers Tochter Lena ist als Notarsubstitutin mit an Bord, was die familiäre Verbindung zur Kanzlei zusätzlich stärkt.

Ein Erbe der Digitalisierung

Stenitzers Amtszeit war geprägt von einem „Megaauftrag“ für die Koralmbahn, der bis zur Inbetriebnahme Ende 2025 andauert. Diese langwierige Aufgabe verdeutlicht, wie wichtig Notare in der heutigen Zeit sind. Gleichzeitig hat Stenitzer die Veränderungen durch die Digitalisierung hautnah miterlebt. Beispielsweise berichtete er von grundlegenden Änderungen in der Arbeitsweise, wie der Einführung des digitalen Grundbuchs. Die Notariatslandschaft ist im Wandel, und auch Horacek wird sich mit diesen Herausforderungen auseinandersetzen müssen.

Ein Beispiel für den Modernisierungsdrang im Notariat ist Andreas-Oliver Meyer, ein Notar aus Celle. Er sieht großes Potenzial für die Digitalisierung im Notarberuf und setzt in seiner Kanzlei bereits KI-gestützte Tools für Organisation und Kommunikation ein. Meyer hat den Notar.Campus gegründet, um einen Raum für Vernetzung und Weiterbildung zu schaffen. Auch er ist der Meinung, dass der Notarberuf moderner werden muss, aber er plädiert für pragmatische Schritte – keine Revolution, sondern eine schrittweise Verbesserung.

Der digitale Wandel im Notariat

Die Digitalisierung spielt eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung des Notariats. Öffentliche Beurkundungen waren lange Zeit papiergebunden, doch seit 2022 erfolgt die Verwahrung notarieller Urkunden im elektronischen Urkundenarchiv. Dies bedeutet, dass Papierurkunden nach ihrer Erstellung eingescannt werden. Ab 2026 wird die elektronische Akte bei Gerichten verpflichtend, was die Abläufe im Notariat erheblich effizienter gestalten wird. Neueste Gesetzesentwürfe schaffen zudem die rechtlichen Grundlagen für die originäre elektronische Errichtung von Urkunden im Präsenzverfahren. Damit wird der doppelte Medienbruch, sprich das Ausdrucken und Einscannen, vermieden und die Authentizität elektronischer Urkunden gesichert.

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Diese Entwicklungen sind nicht nur für die Notare von Bedeutung, sondern auch für die gesamte Justiz. Insbesondere Nachlassgerichte können von der Gesetzesänderung profitieren. Die Zukunft des Notariats liegt in der Digitalisierung, und es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Branche in den kommenden Jahren entwickeln wird.

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