Am 29. Juni 2023, in der warmen Sommerzeit, ereignete sich auf der A2 Südautobahn zwischen Völkermarkt West und Ost ein tragischer Unfall, der uns alle betroffen macht. Ein 42-jähriger Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Klagenfurt, ein Vater von zwei Kindern, verlor dabei sein Leben. Ein weiterer Asfinag-Mitarbeiter wurde schwer verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Asfinag reagierte umgehend und äußerte Bestürzung über den Vorfall. In einer eindringlichen Botschaft appellierten die Vorstände Hartwig Hufnagl und Herbert Kasser an die Autofahrer, mehr auf die Mitarbeitenden zu achten, da die Autobahn deren Arbeitsplatz ist. Diese Botschaft ist nicht nur wichtig, sondern auch notwendig, denn die Gefahren, die dort lauern, sind real.

Vor zwei Wochen, also ganz frisch nach dem Unfall, startete die Asfinag die Verkehrssicherheitskampagne „Meine Mama/mein Papa arbeiten für dich. Danke, dass du aufpasst“. Diese Kampagne wird nun auf allen Überkopfwegweisern der Autobahnen in Österreich angezeigt. Es ist ein kraftvoller Aufruf an alle Verkehrsteilnehmer, die Menschen auf der Straße nicht aus den Augen zu verlieren, die Tag für Tag für unsere Sicherheit arbeiten. Die Kampagne nutzt starke Bilder und emotionale Kurzvideos, die mit den Kindern der Mitarbeitenden gestaltet wurden. Mit einer einprägsamen Botschaft wie „Danke, dass du aufpasst“ wird versucht, eine Verbindung zwischen den Autofahrern und den Beschäftigten der Asfinag herzustellen.

Die alarmierenden Zahlen

Die Situation ist nicht neu. Im Jahr 2025 waren ASFINAG-Mitarbeitende in sechs Unfälle auf Autobahnen involviert, und in den letzten fünf Jahren gab es insgesamt 48 Unfälle mit ASFINAG-Mitarbeitenden, darunter mehrere Schwerverletzte und ein Todesfall. Eine erschreckende Bilanz! Zudem kam im Jahr 2024 ein Mitarbeiter des ÖAMTC ums Leben. Die Hauptursachen für diese Unfälle sind oft Unachtsamkeit und Ablenkung – ein großes Problem, das uns alle betrifft. Eine Umfrage von IFES hat ergeben, dass ein Drittel der Befragten während der Fahrt Nachrichten liest oder schreibt. Das ist einfach nur gefährlich.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurde die Verkehrssicherheitskampagne ins Leben gerufen. Verkehrsminister Peter Hanke hat die Notwendigkeit von Bewusstseinsbildung und modernen Sicherheitstechnologien betont. Die Asfinag testet derzeit ein KI-basiertes Kollisionswarnsystem, das Fahrzeuge ab 300 Metern erkennt und bei einer möglichen Kollision warnt. Das klingt futuristisch, aber es ist dringend notwendig. Das Warnsystem beinhaltet sowohl ein Hupsignal für den Fahrer als auch ein vibrierendes Gerät für die Mitarbeitenden auf der Straße. Sechs Kameras sind bereits im Einsatz, und weitere 21 werden ab Juni 2024 angeschafft. Der Testbetrieb soll bis Ende 2026 laufen, und wenn die Ergebnisse positiv sind, könnte es eine flächendeckende Einführung geben.

Ablenkung am Steuer

Laut dem KFV-Geschäftsführer Christian Schimanofsky und ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl ist Ablenkung die häufigste Unfallursache im Straßenverkehr. Knapp 60% der Autofahrer nutzen während der Fahrt ihr Handy – sei es zum Telefonieren oder zum Nachrichten lesen und schreiben. Besonders besorgniserregend ist der Anteil der Fahrer unter 30 Jahren, bei dem dieser Wert sogar bei 80% liegt! Im Jahr 2023 gab es 569 Unfälle auf österreichischen Autobahnen, die auf Ablenkung zurückzuführen sind – mehr als ein Viertel aller Unfälle. Es ist an der Zeit, dass wir alle unsere Gewohnheiten überdenken.

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Die bestehenden Strafen, die bei 100 Euro liegen, scheinen für viele nicht abschreckend zu wirken. Nur ein Drittel der Befragten sieht dies als ausreichenden Grund, um das Handy beim Fahren wegzulegen. Das zeigt, wie dringend wir an einem Bewusstseinswandel arbeiten müssen. Fast die Hälfte der Autofahrer gibt an, sich ohne Handy im Fahrzeug unwohl zu fühlen. Es ist ein Teufelskreis, der durch die ständige Ablenkung verstärkt wird. Das Bedürfnis, immer erreichbar zu sein, führt zu gefährlichen Situationen, die wir uns alle nicht leisten können.

Die Asfinag betreibt entlang von 2250 km Autobahnen 59 Rastplätze und 108 Parkplätze, was bedeutet, dass durchschnittlich alle 9 km eine Rastmöglichkeit verfügbar ist. Bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h sind es nur knapp vier Minuten bis zur nächsten Raststätte. Es liegt an uns, diese Möglichkeiten zu nutzen und sicherzustellen, dass wir uns nicht von unseren Handys ablenken lassen. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Straßen sicherer werden – für die Mitarbeitenden der Asfinag und alle anderen Verkehrsteilnehmer.

Gerade in einer Zeit, in der wir alle viel unterwegs sind, ist es wichtig, sich der Verantwortung bewusst zu werden, die wir als Autofahrer tragen. Die Sicherheit auf den Straßen kann nicht oft genug betont werden, denn sie betrifft uns alle. Die Kampagne „Meine Mama/mein Papa arbeiten für dich. Danke, dass du aufpasst“ ist ein Schritt in die richtige Richtung, um mehr Sensibilität für die Arbeit der Menschen auf unseren Autobahnen zu schaffen. Die Frage bleibt: Sind wir bereit, darauf zu achten?

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