Neues Bürozentrum „H3“ in Wolfsberg: Ein Zeichen für Wandel und Entwicklung
In Wolfsberg, einer Stadt im Lavanttal, ist die Aufregung groß. Am 15. Juni 2024 wurde der Spatenstich für das neue Bürozentrum „H3“ gefeiert, das auf dem Areal der ehemaligen Lebek-Halle entstehen soll. Diese Halle, die im September 2024 durch einen technischen Defekt im Disko-Bereich bis auf die Grundmauern niederbrannte, hat eine neue Bestimmung gefunden. Die Unternehmerfamilie Lichtenegger, die Eigentümerin des Grundstücks ist, sieht die Nachfrage nach modernen Büroflächen in der Bezirkshauptstadt und möchte mit diesem Projekt eine attraktive Alternative schaffen.
Das Bürozentrum wird auf einem 23.525 Quadratmeter großen Gelände errichtet und hat die Form eines „H“. Geplant sind insgesamt 2576 Quadratmeter neuer Büroflächen, die bis September 2027 bezugsfertig sein sollen. Ein beeindruckender Schritt in der Entwicklung der Region, der die Wertschöpfung und Beschäftigung im Lavanttal fördern soll. Tatsächlich sind zum Baustart bereits knapp zwei Drittel der Mietflächen im dreigeschossigen Baukörper vergeben. Zu den ersten Mietern gehört die Zurich Versicherung, die sich im neuen „Office-Park“ niederlassen wird. Auch „pro mente“ Kärnten wird hier eine neue Heimstätte finden. Das Angebot reicht von einer Tagesstätte für Jugendliche bis hin zu Unterstützung für berufliche und schulische Ausbildung.
Ein Großbrand und seine Folgen
Der Brand in der Lebek-Halle, der am 27. September 2024 ausbrach, war ein erschreckendes Ereignis. Um 2:56 Uhr wurde der Sirenenalarm ausgelöst, und binnen kürzester Zeit waren 200 Einsatzkräfte von 16 Feuerwehren vor Ort. Die starke Rauchentwicklung und die rasche Brandausbreitung führten dazu, dass zusätzliche Feuerwehren nachalarmiert werden mussten. Der Einsatz dauerte insgesamt 54 Stunden und 40 Minuten. Die Feuerwehr musste Atemschutztrupps einsetzen, um den Brand zu bekämpfen, und es kam zu einer dramatischen Durchzündung, die das Gebäude vollständig zerstörte. Die Feuerwehr Wolfsberg blieb bis zum Samstagvormittag im Einsatz, um Brandwache zu halten. Das Ganze war ein riesiger Aufwand, und ehrlich gesagt, die Vorstellung, dass so viele Menschen zusammenarbeiten, um die Flammen zu bekämpfen, ist beeindruckend.
Die Feuerwehr evakuierte mehrere Familien aus angrenzenden Wohnhäusern. Auch zwei Personen aus einer Betriebswohnung wurden in Sicherheit gebracht. Interessanterweise wurde die Brandursache, ein technischer Defekt in der Diskothek, die sich im Gebäude befand, schnell festgestellt. Die Halle, die einst ein beliebter Ort für Feste und Feiern war, wird nun durch moderne Büroflächen ersetzt – ein klarer Wandel in der Nutzung des Areals.
Neue Perspektiven für Wolfsberg
Die Entscheidung der Lichteneggers, in den Bau eines Bürogebäudes zu investieren, könnte als Antwort auf die sich verändernden Bedürfnisse des Marktes gesehen werden. Die Corona-Pandemie hat den Büroflächenbedarf stark beeinflusst. Unternehmen suchen zunehmend nach flexiblen und modernen Arbeitsumgebungen. Laut einer Studie hat sich der Büroflächenbedarf seit der Pandemie verändert, und Nutzer mieten im Schnitt 22 % weniger Fläche. In diesem Kontext wird das neue Bürozentrum „H3“ sicherlich eine interessante Option darstellen.
Darüber hinaus gibt es Überlegungen zur Neupositionierung von Immobilien, um den Anforderungen der Nutzer gerecht zu werden. Es besteht ein wachsendes Interesse an Büroimmobilien, die nicht nur funktional sind, sondern auch Räume für kreativen Austausch und Weiterbildung bieten. Mit einem Investitionsvolumen von 12 Millionen Euro und einem klaren Fokus auf die Ansprüche der heutigen Büroangestellten könnte das Projekt in der Region zur Vorreiterrolle gelangen.
Es wird spannend sein zu sehen, wie sich das Bürozentrum „H3“ entwickeln wird, und ob es den Herausforderungen des modernen Arbeitsmarktes gewachsen ist. Die Familie Lichtenegger hat sich zudem an der Ausschreibung für die zukünftige Unterbringung der Polizeidienststelle Wolfsberg beteiligt, was ebenfalls zeigt, dass hier viel Bewegung ist. Die bestehende Polizeiinspektion in der Lindhofstraße wird nach der Übersiedlung aufgegeben, und das Bundesministerium für Inneres hat noch keine Informationen zum neuen Standort veröffentlicht.
Für die alten Mieter der Lebek-Halle gibt es bereits neue Adressen, und es ist zu hoffen, dass die Region von den neuen Entwicklungen profitiert. Die Gastronom Seppi Berglitsch plant zudem ein neues Spieleparadies für Kinder, was das Angebot in Wolfsberg weiter bereichern könnte. Es bleibt abzuwarten, wie sich die nächsten Schritte gestalten werden und welche neuen Möglichkeiten sich aus diesen Veränderungen ergeben.
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