Generationen im Einklang: Die Heritzer-Familie und ihr Landwirtschaftsbetrieb in Pollheim
In der kleinen Gemeinde Pollheim bei St. Michael, wo die sanften Hügel die Landschaft prägen, lebt und arbeitet eine bemerkenswerte Familie: Anton, Martin und Lukas Heritzer. Großvater, Sohn und Enkelsohn stehen nicht nur als familiäre Einheit, sondern auch als Team an der Spitze eines traditionellen Landwirtschaftsbetriebs. Hier wird nicht nur die Erde bearbeitet, sondern auch ein starkes Band zwischen den Generationen geknüpft. Gemeinsam sitzen sie bei den Mahlzeiten, was für die Heritzers von großer Bedeutung ist. Diese Zusammenkünfte stärken den Zusammenhalt und sorgen für ein familiäres Miteinander, das in der heutigen Zeit oft verloren geht.
Anton, der den Hof im Alter von 25 Jahren von seinen Eltern übernommen hat, gibt sein Wissen und seine Werte an seinen Sohn Martin weiter. Der 44-Jährige ist nicht nur Landwirt, sondern auch gelernter Zimmerer. Verheiratet mit Kerstin, hat er zwei Söhne, Lukas (14) und Florian (10). Lukas wird im kommenden Schuljahr die Landwirtschaftliche Fachschule St. Andrä besuchen – ein Schritt, der zeigt, wie wichtig der familiäre Betrieb für die nächste Generation ist. Der Hof, der mittlerweile in der neunten Generation geführt wird, setzt auf direkte Vermarktung. Die Familie produziert und verarbeitet ihre Produkte selbst und verkauft diese ab Hof sowie auf dem Bauernmarkt am Weiher.
Tradition trifft Innovation
Die Tradition der Heritzers reicht bis in die 1960er Jahre zurück, als Anton und seine erste Frau Sophie die Direktvermarktung ins Leben riefen. Später übernahm Anton den Betrieb zusammen mit Margit, mit der er seit 45 Jahren verheiratet ist. Diese Kontinuität ist nicht nur ein Zeichen des Erfolges, sondern auch der tiefen Verwurzelung der Familie in der Region. Die Heritzers bewirtschaften 28 Hektar Land, auf dem sie Kühe, Jungvieh und Schweine halten. Ihre Produktpalette umfasst nicht nur die klassischen Erzeugnisse, sondern auch warme Speisen und Spezialitäten wie belegte Brote und Ripperl, die sowohl im Buschenschank als auch in der Jausenstation angeboten werden.
Die Übergabe des Hofes von Anton an Martin war nicht nur eine wirtschaftliche Entscheidung, sondern auch ein emotionaler Prozess. In der Landwirtschaft, wo die Zukunft oft in den Händen der nächsten Generation liegt, spielen solche Übergaben eine entscheidende Rolle. Es erfordert viel Planung und Vorbereitung. Hierbei ist es wichtig, die Nachfolger zu schulen und ihnen das nötige Wissen in Agrarwissenschaften und Management zu vermitteln. Auch rechtliche Aspekte dürfen nicht vernachlässigt werden, damit für alle Beteiligten klare Verhältnisse herrschen.
Herausforderungen der Hofnachfolge
Natürlich ist nicht alles rosig. Die Übergabe eines Familienbetriebs kann auch Konflikte mit sich bringen. Emotionale Bindungen und traditionelle Werte können Spannungen erzeugen, die gelöst werden müssen. Klare Strukturen und eine offene Kommunikation sind hier das A und O. Anton, der 2021 nach 21 Jahren die Funktion als Obmann des Landesverbands der bäuerlichen Direktvermarkter zurücklegte, hat viel Erfahrung in diesem Bereich gesammelt. Er war von 2011 bis 2019 Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Kärnten und hat für sein Engagement das Große Ehrenzeichen des Landes Kärnten erhalten.
Das Miteinander von Anton, Martin und Lukas ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Familienunternehmen in der Landwirtschaft funktionieren. Es zeigt, wie wichtig der Zusammenhalt ist und wie eng Tradition und Innovation miteinander verwoben sind. In einer Welt, die sich ständig verändert, bleibt die Landwirtschaft ein Bereich, der im Rhythmus der Generationen agiert. Entscheidungen, die heute getroffen werden, haben oft erst für die nächste Generation Auswirkungen – das erfordert Weitblick und Mut, neue Wege zu gehen.
In Pollheim bei St. Michael wird dieser Geist des generationsübergreifenden Miteinanders ganz großgeschrieben. Die Heritzers sind ein lebendiges Beispiel dafür, wie man mit Respekt und Akzeptanz Herausforderungen meistern kann, während man gleichzeitig die geliebte Tradition aufrechterhält und neue Impulse setzt. Ein Hof wie der ihre ist nicht nur ein Betrieb – er ist ein Zuhause, ein Ort des Lernens und des Wachsens, sowohl für Pflanzen als auch für Menschen.
Für die Zukunft ist das Ziel klar: Die Landwirtschaft im Familienverbund weiterzuführen, dabei aber auch die Herausforderungen des modernen Marktes zu meistern. Die Heritzer-Familie zeigt, dass dies durchaus möglich ist, wenn man fest zusammenhält und den Mut hat, neue Wege zu gehen. In einer Welt, die sich immer schneller dreht, bleibt der Hof der Heritzers ein Ort der Beständigkeit und des Zusammenhalts.
Mehr über die Heritzers und ihre Philosophie des Miteinanders kann in einem interessanten Artikel der Kleinen Zeitung nachgelesen werden.
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