Thermalwasser-Fund sorgt für politischen Aufruhr in Völkermarkt
In der kleinen Gemeinde Völkermarkt rumort es. Ein Bohrloch auf einem Waldgrundstück hat 67 Grad heißes Thermalwasser zutage gefördert. Bürgermeister Thomas Krainz von der SPÖ hat sich nun zu Wort gemeldet und versucht, die Wogen zu glätten. Er widerspricht vehement den Vorwürfen, er wolle sich an diesem Fund bereichern. „Das Grundstück und das Bohrloch gehören nicht nur mir, sondern auch meiner Frau und einer mehrköpfigen Gesellschaft“, erklärt Krainz und gibt zu verstehen, dass er vor allem verhindern wollte, dass „Begehrlichkeiten in Millionenhöhe“ entstehen. Offen, wie er sich gibt, hat er stets transparent über die Bohrversuche informiert und betont, dass er keine öffentlichen Gelder verwenden wollte.
Bei einer Tourismusjahreshauptversammlung gab er Einblicke in die Bemühungen, eine Bohrung durchzuführen. Doch die Diskussion um das Thermalwasser hat sich inzwischen zu einem regelrechten Politikum entwickelt. Krainz sieht „unterschwelligen Neid“ in der Debatte im Gemeinderat. Er hebt hervor, dass die Gesellschaft, an der er beteiligt ist, aus Persönlichkeiten der Region besteht, allerdings kaum heimische Hoteliers in ihren Reihen hat. Ein einstimmiger Beschluss der Gesellschaft besagt, dass das Bohrloch ohne Gewinne weitergegeben werden soll. Trotz dieser Erklärungen fühlt sich Krainz von der Berichterstattung angegriffen. „Ich verstehe diesen medialen Aufschrei nicht“, sagt er und betont, dass das Bohrloch aus seiner Stammparzelle herausgetrennt und somit Eigentum der Bohrgesellschaft ist.
Thermenprojekt in der Warteschleife
Die Geschichte des geplanten Thermenprojekts in St. Kanzian am Klopeiner See zieht sich schon über ein ganzes Jahrzehnt. Bereits am 21. September 2016 fragte ein Mandatar der ÖVP in einer Gemeinderatssitzung nach dem Stand der Dinge. Damals gab Krainz an, dass sich fünf Interessenten gemeldet hätten, jedoch keine positive Rückmeldung von einem Investor vorliegt. „Es gibt gute Gespräche mit einer anderen Investmentgruppe“, versicherte er, und dass er fest an der Realisierung des Projekts festhalten möchte. Bei so viel Einsatz könnte man meinen, die Sache müsste bald ins Rollen kommen. Doch die Realität sieht anders aus.
Als erfahrener Bürgermeister, der seit 2003 im Amt ist und alle Wahlen gewonnen hat, weiß Krainz, wie man in der 4.500-Einwohner-Gemeinde auf die Bremse treten muss. Die SPÖ hat die absolute Mehrheit im Gemeinderat, was ihm einiges an Rückendeckung gibt. Aber die Diskussion um das Thermenprojekt hat sich in der Gemeinde festgefahren. Die ersten Bohrungen, die Krainz 2005 hatte durchführen lassen, ergaben bereits Thermalwasser, und er ist an der gegründeten Thermalwasser Klopein Betriebs GmbH mit 19,5 % beteiligt. Auch eine Kommanditgesellschaft wurde gegründet, in der Krainz und seine Gattin Anteile halten. Inzwischen wird Oskar Preinig, der zweite Vizebürgermeister, als Geschäftsführer der Gesellschaft vorgestellt.
Ein wenig mehr Bewegung könnte auch nicht schaden. Am 20. April 2016 beschloss die Gemeinde eine jährliche Wirtschaftsförderung von 20 Euro pro Einwohner für die Therme, was über zehn Jahre etwa 900.000 Euro ausmacht. Doch der plötzliche Tod von Josef Wund, dem Gründer der Therme Erding, stellte einen Rückschlag für das Projekt dar. Franz Peter Orasch, ein Flughafeninvestor, wurde als neuer potenzieller Investor vorgestellt. In diesem Zusammenhang kaufte die Gemeinde zwei Waldgrundstücke für 1,4 Millionen Euro, um das Thermenprojekt zu unterstützen. Krainz und Preinig stimmten in einer Sitzung zu, 100.000 Euro in die Thermalbad Klopein Entwicklung GmbH zu investieren. Die Lage bleibt angespannt.
Doch die Bedenken sind groß. Immer wieder wird über mögliche Interessenkonflikte diskutiert, vor allem aufgrund von Krainz‘ Beteiligungen an den Gesellschaften, die mit dem Thermenprojekt verbunden sind. Die Frage bleibt, wie sich die Situation entwickeln wird. In Völkermarkt ist die Debatte um das Thermalwasser und das Thermenprojekt ein heißes Eisen, das bei den Bürgern für Gesprächsstoff sorgt. Ob sich das Projekt letztendlich realisieren lässt, bleibt abzuwarten. Die Zeit wird es zeigen.
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