In St. Kanzian am Klopeiner See stehen turbulente Zeiten bevor. Am 1. Juli findet eine Gemeinderatssitzung statt, die ursprünglich geheim gehaltene Tagesordnungspunkte zur geplanten Therme und einem Hotel am Ostufer des Klopeiner Sees behandelte. Nach einer Anfrage der Kleinen Zeitung wurde entschieden, diese Punkte öffentlich zu behandeln. Die Tagesordnungspunkte 16 und 17, die Vereinbarungen zur Therme betreffen, sorgten für Empörung unter den Bürgern. Schließlich gab es keinen ersichtlichen Grund für den ursprünglichen Ausschluss der Öffentlichkeit, wie es in der Kärntner Gemeindeordnung gefordert wird. Ein Antrag, die Punkte in einer öffentlichen Sitzung zu diskutieren, wurde gestellt.

Die Diskussion um die Therme ist nicht neu. Tatsächlich reicht die Idee für ein Thermalbad bis ins Jahr 2005 zurück, als bei Bohrungen 1,7 Kilometer tief 60 Grad heißes Thermalwasser gefunden wurde. Doch eine Umsetzung des Projekts blieb bislang aus. Bürgermeister Thomas Krainz (SPÖ), der seit 20 Jahren im Amt ist und die absolute Mehrheit im Gemeinderat hält, hat immer wieder versucht, das Projekt voranzutreiben. So schloss er bereits 2007 eine Option auf zwei Grundstücke für die Therme ab und brachte das Grundstück, auf dem der Thermalbrunnen steht, in die Betriebsgesellschaft ein. Dabei wurde er zum größten Teilhaber der Thermalwasser Klopein Betriebs GmbH und ihrer Co KG. Krainz verneint jedoch, persönlich von der Thermengesellschaft zu profitieren.

Politische und wirtschaftliche Verstrickungen

In den letzten Jahren gab es mehrere Anläufe, das Thermalbadprojekt zu realisieren, doch alle Versuche scheiterten. 2016 beschloss der Gemeinderat eine Wirtschaftsförderung von 900.000 Euro für die Therme, die jedoch nicht umgesetzt wurde. Ein weiteres Investitionsprojekt mit der belgischen Firma Eco-1-one Environmental Solutions scheiterte 2018 an fehlenden Vorabzahlungen. Derzeit gibt es keinen Investor für das Thermalbad, was die Situation zusätzlich kompliziert. Komischerweise könnte ein anderes Thermenprojekt, das von Unternehmer Martin Merlitsch angestrebt wird, die Grundstückswerte in St. Kanzian beeinflussen. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Plan besser vorankommt.

Die öffentliche Diskussion bleibt spannend. In der Vergangenheit ehrte der Gemeinderat den berühmten Musiker Udo Jürgens, der musikalische Wurzeln am Klopeiner See hat, mit einem Stern auf der Norduferpromenade. Das zeigt, wie sehr die Gemeinde ihre Traditionen schätzt und pflegt. Doch jetzt steht die Zukunft der Therme und die damit verbundenen wirtschaftlichen Möglichkeiten auf der Kippe. Der Gemeinderat wird sich in den nächsten Tagen mit den aktuellen Entwicklungen auseinandersetzen müssen.

Wer mehr über die Situation in St. Kanzian und die geplante Therme erfahren möchte, findet auf kaernten.orf.at weitere Informationen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird und ob das Thermalbadprojekt vielleicht doch noch Realität wird.

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