In Wolfsberg gibt es eine bewegende Geschichte, die das Herz berührt und zum Nachdenken anregt. Christina Plattner, eine Mutter von zwei kleinen Kindern, steht im Mittelpunkt. Sie verlor ihren Mann Bernd, und zwar auf die brutalste Art, die man sich vorstellen kann: an einem Herzinfarkt. Das passierte am 3. April 2020, mitten im ersten Lockdown, als die Welt stillstand und die Trauer umso schwerer wiegen sollte. Bernd war erst 37 Jahre alt. Die beiden Kinder, die sie gemeinsam hatten, sind die kleine Melissa, gerade mal 8 Jahre alt, und der vierjährige Felix. Eine Familie, die auf dem besten Weg war, wurde durch einen Schicksalsschlag auseinandergerissen.
Die Trauerzeit war für Christina besonders herausfordernd. Sie war nicht nur mit ihrem eigenen Schmerz konfrontiert, sondern auch mit den Einschränkungen der Pandemie. Die Möglichkeit, sich mit Freunden oder Familie umarmen zu können, war stark limitiert. Begräbnisse wurden zur Herausforderung, die nicht nur emotional, sondern auch sozial isolierend war. Hinzu kamen Existenzängste: Wie sollte es weitergehen mit dem Hauskredit, den Kindern und ihrem Beruf? Ein Albtraum für viele, aber Christina beschloss, nicht aufzugeben.
Neuanfang in schweren Zeiten
Christina suchte nach neuen Wegen. Sie begann eine Ausbildung zur Cranio-Sacral-Praktikerin und richtete sich einen Praxisraum in ihrem Zuhause ein. Diese Entscheidung gab ihr nicht nur einen Fokus, sondern auch eine Möglichkeit, anderen zu helfen. Außerdem wurde sie Markenbotschafterin für Ringana, wo sie ihre Leidenschaft für natürliche Produkte ausleben kann. Ihre Erfahrungen und die Herausforderungen, die sie durchlebte, dokumentierte sie in ihrem Buch „Wir hatten / haben noch so viel vor“. Ein Titel, der mehr sagt, als man auf den ersten Blick erkennt.
Besonders berührend ist die Initiative, die sie ins Leben rief: die „Bernd-Stein-Reise“ auf Facebook. Hier können Menschen Steine für ihren verstorbenen Mann bemalen und Fotos davon schicken. Es ist eine Art, gemeinsam zu trauern und die Erinnerung lebendig zu halten. Christina spricht offen über ihre Trauer, die Einsamkeit und die Wichtigkeit von Hilfe. Sie möchte eine Anlaufstelle sein für alle, die sich in ähnlichen Situationen befinden. Es ist bemerkenswert, wie sie ihre eigene Trauer nutzt, um anderen Mut zu machen und zur Suche nach Unterstützung zu ermutigen.
Ein neues Zuhause und positive Ausblicke
Vor zwei Jahren kehrte Christina nach Wolfsberg zurück und lebt seit drei Monaten in einem neuen Haus. Ein Umzug, der nicht nur eine neue Adresse, sondern auch einen Neuanfang symbolisiert. Trotz der Herausforderungen, die sie durchlebt hat, sieht sie positiv in die Zukunft. Es ist, als ob sie mit jeder neuen Herausforderung, die das Leben ihr präsentiert, stärker wird. „Du kannst immer neu anfangen“, sagt sie und meint es ernst.
In einer Zeit, in der viele Menschen mit Verlust, Trauer und Einsamkeit kämpfen, ist Christinas Geschichte ein Lichtblick. Sie zeigt, dass es Wege gibt, die aus der Dunkelheit herausführen. Ihr mutiger Schritt, offen über ihre Erfahrungen zu sprechen und anderen zu helfen, ist inspirierend und weckt Hoffnung. Wer mehr über ihre Reise erfahren möchte, kann dies in ihrem Buch nachlesen oder sich der „Bernd-Stein-Reise“ anschließen. Denn das Leben geht weiter – auch nach dem schlimmsten Verlust.
