Am Montag, dem 26. Oktober 2026, wurde am Friedhof Annabichl in Klagenfurt der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Der österreichische Nationalfeiertag stand dabei im Zeichen jener Menschen, die sich für ein freies Österreich eingesetzt hatten.

Beim Mahnmal „Opfer für ein freies Österreich“ nahm Landeshauptmann Daniel Fellner an der Kranzniederlegung teil. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Verein Memorial Kärnten – Koroška unter dem Motto „Kunst als Zeichen des Widerstands“. Durch das Programm führte Mirjam Zwitter-Šlemic.

Erinnern zwischen Kunst und Demokratie

In der Zeremonienhalle sprach Fellner über die Herausforderungen für die Demokratie. Gerade im Umgang mit Künstlicher Intelligenz müsse man Informationen kritisch prüfen und sich eine eigene Meinung bilden, sagte er. Der Österreichische Demokratie Monitor zeige zudem, dass sich jeder Fünfte einen starken Führer wünsche, der sich nicht um Parlament und Wahlen kümmern müsse.

Fellner appellierte deshalb, selbstständig zu denken, Verantwortung zu übernehmen und die Freiheit zu bewahren. Die Gedenkrede hielt der aus Kärnten stammende Theater- und Opernregisseur sowie ehemalige Burgtheaterdirektor Martin Kušej. Unter dem Titel „Mei Hamatle is mei Schatzale – Von einem Ort, an dem noch nie jemand war …“ sprach er über unterschiedliche Vorstellungen von Heimat und darüber, wie Heimat politisch vereinnahmt werden kann.

Stadtrat Franz Petritz vertrat Bürgermeister Christian Scheider. Kunst und Kultur seien für die Gesellschaft von großer Bedeutung, betonte Petritz. Eine gelebte Gedenk- und Erinnerungskultur trage zum Erhalt einer demokratischen und wertschätzenden Gesellschaft bei.

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Gedenkstätte für mehr als 3.100 NS-Opfer

Die Gedenkstätte am Friedhof Annabichl erinnert seit Jahrzehnten an mehr als 3.100 dokumentierte Opfer des NS-Regimes, an den Widerstand sowie an den Kampf und die Verfolgung in Kärnten. An der jährlichen Veranstaltung nahmen auch Vertreter der Stadt- und Landespolitik teil.

Bürgermeister Christian Scheider betonte die Bedeutung des Friedens und des Gedenkens an die NS-Opfer. Die Aufrechterhaltung des Gedenkens sei eine gesellschaftliche Pflicht. Zugleich würdigte er die Arbeit von Memorial Kärnten/Koroška und dankte Alexander Petritz und Walter Oberhauser.

Alexander Petritz, Vorsitzender von Memorial Kärnten – Koroška, hob den Einsatz für Demokratie, Freiheit und einen verantwortungsvollen Umgang mit Geschichte hervor. Gegen faschistische und antisemitische Strömungen wandte er sich ausdrücklich. Memorial Kärnten/Koroška ist eine Klagenfurter Initiative, die sich seit den frühen 1990er-Jahren für die Gedenk- und Erinnerungskultur in Kärnten einsetzt.

Musik und Stimmen aus der Stadt

Auch junge Stimmen kamen zu Wort: Lucas Tschinkel vom Bachmann-Gymnasium sprach zum Erinnerungsjahr. Für die musikalische Begleitung sorgten Tomaž Nedoh, Aleksander Ipavec und Emil Krištof. In den Angaben zur Veranstaltung wird außerdem das Noreia String Quartet als musikalische Gestaltung genannt.

Unter den Teilnehmern waren Altlandeshauptmann Peter Kaiser, der Dritte Präsident des Kärntner Landtags Günter Leikam und Nationalratsabgeordnete Olga Voglauer. Zwischen Kranzniederlegung, Reden und Musik blieb am Annabichler Friedhof jener stille Raum, den ein Gedenken manchmal braucht.