Die Ferlacherin Mag. Dr. Vera Wutti-Incko gewinnt den 19. Kärntner Lyrikpreis der Stadtwerke Klagenfurt. Vor drei Jahren hatte sie noch den dritten Platz belegt. Diesmal setzte sie sich an die Spitze – telefonisch informiert wurde sie über ihren Sieg von Jurymitglied Josef Winkler.

Wutti-Incko, Jahrgang 1959, ist pensionierte AHS-Lehrerin und unterrichtete früher am Slowenischen Gymnasium in Klagenfurt. Sie schreibt Gedichte auf Deutsch und Slowenisch, beschäftigt sich mit Friedenspädagogik und Demokratiebildung und arbeitet derzeit an einem zweisprachigen Lyrikband. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet.

Preisgeld und Goldfeder für die Siegerin

Für den ersten Platz erhält Wutti-Incko 5.000 Euro, eine von der HTL Ferlach angefertigte Goldfeder und eine Urkunde. Die drei Hauptpreisträger bekommen außerdem jeweils eine Glastrophäe der HTL Ferlach.

Den zweiten Platz erreicht die Klagenfurter Juristin Mag. Dr. Anna Wöllik. Sie erhält 1.500 Euro und bezeichnet sich selbst als „heimlich Schreibende“. Dritter wird der gebürtige Klagenfurter Valentin Veratschnig, der heute in Wien lebt. Der Lebens- und Sozialberater bekommt 800 Euro.

Der Preis für slowenische beziehungsweise zweisprachige Einreichungen geht an Mag. Špela Hrastnik aus Klagenfurt. Der vom Slowenischen Kulturverband und vom Zentralverband slowenischer Organisationen vergebene Preis ist mit 1.000 Euro dotiert. Er wurde heuer von 500 auf 1.000 Euro erhöht.

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Weitere Preise erhalten Brigitta Huemer von der PosterServiceGmbH, Verena Schumanski von der Kraftwerkerrichtungs- und Betriebsgesellschaft und Helmut Lirzer vom PEN-Club Austria – jeweils 500 Euro. Simone Schönett aus Wernberg bekommt den Literaturpreis des Landes Kärnten für ihr bisheriges Schaffen in Höhe von 3.000 Euro. Sieglind Demus aus Villach erhält für ihr Lebenswerk den mit 3.000 Euro dotierten Preis der Kulturabteilung der Stadt Klagenfurt. Würdigungspreise gehen an Klaus Oberrauner, Anna Kohlweis, Univ.-Prof. Dr. Anne Sophie Meincke, Dagmar Cechak und Michael Kuscher aus Klagenfurt.

Anonym bewertete Texte, breite Themenpalette

Mehr als 120 deutsch- und slowenischsprachige Einsendungen wurden anonym bewertet. Jährlich nehmen bis zu 200 Personen am Wettbewerb teil. Die Ausschreibung richtet sich an deutsch- und slowenischsprachige Kärntner Autorinnen und Autoren ebenso wie an Kärntner, die in anderen Bundesländern oder im Ausland leben.

Das Thema ist frei wählbar. Eingereicht werden können Gedichte und lyrische Beiträge, darunter abstrahierende, politische oder zeitkritische Texte in gebundener Sprache. Mundarttexte sind ausgeschlossen. Die Themen der eingesandten Gedichte waren breit gefächert.

Für das anonymisierte Auswahlverfahren mussten die Einreichungen per Post übermittelt werden. Bis zu vier unveröffentlichte Gedichte waren in achtfacher Ausfertigung einzureichen, auf den Texten durfte kein Autorenname stehen. Name, kurze Biografie, Telefonnummer und E-Mail-Adresse mussten gesondert beigelegt werden.

Vorsitzender der Fachjury war der Autor und PEN-Club-Vorstand Dr. Günter Schmidauer. Ihr gehörten außerdem der Schriftsteller und Büchnerpreis-Träger Dr. h. c. Josef Winkler, Mag. Katharina Herzmansky, Leiterin des Bachmannhauses und Literaturexpertin, die Schriftstellerin Ilse Gerhard von der IG Literatur, die Lyrikerin und Bibliothekarin Mag. Cvetka Lipuš sowie der Autor Prof. Dr. Harald Raffer an. Raffer, der den Lyrikpreis initiierte, war ohne Stimmrecht dabei. Auf der Ausschreibungsseite wird Ilse Gerhardt als Journalistin und Herzmansky als Kulturexpertin bezeichnet; Cvetka Lipuš scheint dort als „Cvetka Lipus“ auf.

Literatur-Gala am 5. November

Die Stadtwerke Klagenfurt schreiben den Kärntner Lyrikpreis 2026 zum 19. Mal aus. Eröffnet wurde die Ausschreibung am 4. September von STW-Vorstand Erwin Smole. Insgesamt werden Preisgelder von mehr als 15.000 Euro vergeben: 5.000 Euro für den ersten, 1.500 Euro für den zweiten und 800 Euro für den dritten Platz, dazu der slowenische beziehungsweise zweisprachige Preis mit 1.000 Euro, drei weitere Preise zu je 500 Euro von PSG PosterService, KEG und PEN-Club Austria sowie zwei Lebenswerkpreise mit jeweils 3.000 Euro. Zusätzlich werden fünf Ehrenpreise vergeben.

Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 5. November 2026, um 18 Uhr im Klagenfurter Stadthaus statt. Die Stadtwerke-Vorstände Dipl.-Ing. Erwin Smole und Mag. Harald Tschurnig laden zur Literatur-Gala. Die ausgezeichneten Autorinnen und Autoren lesen aus ihren Werken; Musik und Buffet gehören ebenfalls zum Abend. Der Eintritt ist frei.

Das Logo der Veranstaltungsreihe gestaltete der slowenische Künstler Gustav Janus. Der Kärntner Lyrikpreis wurde bereits mehrfach mit dem Maecenas ausgezeichnet. Laut Stadtwerke-Vorstand Erwin Smole soll der Wettbewerb die slowenische Sprache sichtbar und hörbar machen – nicht nur auf dem Papier, sondern mitten in Klagenfurt.