Vor dem Stadtsaal am Hauptplatz in Korneuburg ist kürzlich ein neuer CityCharger in Betrieb gegangen. Damit erweitert die Stadt ihr Netz öffentlich zugänglicher Ladestationen und schafft eine zusätzliche Möglichkeit, Elektroautos direkt im Zentrum zu laden.

Die Station stammt von der Firma Clean Power aus Klosterneuburg und bietet eine Ladeleistung von 30 Kilowatt Gleichstrom (DC). Der Ladevorgang erfolgt sicher nach aktuellen Normen, abgerechnet wird anhand des geeicht gemessenen Stromverbrauchs. Der CityCharger wird in Österreich gefertigt und mit hochwertigen Komponenten ausgestattet.

Mehr als nur Strom für das Auto

Auf der Station sitzt außerdem ein digitaler Werbemonitor. Die Stadtgemeinde kann ihn für Informationen an die Bevölkerung nutzen, lokale Unternehmen können dort Werbebotschaften präsentieren und den Bildschirm dafür buchen. Ein kurzer Blick während des Ladens – und man weiß vielleicht gleich, was sich in Korneuburg tut.

Auch an Notfälle wurde gedacht: Ein rund um die Uhr zugänglicher Defibrillator und ein jederzeit betätigbarer SOS-Notrufknopf sind integriert. Korneuburg gehört laut den vorliegenden Angaben zu den ersten drei Standorten mit einem derart vollausgestatteten CityCharger. In den kommenden Jahren sollen mehrere hundert weitere Standorte in Österreich folgen.

Ökostrom aus der Region

Der CityCharger läuft vollständig mit Ökostrom. Die Energie stammt zu 100 Prozent aus der EEG Clean Power Korneuburg eGen und wird durch die BEG Clean Power Bürgerenergie eGen ergänzt.

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Der Ausbau passt in eine größere österreichische Entwicklung: Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) hat das Programm „eMove Austria“ gestartet. Es soll die Elektromobilität als Beitrag zur Klimaneutralität bis 2040 voranbringen. Dafür investiert das Ministerium 2025 und 2026 fast eine halbe Milliarde Euro; künftig soll der Schwerpunkt vor allem auf öffentlichen Ladestationen und der Schnellladeinfrastruktur liegen.

Vom E-Auto bis zum E-Truck

„eMove Austria“ bündelt mehrere Bereiche. „eCharge“ steht für den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur, „eBus“ für den Umstieg von konventionellen auf emissionsfreie Busantriebe, „eTruck“ für emissionsfreie Lkw-Antriebe und „eRide“ für elektrische Individualfahrzeuge im privaten und betrieblichen Bereich. Die Maßnahmen reichen von Fördermodellen über Reformen bis zu Forschungsprojekten. Bestehende Zuschussprogramme werden an neue Rahmenbedingungen angepasst, die Reformen sollen in den jeweiligen Bereichen ganzheitlich betrachtet und bewertet werden.

Für Besitzerinnen und Besitzer von Elektrofahrzeugen gibt es daneben die Möglichkeit, den für ihr Fahrzeug genutzten Strom einmal jährlich vertraglich an ein nach der Kraftstoffverordnung antragsberechtigtes Unternehmen zu übertragen. Dafür erhalten sie eine finanzielle Abgeltung. Die Unternehmen sammeln Strommengen von privaten Elektrofahrzeugbesitzern und reichen sie beim Umweltbundesamt zur Anerkennung ein.

Mehrere Unternehmen bieten solche Zahlungen in Österreich an. Wie viel dabei herauskommt, hängt von der jeweiligen Kalkulation ab. BMIMI und Umweltbundesamt legen die angebotenen Zahlungen nicht fest und beraten auch nicht bei der Auswahl eines Unternehmens. Zu finden sind die Angebote häufig unter den Bezeichnungen „ePrämie“, „E-Quote“ oder „THG-Quote“.

Übertragen werden können eindeutig und nachvollziehbar gemessene Strommengen, auch jener Strom, der an nicht öffentlichen Ladepunkten – etwa zu Hause – geladen wird. Fehlt eine solche Messung, kann für elektrisch betriebene mehrspurige Fahrzeuge unabhängig von der Fahrzeugklasse eine Pauschale von 1.500 kWh pro Jahr geltend gemacht werden. Für zweispurige Fahrzeuge gibt es keine eigenen Anforderungen und keine abweichenden Pauschalbeträge.