Heute ist der 9.10.2026, und die Donau-Uni Krems hat spannende Neuigkeiten für alle, die sich für nachhaltige Gebäudesanierung interessieren. Im Herbst startet der zweite Durchgang des Lehrgangs „Gebäudesanierung – Strategien für klimaneutrale Bestandsgebäude“. Dieser Lehrgang hat es sich zur Aufgabe gemacht, praxisnahes Wissen zu vermitteln, um die sanierungsbedürftigen Bestandsobjekte in Österreich auf Vordermann zu bringen. Schließlich gibt es hierzulande über 2,4 Millionen Gebäude, von denen fast drei Viertel vor 1980 errichtet wurden. Das bedeutet nicht nur viel Potenzial für Sanierungen, sondern auch einen hohen Sanierungsbedarf, der entscheidend für unsere Energie- und Klimaziele ist.

Der erste Durchgang des Lehrgangs wurde kürzlich erfolgreich abgeschlossen, und der nächste beginnt am 28. Oktober. Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich auf vier Module freuen, die jeweils aus drei Präsenztagen und Online-Phasen bestehen. Die Themen sind so vielfältig wie wichtig: Architektur, Ingenieurwesen, Energieberatung, rechtliche Rahmenbedingungen und Finanzierung stehen auf dem Lehrplan. Und das ist noch nicht alles! Auch die Kommunikation und Partizipation bei Sanierungsprojekten wird großgeschrieben. Denn wie sagt man so schön? Ohne Kommunikation läuft nichts.

Der Lehrgang im Detail

Ein besonders interessanter Bestandteil des Lehrgangs ist die „Phase Null“, die sich mit der Bedarfserhebung zu Beginn eines Sanierungsprozesses beschäftigt. Das kann für viele ein echter Augenöffner sein. Und wer glaubt, dass Sanierungen in Österreich immer reibungslos ablaufen, der irrt gewaltig. Negative Bilder, rechtliche Hürden und der Mietpreisdeckel sind nur einige der Hindernisse, die angegangen werden müssen. Gregor Radinger, der wissenschaftliche Leiter des Programms und Architekt an der Universität für Weiterbildung Krems, betont die Wichtigkeit der Ausbildung, die über die technische Wissensvermittlung hinausgeht.

Die Zielgruppe umfasst Fachleute aus den Bereichen Planung, Bau, Immobilienwirtschaft, Facility Management und Energieberatung. Aber auch Quereinsteiger sind herzlich willkommen. Schließlich braucht es frische Gedanken und Ideen, um die Herausforderungen im Bereich der Sanierung zu meistern. Und wenn man sich die aktuellen Entwicklungen ansieht, ist es klar, dass nachhaltige Lösungen gefragter sind denn je.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Eigentümergemeinschaften

Ein weiterer wichtiger Punkt, den man nicht außer Acht lassen sollte, ist das Wohnungseigentumsgesetz (WEG 2002). Es regelt das Wohnungseigentumsrecht in Österreich und bildet die Grundlage für die Verwaltung von Gebäuden, einschließlich der Sanierungsmaßnahmen. Hierbei unterscheidet man zwischen Erhaltungsmaßnahmen und nützlichen Verbesserungen. Die ordentlichen Maßnahmen sind in der Regel einfacher zu realisieren, wie etwa die Anbringung von Fassadendämmungen oder der Einbau neuer energieeffizienter Fenster. Aber wehe, es wird teuer oder nicht allen Eigentümer:innen kommt es zugute – dann kann aus einer ordentlichen Maßnahme schnell eine außerordentliche werden!

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Für nützliche Verbesserungsmaßnahmen benötigen Eigentümergemeinschaften eine Mehrheit – mehr als 50 % müssen zustimmen, und das ist oft leichter gesagt als getan. Doch mit einem Beschluss nach § 24 WEG können viele Hürden genommen werden, vor allem wenn die Kosten durch Rücklagen gedeckt sind. Das bringt uns zurück zu unserem Lehrgang, der genau für solche Situationen die richtigen Ansätze bietet.

Nachhaltigkeit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Im Kontext der Gebäudesanierung ist es auch wichtig, die gesamtgesellschaftliche Verantwortung im Auge zu behalten. Nachhaltiges Handeln betrifft uns alle, und das Bauwesen spielt dabei eine zentrale Rolle. In Deutschland strebt man beispielsweise an, bis 2045 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Dabei sind Aspekte wie Ressourcenschonung, der Erhalt der Biodiversität und die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen von großer Bedeutung. Österreich kann hier sicher von den Erfahrungen und Strategien der Nachbarn profitieren.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) arbeitet an Instrumenten, die nachhaltiges Bauen fördern sollen. Dazu gehört das Qualitätssiegel für nachhaltige Gebäude (QNG), das auf bestehenden Nachhaltigkeitsbewertungssystemen basiert. Die Bedingungen sind hoch, doch nur so kann der Weg zu einem klimafreundlicheren Gebäudebestand geebnet werden.

Die kommenden Info-Veranstaltungen zum Lehrgang am 13. und 14. Oktober 2026 sind eine großartige Gelegenheit, um mehr über die Inhalte zu erfahren und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Wer sich für die Zukunft der Gebäudesanierung interessiert, sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen.