Am 5. November 2026 ist am Verkehrskontrollplatz Straß im Bezirk Leibnitz ganz genau hingeschaut worden. Polizisten der Landesverkehrsabteilung Steiermark, Beamte der Autobahnpolizeiinspektion Graz-West und Sachverständige der Steiermärkischen Landesregierung führten eine Schwerpunktkontrolle im Schwerverkehr durch.

Bei den technischen Unterwegskontrollen kamen mehr als 100 Verstöße gegen die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten ans Licht. Wegen erheblicher technischer Mängel wurden 17 Anzeigen erstattet. In vier Fällen war die Sache so gravierend, dass die Kennzeichen vorläufig abgenommen und die Weiterfahrt untersagt wurden.

22 Tonnen Lösungsmittel im Tank

Unter den beanstandeten Fahrzeugen war auch ein Gefahrguttransporter mit rund 22 Tonnen Lösungsmittel. Am Tankbehälter stellten die Kontrolleure schwerwiegende technische Mängel fest. Der Transporter durfte den Kontrollplatz nicht verlassen. Das Lösungsmittel wurde noch vor Ort unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen in ein Ersatzfahrzeug umgepumpt – ein Vorgang, bei dem vermutlich niemand leichtfertig hantiert hat.

Der Verkehrskontrollplatz Straß war bereits wenige Wochen zuvor Schauplatz einer weiteren Schwerpunktaktion gewesen. Vom 12. bis 14. Oktober 2026 kontrollierte die Landesverkehrsabteilung Steiermark gemeinsam mit weiteren Behörden in Spielfeld und am Verkehrskontrollplatz Straß an der A9 grenzüberschreitende Abfalltransporte.

Abfalltransporte im Visier

Speziell geschulte Einsatzkräfte prüften, ob die Ladungen korrekt angegeben waren, die erforderlichen Begleitpapiere vorlagen und die gesetzlichen Transportvoraussetzungen eingehalten wurden. Beteiligt waren neben der Landesverkehrsabteilung Fachleute des zuständigen Bundesministeriums sowie Bedienstete von Finanz und Zoll.

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Bei dieser Aktion wurden 164 Übertretungen festgestellt: 142 Anzeigen und 22 Organmandate. 38 Verstöße betrafen das Abfallwirtschaftsgesetz. In 14 Fällen waren die Mängel so schwerwiegend, dass die Weiterbeförderung der Transporte abfallrechtlich unterbrochen wurde.

Dazu kamen acht Anzeigen nach dem Gefahrgutbeförderungsgesetz, 99 Anzeigen wegen Verstößen gegen Lenk- und Ruhezeiten sowie 18 Anzeigen nach dem Kraftfahrgesetz. Zusätzlich führten die Einsatzkräfte 52 Alkoholkontrollen durch.

Rund 25.000 Euro eingehoben

In 27 Fällen wurden vor Ort Sicherheitsleistungen zur Absicherung möglicher Strafverfahren eingehoben. Zusammen mit den Organmandaten belief sich die eingehobene Summe auf rund 25.000 Euro.

Laut Landespolizeidirektion Steiermark sollen solche Kontrollen illegale Abfalltransporte verhindern und mögliche Umweltgefahren frühzeitig aufdecken. Abfälle enthalten häufig wertvolle Rohstoffe, zugleich gelten für ihre Verwertung und Entsorgung strenge Regeln. Die Überprüfungen sollen daher auch gesetzestreue Unternehmen schützen und faire Wettbewerbsbedingungen sichern. Auf der A9 bei Straß blieb es damit nicht bei Papierkontrollen: Ein Gefahrguttransporter musste stehen bleiben, während sein Lösungsmittel gesichert in ein anderes Fahrzeug gepumpt wurde.