Literatur als Brücke: Slowenisch-österreichische Begegnungen im Zeichen des Dialogs
Am Donnerstagabend, dem 22. September 2026, fand im Steinernen Saal des Landhauses Graz eine ganz besondere Veranstaltung mit dem Titel „Literatur verbindet – slowenisch-österreichische Begegnungen“ statt. Organisiert wurde das Event vom Landtagsklub der Steirischen Volkspartei, unter der Führung von Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom und Klubobmann Lukas Schnitzer. Hier ging es nicht nur um Bücher und Gedichte, sondern auch um die Förderung des interkulturellen Dialogs zwischen der Steiermark und Slowenien. Und das ist in Zeiten wie diesen mehr als wichtig!
Die Veranstaltung bot ein abwechslungsreiches Programm mit literarischen Beiträgen von der bekannten Literatin und Theatermacherin Rezka Kanzian sowie der talentierten Lyrikerin und Übersetzerin Daniela Kocmut. Musikalisch umrahmt wurde das Ganze von der Jazzsängerin Tjaša Fabjančič-Lagger, die mit ihren mehrsprachigen Kompositionen nicht nur die Herzen der Zuhörer berührte, sondern auch die kulturellen Brücken zwischen Slowenien und Österreich stärkte.
Kulturelle Verbindungen und Identität
Khom betonte in ihrer Ansprache die Bedeutung der regionalen Partnerschaft sowie den Wert des kulturellen Austauschs. Es ist einfach faszinierend, wie Sprache nicht nur als Kommunikationsmittel dient, sondern auch tief in unsere Identität und unser Heimatgefühl eingreift. Sandra Holasek, die Kultursprecherin, hob diesen Punkt nochmals hervor und machte deutlich, dass solche Veranstaltungen Räume schaffen, in denen Menschen zusammenkommen und sich gegenseitig inspirieren können.
Spela Horjak, die Gesandte der Republik Slowenien, war ebenfalls anwesend. Ihre Anwesenheit zeigt, wie wichtig diese Verbindung auch auf politischer Ebene ist. Die kulturellen Beziehungen zwischen Österreich und Slowenien sind nicht nur ein schöner Gedanke; sie sind eine lebendige Realität, die durch solche Events gefördert wird.
Literarische Vielfalt und Forschung
Die Veranstaltung war jedoch nicht nur ein einmaliges Event. Sie steht im Kontext einer breiteren Forschung zur slowenischen Literatur und zur Kultur von Sprachminderheiten in Österreich. Interessanterweise beschäftigt sich die Forschung hier mit einer transkulturellen und polysystemischen Perspektive. Themen wie autobiographisches Schreiben und literarische Mehrsprachigkeit werden intensiv untersucht. Das zeigt, wie wichtig es ist, auch die Stimmen von emigrierten oder in den slowenischen Sprachraum eingewanderten Autorinnen und Autoren zu hören.
Langjährige Kooperationen, etwa mit dem Institut für slowenische Literatur und Literaturwissenschaften, belegen das Engagement, diesen Aspekt der Literatur weiter zu erforschen und sichtbar zu machen. Werke wie „Literarische Mehrsprachigkeit im österreichischen und slowenischen Kontext“ bringen diese Thematik in den Fokus und zeigen, wie eng verwoben die literarischen Traditionen beider Länder sind.
Ein Blick in die Zukunft
Die slowenische Literatur in Österreich ist ein reichhaltiges Feld, das nicht nur die Werke der autochthonen Kärntner Slowenen umfasst. Es geht ebenso um die Geschichten jener, die aus persönlichen oder politischen Gründen nach Österreich kamen. Die Literatur spiegelt interkulturelle Erfahrungen wider und geht weit über intime, individuelle Welten hinaus. Es ist eine spannende Herausforderung, die Frage nach mononationaler, einsprachiger Literatur zu stellen. Kultur und Kunst sind schließlich von Natur aus multikulturell!
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für diese interkulturellen Dialoge ist der Roman „Engel des Vergessens“ von Maja Haderlap. Darin thematisiert sie den Konflikt zwischen Slowenen und Österreichern während des Zweiten Weltkriegs und gibt damit eine Stimme zu einer oft tabuisierten Geschichte. Haderlap wählte bewusst Deutsch als Sprache, um eine breitere Leserschaft zu erreichen und das Erbe der Kärntner Slowenen in den Mittelpunkt zu rücken.
Der Wieser Verlag spielt eine zentrale Rolle bei der Verbreitung slowenischer Literatur im deutschsprachigen Raum. Lojze Wieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, die kulturellen Erfahrungen von Minderheiten zu fördern und sichtbar zu machen. Es ist klar: Die Literatur, die in diesem Kontext entsteht, ist ein bedeutendes Thema in der aktuellen Literaturwissenschaft.
Eine solche Veranstaltung wie „Literatur verbindet“ ist also nicht nur ein kulturelles Highlight, sondern auch ein Schritt in eine Zukunft, in der interkultureller Austausch und Verständnis an erster Stelle stehen. Und das ist einfach nur schön!
