Am 5. Dezember 2026 wird es am Hauptplatz in Öblarn wieder laut, dunkel und schließlich hell: Um 19 Uhr steht das traditionelle Kramperl- und Nikologehen auf dem Programm. Urtümliche Gestalten treten auf, das Geschehen kreist um das Ringen zwischen Gut und Böse. Am Ende siegt das Licht über die Finsternis – und der Nikolaus verteilt Geschenke an die Kinder.

Für Familien ist das Schauspiel gut zugänglich. Kinder können sich die Krampusse und ihre Begleiter gefahrlos aus der Nähe ansehen; die Rute kommt dabei nicht zum Einsatz. Es geht um die Vermittlung alten Brauchtums, nicht um Gewalt. Gerade dieser Gegensatz macht den Abend aus: ein ordentliches Krampusgetöse, aber ohne dass jemand Angst haben muss.

Ein Spiel mit langer Geschichte

Das Öblarner Krampusspiel gilt als gelebtes Brauchtum in der Vorweihnachtszeit. Erzherzog Johann sah bei seinem Besuch in Öblarn im Jahr 1816 bereits Auszüge des Spiels. Seit 2014 gehört es zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe.

Anfang Dezember wird das traditionelle Krampusspiel alljährlich am Marktplatz in Öblarn aufgeführt. Das Volksschauspiel basiert auf Originaltexten aus dem 18. Jahrhundert und zählt zu den letzten Volksschauspielen dieser Art in der Steiermark. Für die richtige Krampusstimmung sorgen Figuren wie „Schab“, „Graßteufel“ und „Flechtenmann“. Auch das „Sommer-Winterspiel“ wird aufgeführt.

Wer sich vorab ein Bild machen oder später nachsehen möchte, findet aktuelle Informationen, Bilder und weitere Tätigkeiten auf der Facebook-Seite des Krampusspiels.

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Zwischen wilder Jagd und Barbarazweigen

Der Termin fällt in eine Jahreszeit, in der alte Vorstellungen besonders dicht beieinanderliegen. Die Rauhnächte galten lange als besonders bedrohlich. Nach Überlieferungen der germanischen Mythologie ist in dieser Zeit die „Wilde Jagd“ unterwegs: Eine Heerschar von Dämonen jagt durch die Lüfte und soll Unglück bringen.

In vielen Regionen Österreichs hält sich deshalb der Brauch, zwischen Weihnachten und Neujahr keine Wäsche aufzuhängen. Der Überlieferung zufolge könnte sich die Wilde Jagd darin verfangen. Bei Perchtenumzügen im SalzburgerLand wird außerdem die „Habergoaß“ dargestellt, ein ziegenähnlicher, gehörnter Dämon, der der Überlieferung nach mit einem Tragekorb Kinder forttragen soll.

Neben diesen bedrohlichen Bildern gibt es auch positive heidnische Winterbräuche. Die Mistel gilt in der germanischen Mythologie als Symbol des Glücks. Zu Weihnachten werden daher Mistelzweige im Türrahmen aufgehängt; Paare küssen sich darunter und verbinden das mit Glück in der Liebe.

Am 4. Dezember, dem Namenstag der Heiligen Barbara, kommen abgeschnittene Obstzweige – traditionell Kirschzweige – in eine Vase. Blühen die sogenannten „Barbarazweige“ am Heiligen Abend, gilt das als Zeichen für Glück im neuen Jahr. In Öblarn beginnt die Vorweihnachtszeit dagegen erst einmal mit Glocken, Masken und dem Nikolaus am Hauptplatz.

Quelle: MeinBezirk.at
Weitere Informationen: krampusspiel.at
Hintergrund zu Rauhnachtsbräuchen: Austria.info