Eine Abordnung der Bergrettung Stainach ist nach Donnersbachwald gekommen, um Theo Dürr zu seinem 80. Geburtstag persönlich zu gratulieren. Auf seiner Mörsbachhütte wurde gefeiert, geredet und auf viele gemeinsame Jahre angestoßen.

Dürr war über Jahrzehnte aktives Mitglied der Ortsstelle Stainach und des Alpinen Rettungsdienstes Grimming. Mit Engagement, Erfahrung und Kameradschaft prägte er die Arbeit der Bergrettung. Für die ehemaligen Kameraden war der Besuch deshalb mehr als ein Höflichkeitstermin: Sie dankten ihm ausdrücklich für seine jahrzehntelange Verbundenheit.

Verbunden mit der Ortsstelle

Auch nach seiner aktiven Zeit ist Theo Dürr der Bergrettung Stainach eng verbunden. Bei Notfällen im Mörsbachtal unterstützt er die Einsatzorganisation weiterhin. Die Besucher blickten auf der Hütte gemeinsam auf die langjährige Kameradschaft zurück und feierten den runden Geburtstag – vermutlich mit reichlich Gesprächsstoff und jener unkomplizierten Atmosphäre, die man von einem Treffen alter Bergrettungskameraden erwarten darf.

Die Bergrettung Stainach wünschte dem Jubilar Gesundheit, Freude und viele weitere Stunden rund um seine Hütte in den Bergen. Der Bericht über den Hüttenbesuch wurde am 3. November 2026 veröffentlicht.

Ein österreichweites Netz für alpine Notfälle

Die Ortsstelle Stainach ist Teil des Österreichischen Bergrettungsdienstes (ÖBRD). Der als Verein organisierte Dachverband mit Sitz in Wien führt den Bergrettungsdienst in Österreich durch und ist in sieben eigenständige Landesorganisationen gegliedert. Die Zuständigkeitsbereiche entsprechen grundsätzlich den Bundesländergrenzen; Niederösterreich und Wien werden gemeinsam betreut, für das Burgenland gibt es keine eigene Landesleitung.

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In Österreich gibt es ungefähr 300 Ortsstellen mit rund 12.000 freiwilligen Bergretterinnen und Bergrettern. Jährlich absolvieren sie etwa 7.000 Einsätze, rund 60 Prozent davon auf Skipisten. Weitere Hilfeleistungen führen auf Wanderwege, Almen, in Schrofen, Rinnen, Schluchten, Wälder und Wiesen. Etwa zwei Prozent der Einsätze finden im Fels statt, ungefähr ein Prozent im Eis.

Die Hauptaufgabe des ÖBRD ist die Rettung verletzter Personen aus unwegsamem Gelände, wenn Feuerwehr oder Rotes Kreuz wegen der Ausrüstung oder der örtlichen Gegebenheiten nicht helfen können. Außerdem suchen die Einsatzkräfte nach vermissten Personen in allen Geländearten, oft gemeinsam mit Feuerwehren und anderen Rettungsorganisationen. Bei Alpinunfällen liegt die Einsatzleitung während der Rettungsmaßnahmen grundsätzlich bei der Bergrettung. Ausnahmen bilden Großereignisse und Katastrophen mit eigenem Einsatzleiterstab sowie Einsätze, bei denen die Bergrettung eine andere Organisation unterstützt – etwa bei einem Autounfall in abschüssigem Gelände.

Der österreichweite Bergrettungsnotruf ist unter 140 erreichbar und verbindet mit der zuständigen Rettungsleitstelle. Fehlt das Netz des eigenen Mobilfunkanbieters, kann über 112 der Euronotruf ausgelöst werden; in Österreich nimmt ihn die Polizei entgegen. Für jeden Mobilnotruf muss zumindest das Netz eines Anbieters verfügbar sein. Bei schwacher Verbindung können SMS und störungsarme Nachtzeiten hilfreich sein – und nebenbei den Akku schonen.

Von der Rax bis zu den Ortsstellen

Als Anlass für die Gründung einer organisierten alpinen Rettung gilt ein Lawinenunglück am Reißthalersteig auf der Rax am 8. März 1896. Die Bergsteiger Josef Pfannl, Max Schottik und Fritz Wannieck wurden verschüttet und erst nach tagelanger Suche tot geborgen. Am 24. April 1896 veranstaltete der Österreichische Alpenklub in Wien einen Diskussionsabend zur Organisation eines Bergrettungsdienstes. Mehrere alpine Vereine beschlossen am 11. Mai 1896, eine zentrale Stelle für alpine Unglücksfälle einzurichten.

Daraus entstand unter der Leitung von Heinrich Krempel der Alpine Rettungsausschuß Wien (ARAW). Er gilt als weltweit erster organisierter Bergrettungsdienst und als Vorläufer des heutigen ÖBRD. Weitere alpine Rettungsorganisationen folgten: die Alpine Rettungsgesellschaft Innsbruck und der Alpiner Rettungsausschuß München, beide 1898, der Alpiner Rettungsausschuß Salzburg 1901 und der Alpiner Rettungsausschuß Graz 1902.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 gingen die Rettungsorganisationen in der Deutschen Bergwacht auf. 1939 übernahm die Bergwacht zusätzlich Aufgaben im Naturschutz. Im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurden Bergwachtmänner als Hilfspolizisten vereidigt; ab 1944 unterstand die Bergwacht militärischen Stellen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 der Österreichische Bergrettungsdienst gegründet, die bisherigen Rettungsstellen wurden zu Ortsstellen. Die ersten Lawinenhunde setzte der ÖBRD nach dem Krieg ein: Tirol hatte im Katastrophenwinter 1950/51 drei Hunde, in Salzburg legte 1954 der erste Hund seine Prüfung ab. In Oberösterreich wurden ab 1974 Hunde und Hundeführer auf der Dümlerhütte ausgebildet.

Frauen, Flugrettung und Prävention

Seit Mitte bis Ende der 1990er-Jahre werden Frauen in die Bergrettung aufgenommen. Anfang 2013 gab es unter rund 12.300 Mitgliedern 473 Frauen. Die Frauenanteile lagen in Niederösterreich/Wien bei etwa 7,5 Prozent, in Vorarlberg bei 5,9 Prozent, in der Steiermark bei 4,1 Prozent, in Kärnten bei 3,45 Prozent, in Salzburg bei 2,95 Prozent, in Tirol bei 2,81 Prozent und in Oberösterreich bei 2,15 Prozent.

Absolut gab es in Tirol mit 123 die meisten Bergretterinnen. In Steinach am Brenner war dort die erste Ortsstellenleiterin tätig. Die Landesleitung Niederösterreich/Wien ist in die Gebiete Süd, West und Mitte gegliedert und umfasst etwa 30 Ortsstellen mit rund 1.300 Mitgliedern. Die übrigen Landesleitungen bestehen für Salzburg, Steiermark, Oberösterreich, Kärnten, Tirol und Vorarlberg.

In Vorarlberg organisiert und betreibt der ÖBRD im Auftrag des Landes die Flugrettung. Dafür bestehen Verträge mit dem Christophorus Flugrettungsverein für Christophorus 8 und mit der Firma Wucher für Gallus 1. Bereits 1952 erhielt der ÖBRD einen Karl-Renner-Preis.

Neben den Einsätzen setzt der Verband auf Vorbeugung. Ein Präventionsprogramm informiert über Unfallvermeidung und über eine kostengünstige Bergekostenversicherung im Rahmen eines Fördererprogramms. Zunächst wurde das Programm von der Tiroler Landesleitung vorangetrieben, inzwischen wird es von allen sieben Landesleitungen getragen.

An der Spitze des Bundesverbandes stand Reinhold Dörflinger von 1996 bis 2010, danach Franz Lindenberg von 2010 bis 2017. Seit November 2017 ist Stefan Hochstaffl Präsident. Martin Gurdet ist seit Februar 2015 Geschäftsführer des Bundesverbandes. Und in Stainach bleibt bei all den großen Strukturen der einzelne Kamerad wichtig – einer wie Theo Dürr, der der Bergrettung auch mit 80 Jahren im Mörsbachtal noch zur Seite steht.