Chili und Eintopf helfen Frauen in schwierigen Lebenssituationen
In Mistelbach wurde beim Freitagsmarkt wieder für einen guten Zweck aufgekocht: Schülerinnen und Schüler der HLW/FW Mistelbach beteiligten sich gemeinsam mit der Kolpingfamilie an einer Spendenaktion zugunsten des Frauenhauses. Im Unterricht hatten die Jugendlichen Chili con Carne und einen vegetarischen Eintopf zubereitet.
Die dafür benötigten Lebensmittel stellte die HLW/FW Mistelbach bereit. Am Markt wurden die Speisen gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Kolpingfamilie an zahlreiche Besucherinnen und Besucher ausgegeben. Wer wollte, konnte dafür freiwillig spenden. Die Einnahmen kommen dem Frauenhaus zugute und unterstützen Frauen in schwierigen Lebenssituationen.
Kochen, helfen, hinschauen
Direktorin Mag. Elfriede Eisenecker und Fachvorständin Eva Hauska würdigten die Hilfsbereitschaft und das Engagement der Jugendlichen. Ihr Dank galt den Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften, der Kolpingfamilie sowie allen Besucherinnen und Besuchern, die ihren Beitrag geleistet haben.
Wofür diese Unterstützung gebraucht wird, zeigt der Blick auf die Arbeit des Frauenhauses Mistelbach. Gewalt gegen Frauen und Kinder kann mit Beschimpfungen, Bedrohungen und Demütigungen beginnen, aber auch Unterdrückung, Anschreien, Kontrolle, Angst machen, Druck und Schuldzuweisungen umfassen. Sie reicht bis zu Schlägen und Würgen oder dem Erzwingen sexueller Handlungen.
Frauenhäuser bieten betroffenen Frauen rasch und unbürokratisch Unterkunft und Schutz. Sie helfen dabei, den Gewaltkreislauf zu unterbrechen, und geben Zeit und Raum, um über die weitere Lebensgestaltung für sich und die eigenen Kinder nachzudenken. Qualifizierte Mitarbeiterinnen begleiten und beraten die Frauen auf dem Weg zu einem selbstbestimmten und gewaltfreien Leben.
Schutz für Mütter und Kinder
Kinder, die mit ihren Müttern in ein Frauenhaus kommen, haben direkt oder indirekt Gewalt erlebt und befinden sich damit selbst in einer schwierigen Situation. Für sie gibt es professionelle Unterstützung und eine Vertrauensperson.
Im Frauenhaus Mistelbach wohnen Frauen mit ihren Kindern in einer eigenen kleinen Wohneinheit mit Bad und WC. Küche und Wohnzimmer werden mit anderen Frauen und Kindern geteilt. In Notfällen ist eine Aufnahme rund um die Uhr möglich. Zusätzlich zur Betreuung der Bewohnerinnen bietet das Frauenhaus telefonische und ambulante Beratung für gewaltbetroffene Frauen an.
Auch der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) weist in einem Newsletter auf Frauenhelplines in Europa sowie auf internationale und europäische Rahmenbedingungen hin. Frauenhelplines gelten als erster sicherer Zugang zu Beratung, Schutz und weiterer Unterstützung für Frauen, die Gewalt erleben.
Prävention bleibt auf der Tagesordnung
In Österreich wird außerdem das Gewaltpräventionsprojekt „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ am Standort Wels fortgeführt. Die Weiterführung betrifft die Gewaltprävention in Oberösterreich. Eine Pressemitteilung des AÖF dazu ist auf den 17. September datiert, als Ort wird Wien angegeben.
Zusätzlich ist eine hybride Pressekonferenz zur österreichweiten Weiterfinanzierung von „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ angekündigt. Dabei sollen die Ergebnisse einer Wirkungsanalyse des Instituts für Konfliktforschung (IKF) vorgestellt werden.
Und noch ein Termin steht im AÖF-Hinweis: Für Freitag, den 2. Oktober 2026, ab 15:00 Uhr wird eine Veranstaltung in der Padelzone Vösendorf angekündigt. Teilnehmen sollen Teams aus Wirtschaft, Sport und Gesellschaft. In Mistelbach war es derweil der Duft von Chili und Eintopf, der beim Freitagsmarkt viele Menschen an den Stand lockte.
