In der evangelischen Kirche in der Scheffergasse wurde es am 30. Oktober 2026 ungewöhnlich lebendig – und später ungewöhnlich still. Die Evangelische Pfarre Mödling veranstaltete ihren sogenannten „Kirchenschlaf“ und lud die neuen Konfirmanden dazu ein, in Schlafsäcken direkt in der Kirche zu übernachten.

22 neue Konfirmanden trafen sich mit ihren Konfihelfern und Pfarrer Markus Lintner im Lichthaus und in der Kirche. Der Abend war zugleich der Konfi-Kick-off der evangelischen Pfarrgemeinde Mödling und damit der Auftakt zur Vorbereitung auf die Konfirmation, die zu Pfingsten stattfinden soll.

Workshop, Gesang und eine Nacht in der Kirche

Auf dem Programm standen ein Stationenworkshop, gemeinsames Singen und verschiedene Aktivitäten zum gegenseitigen Kennenlernen. Danach wurden die Schlafsäcke ausgerollt. Statt heimzugehen, blieben die Jugendlichen gemeinsam in der Kirche – eine Übernachtung, die im Alltag wohl nicht alle Tage vorkommt.

Am nächsten Morgen ging es mit einem Jugendgottesdienst weiter. Gestaltet wurde er von Jugendlichen des vergangenen Konfirmandenjahrgangs. Für die neuen Konfirmanden war damit gleich sichtbar, wohin die gemeinsame Zeit führen kann.

Was zur Konfirmation dazugehört

Die Konfirmation gilt in der Evangelischen Kirche als Bestätigung der Taufe. Bei der Taufe entscheiden meist die Eltern über die religiöse Zugehörigkeit ihres Kindes. Mit der Konfirmation bekennt sich der junge Mensch selbst zu Gott und zur gewählten Religion.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

In Österreich findet die Konfirmation meist im Alter von 13 bis 15 Jahren statt, möglich ist sie auch später. Die Anmeldung erfolgt über das Pfarramt. Der Konfirmandenunterricht läuft während eines Schuljahres und unabhängig vom schulischen Religionsunterricht in der eigenen oder einer gewählten Pfarrgemeinde.

Zum Unterricht gehören das Kennenlernen der Gemeinde, Gespräche mit Pfarrerinnen und Pfarrern über den Glauben sowie die Vermittlung von Grundsätzen und Geschichte der gewählten Religion. Konfirmandenfreizeiten, Spiele, Filmabende und Ausflüge können ebenfalls dazugehören. In vielen Gemeinden endet das Konfirmandenjahr mit einem Konfirmanden-Quiz vor der Gemeinde; meist etwa eine Woche später folgt die Konfirmation im Sonntagsgottesdienst. Der konkrete Ablauf kann von Gemeinde zu Gemeinde verschieden sein.

Taufe, Rechte und viele praktische Fragen

Auch ungetaufte Kinder können am Konfirmandenunterricht teilnehmen. Die Taufe erfolgt dann meist kurz vor der Konfirmation – eine Konfirmation ohne vorherige Taufe ist nicht möglich. Für die Kirchenmitgliedschaft reicht die Taufe.

Mit der Konfirmation erhält man unter anderem das Recht, Pate zu werden, eine Nottaufe vorzunehmen, als Erwachsene oder Erwachsener an kirchlichen Wahlen teilzunehmen und in kirchliche Ehrenämter gewählt zu werden. Wer ein Patenamt übernehmen möchte, muss konfirmiert sein. Die offiziellen Aufgaben der Patinnen und Paten enden mit der Konfirmation, weil damit die christliche Erziehung als abgeschlossen gilt; persönliche Kontakte können natürlich darüber hinaus bestehen bleiben.

Grundsätzlich findet der Unterricht in der zuständigen Pfarrgemeinde statt. Bei guten Gründen kann aber auch eine andere Gemeinde angefragt werden. Und selbst bei der Feier gibt es Spielraum: Wie fotografiert oder gefilmt werden darf, regeln die Gemeinden unterschiedlich. In den meisten ist es erlaubt, oft soll allerdings nur eine Person fotografieren oder filmen, damit während des Gottesdienstes nicht zu viel Unruhe entsteht. Ist es dabei nicht gestattet, können meist danach Bilder gemacht werden.

Die Kleidung soll dem festlichen Anlass entsprechen, konkrete Vorstellungen unterscheiden sich aber je nach Ort und Tradition. Das lässt sich mit dem Kind und der Gemeinde besprechen. Als Geschenke sind Geld, Bücher, Schmuck, CDs oder persönliche beziehungsweise einmalige Gaben verbreitet. Der Konfirmationsspruch wiederum soll die konfirmierte Person im Leben begleiten und Hoffnung, Zuversicht und Lebensfreude vermitteln.