Gardena legt Ausbaupläne auf Eis und plant Stellenabbau
Heute ist der 13.06.2026 und wir blicken auf eine bedeutende Entscheidung des Gartengeräteherstellers Gardena, der seinen Sitz in Ulm hat. Am 10. Juni 2026 wurde offiziell bekannt gegeben, dass die Pläne für den Ausbau des Werks in Heuchlingen auf Eis gelegt werden. Ursprünglich sollte die Belegschaft dort von 300 auf bis zu 900 Mitarbeiter anwachsen. Doch die sogenannte „aktualisierte Kapazitätsplanung“ hat diese Vorstellung über den Haufen geworfen.
Der Abbau von rund 250 Stellen an den Standorten Ulm, Niederstotzingen und Heuchlingen steht jetzt im Raum. Diese Entscheidung wird als Teil einer Neuauswertung der europäischen Fertigungsstandorte begründet, die darauf abzielt, die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit von Gardena zu steigern. Ein Schritt, der nicht nur die Arbeiter betrifft, sondern auch die gesamte Unternehmensstruktur und -kultur in Frage stellt.
Die Hintergründe des Stellenabbaus
Die Gespräche mit dem Betriebsrat und der IG Metall zur Zukunft der Standorte sind bereits in Planung. Die Reaktionen der Belegschaft waren, um es vorsichtig auszudrücken, „konsterniert“. Niemand kann sich so recht vorstellen, was genau die kommenden Jahre bringen werden. Der Stellenabbau soll schrittweise bis Ende 2028 erfolgen, ohne dass Werkschließungen in Deutschland oder Tschechien vorgesehen sind. Dennoch bleiben betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. Die Verteilung des Stellenabbaus auf die verschiedenen Standorte bleibt unklar, wobei der Fokus vermutlich auf Heuchlingen liegen könnte, das als Kompetenzzentrum für Kunststofftechnik gilt.
Das Unternehmen hat in der letzten Zeit einige Herausforderungen zu bewältigen. Der Nettoumsatz der Gardena-Division sank im Geschäftsjahr 2025 auf 1,038 Milliarden Euro, und das EBIT ging um zwei Prozent auf rund 65 Millionen Euro zurück. Auffällig ist, dass das Wachstum nur in Europa verzeichnet wurde. Gardena, eine Tochter des schwedischen Husqvarna-Konzerns, beschäftigt derzeit insgesamt etwa 3.110 Mitarbeiter, wobei in Deutschland rund 2.200 Menschen für das Unternehmen tätig sind.
Umstrukturierung und Verlagerung von Produktionsvolumina
Ein weiterer Punkt, der nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die geplante schrittweise Verlagerung bestimmter Produktmengen innerhalb des europäischen Netzwerks. Diese Umstrukturierungen betreffen einige Tätigkeiten in Heuchlingen, die möglicherweise an andere Standorte übergehen könnten. Auch die Logistikstrukturen werden neu bewertet, was bedeutet, dass der Ausbau zusätzlicher Logistikkapazitäten in Heuchlingen nicht weiterverfolgt wird. Das alles wirft ein wenig die Frage auf: Wie wird sich das auf die Qualität und Verfügbarkeit der Produkte auswirken?
Die nächsten Schritte werden entscheidend sein. Gardena hat zwar eine beachtliche Geschichte und einen stabilen Platz im Markt, aber die ständigen Veränderungen bringen Unsicherheit mit sich. Es bleibt zu hoffen, dass die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen zu einer sozialverträglichen Umsetzung des Stellenabbaus führen und die Belegschaft nicht noch weiter unter Druck gerät.
Die Entwicklungen bei Gardena sind auf jeden Fall ein spannendes, wenn auch besorgniserregendes Beispiel für die Herausforderungen, vor denen viele Unternehmen heute stehen. Es zeigt, wie wichtig Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in einer sich ständig verändernden Wirtschaftswelt sind.
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