In der kleinen Stadt Baden ist der Verein Hospizbewegung Baden eine wichtige Anlaufstelle für Menschen und ihre Angehörigen in der letzten Lebensphase. Ziel des Vereins ist es, die Angst vor dem Sterben zu lindern und umfassende Unterstützung zu bieten. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Martina Meisser, die aus Pfaffstätten stammt, engagiert sich seit vielen Jahren in diesem Bereich. Ihre Reise in die Welt der Sterbebegleitung begann 1997 mit dem Tod ihrer Großmutter, die sie und ihre Mutter im Sterben begleiteten. Diese Erfahrung hat sie geprägt und lässt sie die friedliche Atmosphäre beim Sterben und die Bedeutung der Begleitung besonders wertschätzen. Meisser betont, wie wichtig es ist, den Menschen in diesen Momenten zur Seite zu stehen.

Die Aufgaben der Hospizbegleiter umfassen die Begleitung von Patienten und deren Angehörigen sowohl zu Hause als auch in Pflegeheimen. Ein wichtiges Projekt von Meisser ist „Hospiz macht Schule“, das Workshops zu den Themen Abschied, Tod und Trauer für Kinder ab der 3. Volksschule anbietet. Kinder zeigen oft ein großes Interesse an diesen Themen und stellen viele Fragen, was die Bedeutung der Kommunikation mit Lehrern bei familiären Krisen unterstreicht. Berichte über berührende Abschiede von Großeltern durch Kinder zeigen, wie tiefgreifend diese Erfahrungen sein können.

Vielfältige Projekte und Veranstaltungen

Eine weitere Initiative ist das Projekt für Sternenkinder, das eine Gedenkstätte am Stadtpfarrfriedhof in Baden umfasst. Hier können Angehörige Sterne mit den Namen der verstorbenen Kinder gravieren lassen. Für die Trauernden gibt es auch eine spezielle Trauergruppe, die sich regelmäßig trifft – der nächste Termin ist am 10. Juni. Gedenkplätze für verstorbene Kinder sind zudem in Weigelsdorf und der Vöslauer Pfarrkirche eingerichtet. Jedes Jahr wird der Worldwide Candle Lighting Day am zweiten Sonntag im Dezember gefeiert, um der verstorbenen Kinder zu gedenken. Um Allerheiligen findet außerdem der TrauerRaum statt, der mit einer Eröffnungs- und Gedenkfeier verbunden ist.

Der Hospizverein Baden setzt sich aus zwei Teams zusammen: den ehrenamtlichen Helfern und einem Palliativteam, das aus medizinischen Fachkräften besteht. Beide Teams arbeiten vollkommen kostenfrei, was die Bedeutung des Ehrenamts in dieser sensiblen Phase des Lebens unterstreicht. Meisser empfiehlt, bereits bei palliativen Diagnosen frühzeitig Kontakt mit dem Hospizteam aufzunehmen, da die Begleitung der Familien über längere Zeiträume hinweg sehr wertvoll ist. Um die Arbeit weiterhin zu unterstützen, werden Flohmärkte organisiert, mit den nächsten Terminen am 24. Juli, 25. September und 27. November.

Ehrenamtliche Begleitung im Hospiz

Die Bereitschaft, sich auf Leben und Sterben einzulassen, ist für Ehrenamtliche im Hospiz von zentraler Bedeutung. Ein Vorbereitungskurs, der Wissen, Haltung und Austausch verbindet, bereitet angehende Hospizbegleiter:innen auf ihre Aufgaben vor. Dabei stehen erfahrene Koordinator:innen und ein unterstützendes Team zur Seite. Die Aufgaben sind vielschichtig: Zeit schenken, einfach da sein, zuhören, Stille aushalten, Gespräche führen und Angehörigen Entlastung bieten – ohne dass Pflegeleistungen erforderlich sind. In diesem Rahmen werden auch wichtige Themen wie Kommunikation, Nähe und Distanz sowie Selbstfürsorge behandelt.

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Die Kursinhalte sind so gestaltet, dass sie praktische Erfahrungen unter Begleitung bieten. Am Ende des Kurses steht eine feierliche Beauftragung oder ein Zertifikat. Ein Beispiel für einen solchen Vorbereitungskurs ist das Celler Modell, das praxisnah und fundiert ist. Ehrenamtliche berichten oft, wie viel Leben in der Sterbebegleitung steckt und wie transformative diese Erfahrungen für sie selbst sind.

Die Hospizidee und ihre Bedeutung

Die Hospizidee gründet auf der Überzeugung, dass Menschen jeden Alters in der letzten Lebensphase Zuwendung und Unterstützung benötigen – sei es für Kinder, alte Menschen oder deren Familienangehörige. Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) setzt sich dafür ein, dass jeder Mensch ein Sterben in Würde erfahren kann und strebt an, die politischen sowie gesellschaftlichen Bedingungen für eine professionelle palliativmedizinische und -pflegerische Betreuung zu verbessern. Das Ziel ist es, die größtmögliche Autonomie für alle Menschen am Lebensende zu gewährleisten.

Für alle, die sich für die Hospizarbeit engagieren möchten, bietet der DHPV auf seiner Internetseite umfassende Informationen zu Fachthemen, Angeboten für Betroffene und ihren Angehörigen sowie Neuigkeiten aus der Hospiz- und Palliativarbeit. Die Unterstützung von Ehrenamtlichen ist dabei von unschätzbarem Wert, und die Bereitschaft, diesen Weg zu gehen, kann sowohl für die Begleiter als auch für die Begleiteten eine tiefgreifende Erfahrung sein. Mehr Informationen dazu gibt es hier.