Der Musikgenuss in der Region Gmünd hat wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig und vielfältig die böhmische Blasmusik ist. Die Trachtenkapelle Brand hat dazu eingeladen und zum 14. Mal ein Fest der böhmischen Blasmusik ausgerichtet. Unter dem Schirmherrn Ladislav Kubeš jun., der der Veranstaltung auch persönlich beiwohnte, wurde die alte Tradition neu belebt und gefeiert.
Es war nicht nur ein Fest, sondern ein echtes Jubiläum: Die Marktgemeinde Brand-Nagelberg feierte 360 Jahre Bestehen, das Musikheim kann auf 35 Jahre zurückblicken, und die Europameisterschaft der Blasmusik in Brand-Nagelberg wird nun schon seit 10 Jahren zelebriert. Auch das immaterielle Kulturerbe der UNESCO, die „Südböhmische Blasmusik in Brand-Nagelberg“, wird fünf Jahre alt. Da ist es kein Wunder, dass die Vorfreude und die Vorbereitungen auf das Fest groß waren.
Ein buntes Programm
Am Freitagabend begann das Fest mit einem Vereins- und Firmenabend, bei dem 34 Organisationen teilnahmen. Ein voller Erfolg, der mit einem Bieranstich durch Bürgermeister Georg Einzinger und weiteren prominenten Persönlichkeiten wie Vize Werner Traxler und Nationalrätin Martina Diesner-Wais eröffnet wurde. Die Stimmung war ausgelassen, die Musik klang fröhlich durch die Luft, und man konnte die Verbundenheit der Gemeinschaft spüren.
Am Samstag folgte ein Kinder- und Jugend-Großkonzert, das mit 50 Teilnehmern und einer internationalen Besetzung beim Schlussstück begeisterte. Es ist einfach beeindruckend, wie viele Talente in der Region schlummern. Das traditionelle Großkonzert vereinte mehrere Hundert Musiker aus mindestens sechs europäischen Ländern – was für ein Klangteppich! Die Welturaufführung der Polka „#sooovielliebe“ von Manfred Hirtenlehner, dargeboten von der Formation Brassaranka, war sicherlich einer der Höhepunkte des Abends.
Internationale Freundschaft und Tradition
Die Vielfalt der auftretenden Formationen war atemberaubend: Von der Stadtkapelle Leibnitz aus der Steiermark über die Altsteiner Blaskapelle aus Ungarn bis hin zu Kapellen aus Deutschland und sogar Frankreich – die Bühne war ein Schmelztiegel der Kulturen. Jürgen Uitz, der Musikerobmann, bedankte sich bei rund 200 ehrenamtlichen Helfern, die für den reibungslosen Ablauf sorgten. Ihr Engagement war spürbar und trug zum Erfolg des Festes bei.
Die südböhmische Blasmusiktradition, die von der Trachtenkapelle Brand gepflegt wird, zeichnet sich durch gemütliches Tempo und eine weiche Interpretation aus. Diese musikalische Praxis hat nicht nur in der Region eine lange Geschichte, sondern ist auch ein Symbol für Heimatliebe und kulturelle Verbundenheit. Der Austausch mit dem südböhmischen Komponisten Ladislav Kubeš, der seit den 1950er Jahren besteht, hat die lokale Musikkultur geprägt und gefördert. Gegenseitige Besuche mit tschechischen Musikgruppen tragen dazu bei, die musikalische Tradition lebendig zu halten.
Blasmusik als Teil der Identität
Blasmusik ist mehr als nur eine musikalische Darbietung; sie ist eng mit der regionalen Identität verbunden. Sie begleitet Feste und Gemeinschaftsveranstaltungen, sorgt für emotionale Momente und gemeinsame Erlebnisse. Die Wurzeln dieser Musik reichen tief in die Geschichte, und sie hat sich über die Jahre weiterentwickelt. Blasmusik ist ein Teil des gesellschaftlichen Lebens, der in Deutschland und Österreich einen hohen Stellenwert hat. Hier wird sie oft mit regionaler Identität assoziiert und schafft kulturelle Brücken über Ländergrenzen hinweg.
Ob im Rahmen von Volksmusikabenden, Festivals oder Jugendausbildungsprogrammen – die Blasmusik erlebt eine Blütezeit. Die Trachtenkapelle Brand und ihr Festival „Der böhmische Traum“ sind da keine Ausnahme. Mit ihrer Leidenschaft für die Musik und der Pflege der Traditionen setzen sie ein starkes Zeichen für die kulturelle Vielfalt und den Zusammenhalt in der Region.
Für alle, die den Klang der Blasmusik lieben, war dieses Fest ein echtes Erlebnis. Ein Fest, das nicht nur die Ohren erfreute, sondern auch die Herzen berührte. Die nächste Auflage kann gar nicht schnell genug kommen!
