In den letzten 15 Jahren hat die Landwirtschaftliche Fachschule (LFS) Hollabrunn eine bemerkenswerte Bilanz vorzuweisen: 200 Fachkräfte für die Kinderbetreuung wurden hier ausgebildet! Neulich haben fünfzehn Schülerinnen und ein Schüler die kommissionelle Prüfung zur Kinderbetreuung erfolgreich abgelegt. Diese Zusatzausbildung zur Kinderbetreuung ist nicht nur ein zusätzliches Angebot zur Ausbildung als landwirtschaftliche Fachkraft, sondern auch eine wichtige Voraussetzung für Anstellungen in Landes- und Privatkindergärten. Das öffnet vielen jungen Menschen die Türen zu einem qualifizierten Einstieg ins Berufsleben.

Die Ausbildung wird an mehreren Landwirtschaftlichen Fachschulen in Niederösterreich angeboten. Neben Hollabrunn sind auch Edelhof, Gießhübl, Mistelbach, Obersiebenbrunn, Pyhra, Unterleiten und Warth dabei. Die Zusatzausbildung fällt in die Fachrichtung Betriebs- und Haushaltsmanagement und kombiniert frühkindliche Betreuung mit interessanten Green-Care-Schwerpunkten wie tiergestützten Aktivitäten und Gartenarbeit. So wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch praktische Erfahrung gesammelt – ein zweiwöchiges Praktikum in einem Kindergarten gehört ebenfalls dazu und konzentriert sich auf zeitgemäße Kinderpädagogik. Die LFS Hollabrunn hat dabei eine enge Kooperation mit dem Kindergarten Hollabrunn, was den Schülerinnen und Schülern wertvolle Einblicke in die Praxis ermöglicht.

Die Nachfrage nach Fachkräften

Der Bedarf an qualifizierten Betreuern ist groß. Im Rahmen der familienpolitischen Initiative „Blau-gelbe Betreuungsoffensive“ benötigt Niederösterreich bis 2027 rund 600 Pädagogen und bis zu 1.750 Betreuer. An acht Landwirtschaftlichen Fachschulen wird daher die Ausbildung „Kinderbetreuung“ angeboten und erfreut sich großer Beliebtheit. In den letzten drei Schuljahren haben etwa 400 Jugendliche die Zusatzqualifikation „Kinderbetreuung“ abgeschlossen. Derzeit befinden sich knapp 200 junge Menschen in der Ausbildung, was zeigt, dass das Bildungsangebot gut angenommen wird. Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister hebt die Attraktivität der Ausbildung hervor. Sie ist ein echter Gewinn für landwirtschaftliche Betriebe und sichert gleichzeitig die Produktion regionaler Lebensmittel.

Die Absolventen können in landwirtschaftlichen Familienbetrieben arbeiten und gleichzeitig in Kindergärten oder Nachmittagsbetreuungen tätig sein. An der LFS Hollabrunn schließen fünf Schülerinnen in diesem Jahr die Ausbildung zur Kinderbetreuerin ab. In einem Berufsfeld, das so vielschichtig ist, kann die Kombination aus landwirtschaftlichem Wissen und pädagogischem Know-how ein echter Vorteil sein.

Die Rolle der Betreuer_innen

In der Kinderbetreuung geht es nicht nur um das Beaufsichtigen der Kleinen. Betreuer_innen begleiten, betreuen und fördern Kinder in ihrer Entwicklung. Sie helfen dabei, Interessen, Bedürfnisse und Kompetenzen zu entdecken. So unterstützen sie nicht nur die körperliche, sondern auch die emotionale und soziale Entwicklung der Kinder. Es ist eine Aufgabe, die viel Einfühlungsvermögen erfordert. Betreuer_innen fungieren quasi als Familie während des Tages und sollten die Kinder in ihrer individuellen Entfaltung unterstützen.

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Die Arbeit mit Kindern fördert zudem die Konzentration auf den Moment – das ist eine wertvolle Fähigkeit in unserer schnelllebigen Zeit. Es gibt sogar spezielle Angebote für Quereinsteiger_innen in der Kinderbetreuung, was diese Branche noch zugänglicher macht. Die vielfältigen Möglichkeiten und die Chance, einen echten Unterschied im Leben von Kindern zu machen, machen diesen Beruf so besonders.

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