Am 25. April 2026 um 20:15 Uhr wird die Dokumentation „Hits, Herz, Heimat – Kitsch und Kult“ von Constanze Grießler auf 3sat ausgestrahlt. Diese spannende Kulturgeschichte des Schlagers beleuchtet nicht nur die Wurzeln und den aktuellen Boom des Genres, sondern auch seine kulturelle Bedeutung. Der Schlager hat sich in den letzten Jahren als wahres Phänomen etabliert: Er füllt Stadien, dominiert die sozialen Medien wie TikTok und Instagram und erfreut sich einer treuen Fangemeinde.
Die Dokumentation geht der Sehnsucht nach einer heilen Welt nach, die im Schlager oft zum Ausdruck kommt, und betrachtet gleichzeitig die rebellischen Aspekte des Genres. Guildo Horn, der als Schlagerkenner und Insider des Eurovision Song Contest (ESC) gilt, spielt dabei eine zentrale Rolle. In einem Interview beschreibt er Schlagermusik als „eine der schönsten Drogen der Jetzt-Zeit“. Horn blickt auf seinen unvergesslichen Auftritt beim ESC 1998 in Birmingham zurück und betont, dass der Schlager tief in der bunten Welt der Operette der 1920er-Jahre verwurzelt ist.
Ein Blick hinter die Kulissen des Schlagers
Die Geschwister Pfister, eine Berliner Kulttruppe, parodieren und verehren den Schlager zugleich. Ihre Revue „Servus Peter – Oh là là Mireille“ gilt als Kult und zeigt eine „neue Offenheit“ des Genres. Diese Offenheit spiegelt sich auch im Queer Museum Wien wider, wo Alkis Vlassakakis und Marco Schreuder den Schlager als „Safe Space“ für die LGBTQ+-Community beleuchten. Die Dokumentation thematisiert die subversive Kraft vergangener Zeiten und den kommerziellen Erfolg der heutigen Schlagermusik, die sich ständig neu erfindet zwischen Kitsch und Glitzer.
Darüber hinaus wird die Entwicklung des Eurovision Song Contests seit 1956 als internationales Unterhaltungsevent gewürdigt. Der ESC ist mehr als nur ein Musikwettbewerb; er ist eine Plattform für Identität, Vielfalt und Selbstbestimmung. Queere Persönlichkeiten, die bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren Teil des ESC waren, erhielten zwar weniger Sichtbarkeit, aber ihre Beiträge sind unvergessen. Ein Beispiel ist Dany Dauberson, die Frankreich 1956 mit dem Lied „Il est là“ vertrat.
Diversität und Sichtbarkeit im ESC
Der ESC hat in den deutschsprachigen Ländern zur Sichtbarkeit queerer Künstler:innen erheblich beigetragen. So trat 1998 Dana International als erste Transgender-Person auf und gewann mit ihrem Hit „Diva“. Später outete sich Marija Šerifović, die 2007 mit „Molitva“ gewann, als lesbisch. Auch Conchitas Sieg 2014 in Österreich war ein Meilenstein für die LGBTQ+-Community. Der ESC wird als inklusiver Raum beschrieben, der Millionen Zuschauer und Teilnehmer anzieht und somit einen wichtigen Beitrag zu Identität und Diversität leistet.
Die Dokumentation „Hits, Herz, Heimat – Kitsch und Kult“ ist nicht nur ein Rückblick auf die Geschichte des Schlagers, sondern auch eine Ermutigung, die verschiedenen Facetten und die kulturelle Bedeutung dieses Genres zu würdigen. Die Verfügbarkeit in der 3satMediathek für drei Monate nach der Ausstrahlung bietet zudem die Möglichkeit, in die vielfältige Welt des Schlagers einzutauchen.
Für weitere Informationen und Presseanfragen stehen die Kontaktinformationen von Annette Reichert, ZDF-Kommunikation, zur Verfügung. Pressefotos und zusätzliche Details sind über ZDF und 3sat zugänglich.