In Korneuburg wird es spannend: Am 22. Mai 2026 eröffnen gleich zwei Ausstellungen in Unterzögersdorf, die sich mit den Herausforderungen und der Sichtbarkeit von Menschen in fragilen Lebenssituationen auseinandersetzen. Die erste Ausstellung, „Kämpfer:innen, 24/7“ von Matthias Mollner, beschäftigt sich mit der Belastung und Widerstandskraft von Menschen, die mit schweren multisystemischen Erkrankungen leben. Die Vernissage beginnt um 18 Uhr, und die Ausstellung ist bis Mai 2027 öffentlich zugänglich. Es ist eine Gelegenheit, Lebensrealitäten zu sehen, die oft übersehen werden, und die Isolation sowie den Überlebenswillen der Betroffenen zu würdigen. Mollner hat für seine Fotografien Menschen und deren Angehörige porträtiert, die mit den Herausforderungen von Erkrankungen wie ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom) kämpfen. Die Fotografien stammen aus dem Buch „Fighters in the Crash Zone“, das 18 erkrankte Menschen und ihre Angehörigen in den Fokus rückt.

Die zweite Ausstellung, „Gegen die Wand?“ von Gernot Passath, eröffnet zeitgleich im UZ LAB und läuft bis zum 5. Juli 2026. Passath behandelt in seinen Werken Aktivismus, Erschöpfung und den Umgang mit begrenzten Ressourcen in Krisenzeiten. Seine großformatigen Wandmalereien reflektieren Emotionen wie Überforderung und Unsicherheit. Beide Ausstellungen thematisieren fragile Zustände und die Sichtbarkeit von Menschen, die unter Druck stehen. Sie sind nicht nur Kunstwerke, sondern auch ein Aufruf, diese Lebensrealitäten ernst zu nehmen und zu verstehen.

Ein tieferer Blick in die Realität der Betroffenen

Matthias Mollner, der Gründer des „Black Ferk Studio“, hat durch seine Partnerin Judith Schossböck, die 2024 an ME/CFS starb, einen sehr persönlichen Zugang zu diesem Thema gefunden. Sein Projekt zielt darauf ab, die sozialen und existenziellen Dimensionen von ME/CFS und Long Covid zu erkunden. Der Fokus liegt auf den Lebensrealitäten der Betroffenen und deren Familien. Mollner möchte die Stärken und den unermüdlichen Kampf der Menschen zeigen, die täglich um Anerkennung und Unterstützung kämpfen. Dazu wird ein Fotobuch mit persönlichen Interviews und Fotografien veröffentlicht, das im Herbst erscheinen soll. Das Buch wird verschiedene Schweregrade von ME/CFS behandeln und auf die Schwierigkeiten im Gesundheitssystem hinweisen.

Die Erkrankung ME/CFS ist nicht nur eine Herausforderung für die Betroffenen, sondern hat auch große Auswirkungen auf deren Familien. In Deutschland waren vor der COVID-19-Pandemie etwa 250.000 Menschen betroffen, darunter 40.000 Kinder und Jugendliche. Experten schätzen, dass sich die Zahl der Erkrankten durch COVID-19 verdoppelt hat. Die WHO stuft ME/CFS seit 1969 als neurologische Erkrankung ein. Mit dieser Erkenntnis wird auch das Bewusstsein in der Kunstwelt größer. Künstler nutzen ihre Arbeiten, um die Erfahrungen von ME/CFS-Betroffenen zu visualisieren und die Entgrenzung zwischen Innen und Außen darzustellen. So wird die Kunst zu einem Ausdrucksmittel für viele, die mit dieser oft unsichtbaren Krankheit kämpfen.

Die Ausstellungen in Korneuburg sind somit nicht nur eine Plattform für die Kunst, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung Sichtbarkeit und Verständnis für Menschen, die sich in einer fragilen Lebenssituation befinden. Die Darstellung dieser Themen in der Kunst kann helfen, Vorurteile abzubauen und das Bewusstsein für ME/CFS und Long Covid zu schärfen. Unter dem Strich bleibt die Hoffnung, dass durch solche Projekte mehr Menschen die Möglichkeit bekommen, die Realität von Betroffenen zu erkennen und zu verstehen.

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Für weitere Informationen über die Ausstellungen und das Buchprojekt von Matthias Mollner, besuchen Sie bitte die Quelle.