Übergabe der Präsidentschaft im Landesgericht Korneuburg: Birgit Eisenmagen tritt die Nachfolge von Andrea Hahn an
Am 23. Juni 2026 fand im Landesgericht Korneuburg eine feierliche Amtseinführung von Präsidentin Birgit Eisenmagen statt. Bei dieser besonderen Gelegenheit wurde ihre Vorgängerin Andrea Hahn herzlich verabschiedet. Vizepräsidentin Barbara Michalek ließ es sich nicht nehmen, Hahn als „wandelndes Justizlexikon“ zu loben – eine Bezeichnung, die ihr wohl gerecht wird. Der Abschied war geprägt von Emotionen und Dankbarkeit, nicht zuletzt auch, weil Hahns zukünftige Rolle als Präsidentin des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien ein ganz neues Kapitel in ihrer Karriere aufschlägt.
In einem etwas ungewöhnlichen, aber charmanten Moment erhielten die Ehemänner von sowohl Hahn als auch Eisenmagen Blumen als Zeichen der Anerkennung für ihre Unterstützung. Das zeigt, wie wichtig familiäre Rückendeckung in solchen Positionen ist. Unter den Gästen waren auch prominente Persönlichkeiten, darunter Justizministerin Anna Sporrer und Katharina Lehmayer, die Präsidentin des Oberlandesgerichts Wien. Die Bedeutung dieser Übergabe ist nicht nur lokal zu sehen, sondern hat auch eine größere Dimension: Unter Eisenmagens Führung steht das gesamte Sprengelgericht, das sich über Klosterneuburg, Schwechat, Bruck, Gänserndorf, Hollabrunn und Mistelbach erstreckt.
Ein Blick auf die Zukunft
Eisenmagen, die zuvor am Landesgericht St. Pölten tätig war, bringt frischen Wind mit. Sie ist sich der Herausforderungen bewusst, die der Einzug der Künstlichen Intelligenz im Arbeitsalltag mit sich bringt. Mit einer klaren Ansage stellte sie fest, dass KI niemals menschliche Entscheidungsträger ersetzen wird. Diese Einstellung zeigt, dass sie mit einem klaren Kopf und einem offenen Herzen in ihre neue Rolle geht.
Die Gratulationen für Andrea Hahn waren zahlreich. Bürgermeister Christian Gepp, Nationalratsabgeordneter Andreas Minnich, Bezirkshauptmann Andreas Strobl und viele andere waren gekommen, um ihr zu ihrer neuen Aufgabe zu gratulieren. Es ist spannend zu sehen, wie sich die Strukturen in der Justiz entwickeln, besonders wenn man die aktuellen Entwicklungen in der österreichischen Justiz betrachtet.
Frauenförderung und Justizqualität in Österreich
Österreich hat sich in den letzten Jahren zu einem Vorreiter in Bezug auf Frauenförderung und kindgerechte Justiz entwickelt. Laut einem aktuellen Bericht des Europarats zur Qualität und Wirksamkeit der Justiz in Österreich zeigt das Land beeindruckende Zahlen. Der Frauenanteil bei Richter:innen an Oberlandesgerichten beträgt etwa 57%, und im richterlichen Nachwuchs sogar 65%. Vor 30 Jahren sah das noch ganz anders aus, da lag der Anteil weiblicher Richterinnen unter 25%!
Justizministerin Alma Zadić hebt hervor, wie wichtig es ist, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Österreich wird nicht nur für die Frauenförderungspläne gelobt, sondern auch für seine „child-friendly justice“. Schulen für Richter:innen und Staatsanwält:innen zum Thema kinderfreundliche Justiz sind in vollem Gange, und die positiven Auswirkungen sind bereits spürbar. Darüber hinaus sorgt Österreich durch hohe Verfahrenshilfe für einen besseren Zugang zum Recht und gehört im Bereich E-Justice zu den Spitzenreitern in Europa.
Mit einer durchschnittlichen Erledigungszeit von 156 Tagen für streitige Zivilverfahren liegt Österreich deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von etwa 237 Tagen. Solche Fortschritte sind sicherlich Teil des Grundes, warum die Justiz hierzulande so gut bewertet wird.
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