In der kleinen Stadt Mistelbach, wo Tradition auf Innovation trifft, steht eine große Veränderung bevor. Die drei Agrarfachschulen aus Waizenkirchen, Mistelbach und Bergheim ziehen zusammen und bilden ein neues Agrarisches Ausbildungszentrum (ABZ) Waizenkirchen. Diese Zusammenlegung ist nicht nur ein Schritt in die Zukunft, sondern auch ein Bekenntnis zur Verbesserung der Ausbildungsqualität für Jugendliche. Mit einer Investition von rund 41,3 Millionen Euro soll ein modernes Umfeld für die Ausbildung von bis zu 400 Schülerinnen und Schülern geschaffen werden.

Martina Fichtenbauer, die Direktorin der Fachschule Mistelbach, äußert Wehmut über den Verlust des 140 Jahre alten Standorts. „Es ist schwer, sich von solch einer langen Geschichte zu trennen“, sagt sie. Der alte Standort in Mistelbach konnte jedoch in vielen Aspekten nicht mehr mithalten. Die unzureichende Infrastruktur und die begrenzten Freizeitmöglichkeiten für Internatsschüler waren nicht mehr zeitgemäß. Der neue Standort in Waizenkirchen hingegen verspricht nicht nur eine bessere Lage, sondern auch eine moderne Raumausstattung, die den Bedürfnissen der Schüler gerecht wird.

Das neue Ausbildungszentrum

Das Agrarische Ausbildungszentrum wird eine Vielzahl von Fachrichtungen unter einem Dach bündeln: Land-, Betriebs- und Haushaltswirtschaft. Direktor Walter Raab beschreibt die Herausforderung des Zusammenführungsprozesses der Schulen, betont aber gleichzeitig, dass mit eigenen Arbeitsgruppen bereits an der Integration des Lehrpersonals gearbeitet wird. Ziel ist es, dass alles reibungslos zum Schulbeginn am 14. September 2026 funktioniert.

Die Möglichkeiten sind vielfältig: Neben der klassischen Ausbildung werden auch Zusatzzertifikate angeboten. Das Internat wird Platz für 153 Schüler bieten, einschließlich einer barrierefreien Wohneinheit, was für viele Familien eine Erleichterung darstellt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die moderne Ausstattung. Die Praxisräume für Landtechnik, Holzverarbeitung sowie die Verarbeitung von Obst, Gemüse und Milch sind ein echter Gewinn für die Ausbildung.

Ein Blick in die Zukunft

Die Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger sieht in diesem neuen Ausbildungszentrum eine Chance für eine gezieltere und modernere Ausbildung in der Landwirtschaft. Künftig sollen 350 Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen, darunter auch ein zweiter Bildungsweg mit Abendschule und Vorbereitungskursen für die Matura. Die Bauarbeiten liegen im Plan, und die Anmeldezahlen zeigen bereits jetzt ein großes Interesse am neuen Standort. „Das ist wirklich vielversprechend“, sagt Langer-Weninger.

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Doch nicht nur in Waizenkirchen tut sich etwas. Die gesamte Agrarbildung in Österreich steht vor Veränderungen. Bundesminister Norbert Totschnig hat eine Informationsoffensive mit dem Titel „Landwirtschaft mit Klasse – Agrarbildung studieren und durchstarten!“ ins Leben gerufen. Diese Initiative zielt darauf ab, die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln durch gut ausgebildete Bäuerinnen und Bauern sicherzustellen. Die Rolle der Lehrerinnen und Lehrer in agrarischen Schulen ist dabei von zentraler Bedeutung.

Um den künftigen Bedarf zu decken, werden in den nächsten fünf Jahren über 600 neue Fachlehrkräfte benötigt. Totschnig betont die Bildung als Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft – und das nicht ohne Grund. Die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in der Landwirtschaft wächst stetig, und die Ausbildungsangebote an der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik (HAUP) in Wien bieten zahlreiche Möglichkeiten für Interessierte.

Mit all diesen Entwicklungen wird die Agrarausbildung in Österreich einen neuen Aufschwung erleben, und das neue Agrarische Ausbildungszentrum in Waizenkirchen ist ein bedeutender Schritt in diese Richtung. Man darf gespannt sein, wie sich die Dinge weiterentwickeln werden!