In der Westfield Shopping City Süd wird es bald etwas ruhiger. Die Modemarke BRAX hat angekündigt, ihren Store nach nur zwei Jahren zu schließen. Diese Filiale war die erste, die nach dem Marken-Relaunch eröffnet wurde und erfreute sich anfangs großer Beliebtheit. Nun folgt ein Räumungsverkauf, und BRAX bedankt sich in einer offiziellen Aussendung für die Treue der Kunden. Die Filiale auf der Mariahilfer Straße in Wien bleibt jedoch weiterhin bestehen.

Der Wandel im Modebereich der Shopping City Süd ist nicht zu übersehen. BRAX ist nicht die einzige Marke, die in den letzten Monaten ihre Pforten schließen musste. Erst im Januar wurde die Filiale von GANT geschlossen, und das französische Modehaus Longchamp steht ebenfalls vor der Schließung seines Standorts in diesem großen Einkaufszentrum. Es ist schon fast beunruhigend zu beobachten, wie Österreichs größtes Einkaufszentrum innerhalb kürzester Zeit mehrere namhafte Modemarken verliert. Mehr dazu hier.

Ein Blick auf das Einkaufsverhalten

Das Kaufverhalten der Konsumenten hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Eine kürzlich veröffentlichte Gallup-Studie zeigt, dass viele Menschen Kleidung nach wie vor hauptsächlich stationär kaufen. 38 % der Befragten gaben an, beim Kauf von Kleidung lieber in Geschäfte zu gehen, während 16 % online und 40 % sowohl als auch bevorzugen. Bei Schuhen sieht das Bild ähnlich aus: 44 % setzen auf den stationären Handel, nur 16 % auf Online-Shops.

Besonders interessant ist, dass 48 % der Befragten den Einkauf als Spaß empfinden, während 23 % ihn als lästige Pflicht ansehen. Es scheint, als ob das Einkaufserlebnis für viele nach wie vor eine wichtige Rolle spielt, auch wenn die Häufigkeit des Einkaufs insgesamt abgenommen hat. Bei Kleidung sank der Anteil der Menschen, die regelmäßig einkaufen, von 71 % im Jahr 2018 auf nur noch 61 % im Jahr 2024. Die Gründe sind vielfältig, und Veränderungen wie Homeoffice scheinen die Kleiderwahl der Menschen beeinflusst zu haben.

Die Herausforderungen für den Modehandel

Die Gallup-Studie gibt auch Aufschluss über die Herausforderungen, mit denen der Modehandel konfrontiert ist. 66 % der Befragten wünschen sich ein identisches Angebot sowohl in Geschäften als auch in Onlineshops. Dies könnte für viele Marken und Einzelhändler ein entscheidender Punkt sein, um im Wettbewerb bestehen zu können. Außerdem zeigen die Resultate, dass die Zufriedenheit mit asiatischen Online-Portalen eher gering ist. 40 % der Käufer sind unzufrieden mit der Reklamationsbearbeitung, was auf die Schwierigkeiten hinweist, die beim Online-Shopping oft entstehen.

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Die Forderungen des Modehandels an die EU sind klar: Die Abschaffung der 150 Euro Zollfreigrenze und die Verantwortung der Online-Plattformen für Zollabgaben und Einfuhrumsatzsteuer stehen ganz oben auf der Liste. In der heutigen Zeit, in der immer mehr Menschen online einkaufen, wird es für die heimischen Händler immer wichtiger, sich auf diese Veränderungen einzustellen.

Die Situation in der Shopping City Süd ist also nur ein kleines Puzzlestück in einem viel größeren Bild, das zeigt, wie der Modehandel in Österreich im Wandel ist. Ein Wandel, der sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Es bleibt spannend, wie sich die Branche in den kommenden Jahren entwickeln wird.