In Neunkirchen wurde kürzlich eine Ehrungsfeier des Landesverbands für bäuerliche Direktvermarkter Niederösterreich gefeiert, und das Motto „Von Anfang an regional – Wir ehren langjährige Qualitätsbetriebe“ bringt es auf den Punkt. Hier zeigt sich, wie wichtig die regionale Landwirtschaft ist. Insgesamt 50 Betriebe aus den Qualitätsprogrammen „Top-Heuriger“ und „Gutes vom Bauernhof“ wurden ausgezeichnet, und unter ihnen glänzen zwei besondere Betriebe aus unserem Bezirk: Der Bio-Zwickl von Bernhard Zwickl aus Prigglitz und der Lindenhof von Peter und Cornelia Eisenkölbl aus Warth. Diese Betriebe setzen Maßstäbe in der regionalen Vermarktung und sind Vorbilder für andere.
Johann Höfinger, der Obmann des Landesverbands, hob in seiner Ansprache die Bedeutung starker Betriebe und der Zusammenarbeit für die Zukunft der bäuerlichen Direktvermarktung hervor. Als ob das nicht genug wäre, wurden auch zwei neue landwirtschaftliche Betriebe in die Qualitätsprogramme aufgenommen und erhielten feierlich ihre Urkunden sowie die traditionelle Hoftafel. Ein schöner Moment, der zeigt, dass die Region auf dem richtigen Weg ist.
Neue Ideen für die Region
Doch die Feierlichkeiten beschränkten sich nicht nur auf die Ehrungen. In Gloggnitz stehen derzeit zwei gemeindeeigene Objekte leer, und es wird nach kreativen Ideen gesucht, um diese zu nutzen. Der neue Stadtchef René Blum plant, das ehemalige alte Rathaus in einen Kindergarten umzuwandeln. Ein wichtiger Schritt, um den Bedarf für drei Kindergartengruppen und eine Tagesbetreuungseinrichtung zu decken. Die Stärkung der lokalen Infrastruktur ist ein weiteres Puzzlestück für eine blühende Gemeinschaft.
Die Initiativen im Bereich der regionalen Lebensmittelversorgung, wie sie in Neunkirchen sichtbar werden, basieren auf starken Netzwerken. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich in diese Netzwerke einzubringen und aktiv an der Gestaltung des Ernährungssystems vor Ort mitzuwirken. In vielen Städten und Regionen, auch in Deutschland, gibt es Ernährungsräte, die aus Mitgliedern der Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Bildung und Politik bestehen. Diese Gruppen setzen sich dafür ein, das Ernährungssystem nachhaltiger zu gestalten und haben in vielen Kommunen bereits zur Entwicklung von Ernährungsstrategien beigetragen.
Regionale Wertschöpfung im Fokus
Wie wichtig regionale Wertschöpfung ist, zeigt sich auch in der Geschichte der Landwirtschaft. Früher waren regionale Wertschöpfungsketten der Standard, wurden jedoch durch industrielle Verarbeitung und globalisierte Lieferketten weitgehend verdrängt. Die Vorteile sind klar: kurze Transportwege, die Stärkung lokaler Arbeitsplätze und handwerkliche Verarbeitung. Doch die Herausforderungen sind ebenfalls vorhanden. Fehlende Strukturen wie kleine Mühlen oder Schlachtereien erschweren den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten.
Der hohe Koordinationsaufwand und klare Vermarktungskonzepte sind erforderlich, um nachhaltige Lösungen zu finden. Es wird deutlich, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen den Akteuren nötig ist. Die Corona-Pandemie und der Ukrainekrieg haben die Anfälligkeit internationaler Lieferketten aufgezeigt. Wenn wir in der Region bleiben, können wir die Wertschöpfung bis zu siebenfach steigern im Vergleich zum Rohstoffverkauf. Regionale Wertschöpfung ist nicht nur möglich, sondern auch für viele Lebensmittel wie Rinder- und Schweinemast, Getreide oder Milchprodukte von zentraler Bedeutung.
Die politischen Bestrebungen zur Förderung regionaler Wertschöpfungsketten sind ein positives Zeichen. Initiativen wie die Regionalwert-AG tragen dazu bei, indem sie Investitionen in regionale Betriebe aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Gastronomie ermöglichen. Das Ziel ist es, regionale Wertschöpfungsräume zu schaffen und zu erhalten – ein Gewinn für alle Beteiligten. Es ist ein sozial-ökologischer Beitrag für die Region, der weit über monetäre Aspekte hinausgeht.
In Neunkirchen und darüber hinaus sind die Zeichen für eine positive Entwicklung der regionalen Landwirtschaft und Vermarktung klar erkennbar. Die Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Betrieben und politischen Akteuren wird in Zukunft noch wichtiger werden, um die Herausforderungen der Zeit zu meistern und die Region nachhaltig zu stärken.