In Görlitz, einer Stadt in der sächsischen Oberlausitz, kam es am Montagabend zu einem tragischen Unglück. Ein Mehrfamilienhaus in der James-von-Moltke-Straße stürzte gegen 17:30 Uhr ein und forderte drei Menschenleben. Die Polizei bestätigte nun, dass die Suche nach Vermissten beendet wurde; die Hoffnung auf Überlebende ist mit dem Ablauf der „goldenen Rettungszeit“ von 72 Stunden gesunken. Am Donnerstagmorgen wurde die Leiche einer 25-jährigen rumänischen Touristin geborgen, gefolgt von einer weiteren Leiche, einer 26-jährigen Frau, im vorderen Teil des Hauses. Später fand man am Abend eine dritte Leiche, die vermutlich einem 48-jährigen Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit gehört.

Das Unglück geschah, als sich die betroffenen Personen im Gebäude aufhielten. Ein Angehöriger, der zum Zeitpunkt des Einsturzes einkaufen war, verlor seine Verlobte und Cousine. Notfallseelsorger, darunter ein rumänischer Pfarrer, waren vor Ort, um den Angehörigen beizustehen und sie in dieser schweren Zeit zu unterstützen. Die Rettungskräfte hatten bis zum dritten Tag Hoffnung auf Überlebende, doch die Suche musste schließlich abgebrochen werden, als die Zeit gegen sie arbeitete.

Rettungsmaßnahmen und Ursache des Unglücks

Die Bergungsarbeiten waren enorm aufwendig. Etwa 15 Helfer pro Seite waren aktiv, ausgestattet mit Masken, um sich gegen den aufgewirbelten Staub zu schützen. Unterstützung erhielten sie von rund 50 Kräften des Technischen Hilfswerks (THW), die mit schwerem Gerät wie Radladern, Baggern und Kränen arbeiteten. Auch Spürhunde und Wärmebildkameras wurden eingesetzt, um mögliche Überlebende zu finden. Die genaue Ursache des Unglücks ist noch unklar, eine Gasexplosion wird jedoch als wahrscheinlich angesehen. Ein Gasleck wurde nach dem Einsturz entdeckt, was den Zugang zur Unglücksstelle zunächst behinderte. Erst in der Nacht zum Mittwoch konnte die Gaszufuhr gestoppt werden, wobei das Restgas abgefackelt werden musste.

Die Stadt Görlitz, bekannt für ihre historische Altstadt und als Drehort für internationale Filmproduktionen, hat etwa 57.000 Einwohner. Die James-von-Moltke-Straße wurde für die Bergungsarbeiten weiträumig gesperrt, was zu Verkehrseinschränkungen und Umleitungen, insbesondere für die Buslinien der Görlitzer Verkehrsbetriebe, führte. Feuerwehrchefin Anja Weigel äußerte, dass die Rettungskräfte alles Menschenmögliche tun, um die Situation zu bewältigen. Vor Ort waren auch polnische Einsatzkräfte, die gemeinsam mit den deutschen Kollegen an der Bergung arbeiteten.

Insgesamt waren bis zu 140 Einsatzkräfte im Einsatz, darunter Bundespolizei und Katastrophenschutz. Die Stadt hat seit 1998 eine enge Verbindung zur polnischen Nachbarstadt Zgorzelec, was die Zusammenarbeit in Krisensituationen erleichtert. Während die Bergungsarbeiten weitergehen, bleibt die Stadt in Trauer um die verlorenen Leben und in Sorge um die vielen Menschen, die durch dieses Unglück betroffen sind.

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