In Hintersdorf, einer kleinen Gemeinde in St. Andrä-Wördern im Bezirk Tulln, gibt es derzeit einige Aufregung um die Buslinie 405. Ab den Weihnachtsferien 2025/26 wird diese an schulfreien Tagen eingestellt. Ein Schritt, der viele Berufspendler, Zivildiener und Jugendliche vor große Herausforderungen stellt. Die Entscheidung wurde von der NÖVOG, der Niederösterreichischen Verkehrsorganisationsgesellschaft, getroffen. Es ist schon fast ein bisschen absurd: Die nächste Haltestelle ist zu Fuß nicht erreichbar. Damit stehen die Betroffenen vor der Wahl, entweder teure Taxis zu nehmen oder auf das eigene Auto zurückzugreifen.

Die neue Wochenendlinie 415 zwischen Wien und St. Andrä-Wördern, die zwar eingeführt wurde, bedient Hintersdorf nicht. Und während Grüne Verkehrssprecher Georg Ecker die Maßnahme als unzumutbar kritisiert und eine parlamentarische Anfrage auf den Weg bringt, fragen sich die Anwohner, was sie stattdessen machen sollen. Ecker fordert Antworten zu drei zentralen Punkten: Erstens, welche Entscheidungsgrundlagen der Einstellung der Linie zugrunde lagen. Zweitens, warum es keine Alternativen wie Rufbus oder Bedarfsverkehr gibt. Und drittens, erfragt er die lange Wartezeit bis zur Einführung eines Sammeltaxis im Jahr 2028.

Übergangslösung mit Citytaxi

Um die Lücke zu schließen, hat die Gemeinderätin Elisabeth Seidl jedoch eine Übergangslösung erreicht. Ein Citytaxi steht jetzt sechsmal täglich zu Sonderkonditionen bereit. Das ist für viele eine Erleichterung! Kinder unter sieben Jahren, Jugendliche mit einem TOP-Jugendticket und Personen mit einem Klimaticket fahren sogar kostenlos. Alle anderen müssen den VOR-Tarif von 2,90 Euro zahlen. Das Sammeltaxi fährt dreimal am Vormittag und dreimal am Nachmittag – immerhin ein kleiner Lichtblick in dieser Situation.

Bürgermeisterin Susanna Kittinger betont, dass die Suche nach einer bedarfsgerechten und leistbaren Lösung für die Gemeinde oberste Priorität hat. Der Fokus liegt klar auf langfristigen Lösungen, die ab 2028 in Form von LEOpoldi-Regionalbussen und Anrufsammeltaxis kommen sollen. Aber bis dahin? Die Unsicherheiten bleiben, und die Menschen in Hintersdorf müssen sich wohl oder übel mit den Gegebenheiten arrangieren.

Die Pendlersituation in Österreich

Diese Thematik wirft ein größeres Licht auf die Situation der Pendler in Österreich. Mehr als die Hälfte der 4,4 Millionen Erwerbstätigen pendelt täglich aus ihrer Wohngemeinde. Besonders im ländlichen Raum haben viele Menschen ohne Auto eingeschränkten Zugang zu Arbeitsplätzen und anderen wichtigen Einrichtungen. Es ist einfach nicht akzeptabel, dass der Mangel an ausgebautem öffentlichen Verkehr die Grundversorgung der Bevölkerung gefährdet.

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Die Verkehrssituation verursacht fast 30% der Treibhausgasemissionen. Das macht deutlich, wie dringend eine Mobilitätswende erforderlich ist! Haushalte in dicht besiedelten Regionen können im Schnitt rund 200 Euro pro Monat an Mobilitätskosten sparen im Vergleich zu ländlichen Haushalten. Außerdem sind 25% der Arbeitsplätze in Niederösterreich nicht mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass hier etwas getan werden muss.

Die Pendler verbringen viel Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln und müssen oft umsteigen. Da ist Pünktlichkeit wichtig, und die Anschlusssicherheit sollte ebenfalls verbessert werden. Junge Menschen im ländlichen Raum haben oft keinen Zugang zu ausreichenden oder bezahlbaren öffentlichen Verkehrsmitteln, was die Situation weiter verschärft. Die Forderungen nach einem besseren öffentlichen Verkehr und einer besseren Vernetzung werden lauter – und das nicht ohne Grund!